Sonntag, 04. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 69172

Rob Scholte - Ins Blaue hinein

24. Oktober bis 21. November 2008 / Eröffnung 24. Oktober 2008, 19.30 - 21.30 Uhr

(lifePR) (Wuppertal, ) Unsere aktuelle Ausstellung gibt einen Überblick über die aktuelle Malerei, Zeichnung und Skulptur von Rob Scholte, die zusammen mit älteren Arbeiten des niederländischen Künstlers gezeigt werden. Schon in den frühen achtziger Jahren wurde Scholte mit seinen hintersinnigen Gemälden bekannt, in denen er mit ironischer Distanz populäre Bildzitate der Hochkunst mit der Bildkultur der Gegenwart verbindet und so die Geschichtlichkeit der Bilder selbst sichtbar macht. Häufig setzt Scholte populäre Bilder aus der Kunstgeschichte frech und ohne Scheu in neue Kontexte, um die hergebrachten Sehgewohnheiten zu irritieren und ein vielschichtiges Geflecht an Bedeutungen zu schaffen. Diese semantischen Bezüge werden nicht selten durch die Kommentare der Kunstkritiker weiter ergänzt - ein Umstand, den Scholte sich wiederum für seine Kunst zunutze macht (Utopia, 1986). Für seine Ideen schöpft Scholte aus einem reichhaltigen Bildarchiv, das er bereits im Alter von 16 Jahren begonnen hat anzulegen und das er bis heute fortführt. Hervorstechendstes Merkmal der Kunst des documenta-Teilnehmers (1987) ist dabei, keine erkennbare Handschrift zu pflegen, sondern die Stilmittel kunsthistorischer Vorbilder variabel nach seinen Zwecken zu benutzen. Das Kriterium der Originalität interessiert Scholte daher weniger als individuellen Ausdruck der schaffenden Künstlerhand, sondern vielmehr auf der Ebene der Bildideen. Daher sind für ihn die Unterschiede zwischen Kunst und Kitsch, zwischen Malerei und Reproduktion absolut hinfällig. 1990 etwa füllt er den niederländischen Pavillon auf der Biennale in Venedig mit einem repräsentativen Gemälde, das einen Hobbymaler auf der Piazza San Marco zeigt (450 x 300 cm). Seiner Meinung nach besteht zwischen dessen kreativen Ergüssen und den Kunstwerken, die in internationalen Ausstellungshallen zu sehen sind, kein qualitativer, sondern lediglich ein preislicher Unterschied. Nach dem tragischen Bombenanschlag 1994 gab Rob Scholte die ironische Distanz in seiner Kunst zunächst auf. In den letzten Jahren knüpft er jedoch erneut an frühere Bildthemen an und sammelt für seine Werke populäre Bildquellen wie Streichholzschachteln, Stickbilder und althergebrachte Sinnsprüche oder untersucht das bildschöpfende Potential ganz alltäglicher Gegenstände wie Farbstifte und Murmeln. Letzterem ist auch unsere Skulptur aus industriell hergestellten Blumentöpfen zuzuordnen (Totem, 2008). Form, Material und Design der prinzipiell unbegrenzt fortsetzbaren, dekorativen Massenware brechen dabei humorvoll und anspielungsreich mit einer Ästhetik der Moderne, wie sie etwa Brancusi mit seinen endlosen Säulen geschaffen hat.

Rob Scholte, 1958 geboren in Amsterdam, hat von 1977-82 Malerei und audiovisuelle Medien an der Gerrit Rietveld Academie, Amsterdam studiert. Seit 1987hatte er verschiedene Gastprofessuren inne. 1994 erlitt er durch einen Bombenanschlag schwere Verletzungen, wodurch sein Schaffen als Künstler jäh unterbrochen wurde. Erst im Jahr 2000 war es ihm möglich, das 1992 begonnene größte Wandgemälde unserer Zeit im Huis ten Bosch, Nagasaki, fertigzustellen. Von 1991-99 war Scholte Professor für Malerei an der Universität/Gesamthochschule, Kassel; im Anschluss daran für zwei Jahre am Hoger Instituut for de Schone Kunsten, Antwerpen. Sein Werk zeigt Scholte auf zahlreichen Einzel- und Gruppenausstellungen im In- und Ausland, darunter auf der documenta 8 (1987), in der Galerie Paul Maenz (1988), zur Biennale in Venedig (1990), im Stedelijk Museum in Amsterdam (1985, 1990, 1996, 2000), im Sprengel Museum Hannover (1994), im Museum Morsbroich Leverkusen (2004), im SMAK, Gent (2008) und in vielen anderen internationalen Häusern.

Im Rahmen der 7. Wuppertaler Museumsnacht am 25. Oktober 2008, laden wir um 21.00 Uhr zu Franz Schuberts Winterreise ein. Es spielt das Jazztrio: Andre Enthöfer, Saxofon & Klarinette - Ulrich Rasch, Klavier - Wolfgang Engelberts, Kontrabass

Das Jazztrio führt die Lieder aus Franz Schuberts "Winterreise" in eigenen Interpretationen und Improvisationen fort, lässt Wohlbekanntes neu entdecken, ohne dabei die Lyrik der Müllerschen Texte aus den Augen zu verlieren. Die Melodien des Komponisten klingen auch heute noch wunderschön und einzigartig. Die drei Wuppertaler Musiker laden ein zu einer Winterreise, die den Hörer nicht kalt lässt - ein extravagantes Konzerterlebnis, geprägt durch die ewig schönen Melodien der Schubertlieder und durch drei engagierte Musiker, die mit viel Respekt, Sensibilität und Improvisationslust einen völlig neuen Blick auf diese "alte" Musik eröffnen. www.galerie-epikur.de .

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

Im Dezember viel Neues im MiR!

, Kunst & Kultur, Musiktheater im Revier GmbH

Das Musiktheater im Revier präsentiert sich ab sofort mit einer NEUEN WEBSITE. Seit dem 1. Dezember ist die komplett überarbeitete Internet-Präsenz...

Tanzen und Springen beim Weihnachts-Bal-Folk

, Kunst & Kultur, Christophsbad GmbH & Co. Fachkrankenhaus KG

Das Klinikum Christophsbad lädt am Freitag, dem 9. Dezember, ab 17.30 Uhr zum Weihnachts-Bal-Folk ein. Neben gesungenen und gespielten Adventsliedern...

GYMMOTION - Die Faszination des Turnens mit neuem Programm "Sky" in der Chemnitz Arena

, Kunst & Kultur, C³ Chemnitzer Veranstaltungszentren GmbH

Mit ihrem neuen Programm „SKY“ möchte die erfolgreiche Turngala „Gymmotion“ auch in diesem Jahr ihre Besucher in der Chemnitz Arena wieder begeistern....

Disclaimer