Dienstag, 06. Dezember 2016


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Bildungspolitik: Kein gutes Zeugnis für die Landesregierung!

Schluss mit Schlingerkurs, Qualitätsoffensive für Gymnasien gefordert!

(lifePR) (Schöningen-Esbeck, ) Für die geleistete Arbeit im vergangenen Schuljahr stellt der Verband der Elternräte der Ministerin Heiligenstadt kein gutes Zeugnis aus. Bereits bei der Anhörung zum neuen Schulgesetz, das zum 1.8.15 in Kraft tritt, wird deutlich, dass vorrangig ideologische Aspekte zur Entscheidung führten, die Integrierte Gesamtschule zukünftig als ersetzende Schulform zu definieren. Es droht ein langsames Sterben der Gymnasien auf Raten, das auch anhand der unterschiedlichen Ressourcenzuweisung bei den Schulformen, insbesondere bei der Stellenausschreibung, festzustellen ist. Schüler, Eltern und Lehrer protestierten daher in einem einzigartigen Schulterschluss gegen diese gymnasialfeindliche Bildungspolitik. Erst durch das OVG Urteil aus Lüneburg, vom 9.6.2015, wurde auch der Landesregierung deutlich vor Augen geführt, was Schülern, Lehrern und Eltern bereits seit langem bekannt war: Die nach einseitiger Auffassung von MP Weil und Ministerin Heiligenstadt "zumutbare Erhöhung der Arbeitszeit" war schon lange nicht mehr zumutbar und wird vom obersten Verwaltungsgericht des Landes als Verfassungsbruch, Missachtung der Fürsorgepflicht und gar Willkür attestiert. Mit einem Zeitverzug von 5 Wochen zu diesem Urteil musste nun endlich auch die Landesregierung zähneknirschend zugeben, dass bisherige Planungen, nur 70 Lehrer an den Gymnasien einzustellen, vollkommen realitätsfern waren und zusätzlich mehr als 740 Lehrer für die Sicherung eines verlässlichen und qualitativ hochwertigen Unterrichtsangebotes an unseren Schulen fehlen!

"Kurz vor den Sommerferien benötigen unsere Schulen jetzt kein Chaos, sondern Planungs- und Rechtssicherheit", so der Vorsitzende des Verbandes, Dr. Oliver Gossel, denn bisher wird deutlich, dass Einstellungen in dieser Größenordnung kaum zu realisieren sind. Bereits jetzt liegen dem Verband der Elternräte Mitteilungen von Mitgliedschulen vor, die eine Unterrichtsversorgung von 92% melden. Diese Situation ist für unsere Eltern nicht zu akzeptieren und wird sich nach den Sommerferien aufgrund der fehlenden Lehrer noch weiter verschärfen. "Daher betrachtet unser Verband mit großer Sorge die Entwicklung der Unterrichtsversorgung und befürchtet Unterrichtsausfälle im neuen Schuljahr in bisher nicht gekannter Größenordnung", so Dr. Gossel.

Zahlreiche Petitionen im vergangenen Schuljahr, in denen sich über 100.000 Niedersachsen mit ihrer Unterschrift für den Erhalt der schulischen Vielfalt, der Förderschulen und des Elternrechts auf freie Schulformwahl aussprachen, wurden nach knapp fünf Minuten Beratung im Kultusausschuss niedergestimmt. Das war ein dunkler Tag für die Bildungspolitik in Niedersachsen.

Auch die Ausgestaltung von G9 wirft immer noch viele Fragen auf. "Nach dem zurückliegenden Schlingerkurs dieses Schuljahres fordert der Verband der Elternräte der Gymnasien Niedersachsens von der Landesregierung jetzt endlich eine Qualitätsoffensive für die Gymnasien", so Dr. Gossel.

Epochaler oder einstündiger Unterricht in den Fächern MINT, Kunst, Musik und anderen Fächern erachtet der Verband der Elternräte im Hinblick auf einen kontinuierlichen, langfristigen Lernerfolg als problematisch.

Insbesondere stoßen Pläne des Ministeriums, die 2. Fremdsprache in Jahrgang 11 abzuschaffen, auf heftige Kritik und große Empörung bei den Eltern. Höchstmögliche Sprachkompetenz ist die Basis in einer globalisierten Welt und damit eine wesentliche Ausrichtung gymnasialer Bildung. Hier wird mit Vehemenz die Qualität unseres Abiturs gesenkt, denn ohne eine hochwertige Sprachausbildung und fundierte Kenntnisse in den MINT-Fächern richtet sich der Blick immer stärker in Richtung Einheitsschule, wie sie in Koalitionsvereinbarungen und Parteiprogrammen der Regierungsparteien mehrfach formuliert wurden.

"Wir fordern die Landesregierung auf, zum kommenden Schuljahr die Gymnasien mit einer Qualitätsoffensive gezielt zu stärken. Mit höchster Priorität fordern wir eine Unterrichtsversorgung über 100%. Leistungsabstriche, wie ein Verzicht auf eine verbindliche zweite Fremdsprache ab Klasse 11 werden völlig abgelehnt. Müssten wir der Ministerin ein Schuljahreszeugnis ausstellen, so wäre die Versetzung stark gefährdet", so Dr. Gossel abschließend.

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