Samstag, 10. Dezember 2016


  • Pressemitteilung BoxID 60094

Ergebnisse der DIHK-Blitzumfrage unter 120 Unternehmen Ende Juli 2008 zu den Auswirkungen der steigenden Energiepreise auf die Verkehrsbranche

Hoher Dieselpreis führt zu erheblichen Transportkostensteigerungen

(lifePR) (Berlin, ) Die Erhöhung des Dieselpreises führt zu einem erheblichen Kostenanstieg in der Transportbranche. Die überwiegende Zahl der befragten Be­triebe setzt die Mehrkosten bei 5-10 % an. Das gilt für den Straßengüterverkehr und das Bus- und Taxigewerbe gleichermaßen. Zur Einordnung: Der Anteil der Kraftstoffkosten an den Gesamtkosten eines Lkw liegt - abhängig von Fahrzeuggröße und dem Einsatzgebiet - bei etwa 25 %.

Kurzfristig stehen Preiserhöhungen und Kosteneinsparungen im Vordergrund

Um die Einnahmen zu erhöhen, bemühen sich fast alle befragten Unternehmen um eine Weitergabe der Kosten an die Auftraggeber. Zahlreiche Betriebe führen hierzu Gespräche mit ihren Kunden. Mit vielen Kunden wurden bereits Dieselzuschläge bzw. Gleitklauseln vereinbart oder es werden Verhandlungen hierüber geführt.

Versucht wird aber auch, die Kosten zu senken: So wird der Kraftstoffverbrauch durch Fahrerschulungen und den Erwerb sparsamerer Fahrzeuge gesenkt, die Aus­lastung durch stärkere Ladungsbündelung weiter erhöht und der Leerfahrtenanteil minimiert. Größere Unternehmen verstärken ihre Ladungsbündelung durch den Auf­bau zusätzlicher regionaler Umschlagpunkte. Unternehmen, die grenzüberschreitend tätig sind, tanken verstärkt im Ausland - beispielsweise in Belgien und Luxemburg, wo die Kraftstoff­preise deutlich niedriger sind als in Deutschland. In einzelnen Fällen werden auch Transporte auf den kombinierten Verkehr, die Bahn und die Binnenschifffahrt verla­gert. Genannt wurden aber auch das Zurückfahren von Investitionen und der Abbau von Mitarbeitern.

Dieselgleitklauseln sind langfristiges Ziel der Transportbranche

Die langfristigen Planungen unterscheiden sich nicht wesentlich von den kurzfristigen Reaktionen: An erster Stelle stehen Verhandlungen mit den Kunden und die Auf­nahme von Dieselgleitklauseln in alle künftigen Speditionsverträge. Auf langfristige Vereinbarungen über Frachtpreise ohne Gleitklauseln wollen sich die Transport­unternehmen nicht mehr einlassen. Um Kosten zu senken, werden Kooperationen mit anderen Transportunternehmen zum günstigeren Einkauf von Fahrzeugen und Kraftstoff ins Auge gefasst. Geprüft wird auch, ob Kooperationen zur besseren Aus­lastung von Fahrzeugen geeignet sind. Aus dem Busgewerbe wird gemeldet, dass für den Bereich ÖPNV ein Markaustritt geprüft wird, falls durch Mittelkürzungen und die Verpflichtung, bestimmte Tarife nicht zu erhöhen, keine Kostendeckung mehr gewährleistet ist. Das Taxigewerbe wird künftig verstärkt Erdgasfahrzeuge beschaf­fen. Zudem wird mit einer Verschiebung weg vom Taxi und hin zum Funkmietwagen ge­rechnet. Grund: Solche Mietwagen unterliegen nicht der Tarif- oder Beförderungspflicht - sie können Preise verhandeln und unattraktive Aufträge (Kurzstrecken) ablehnen.

Auftraggeber zeigen Verständnis - aber nur in Grenzen

Auf Seiten der Auftraggeber besteht zwar Verständnis für die Probleme des Transportgewerbes und ein Interesse am Erhalt von Anbietern mit hoher Qualität. Allerdings schwindet dieses Ver­ständnis bei ständig weiter steigenden Kosten, zumal diese Unternehmen durch stei­gende Energiepreise ebenfalls erhebliche Mehrausgaben zu tragen haben. Die Ver­handlungsposition der Kunden wird dabei als gut angesehen, da derzeit genügend Fahrzeuge auf dem Markt sind.

Von Auftraggebern wird eine stärkere Nutzung von Bahn und Binnenschiff erwogen. Zudem überdenken sie ihre Beschaffungsstrategie. Konkret bedeutet das, dass Lieferungen weniger häufig erfolgen sollen, aber dafür größere Mengen ange­liefert werden sollen. Darüber hinaus wird davon ausgegangen, dass Transporte künftig verstärkt mit ausländischen Transportunternehmen durchgeführt werden.

Verkehrsbranche im Umbruch - Konzentration und Atomisierung zugleich

Ein Großteil der Befragten erwarten für die Verkehrsbranche erhebliche Veränderungen. Sie gehen davon aus, dass gerade auch viele mittelständische Familienunternehmen schließen müssen. Dies gilt für den Straßengüterverkehr und das Bus­gewerbe gleichermaßen. Gewinner werden große Anbieter sein, die international agieren und in Konzerne eingebunden sind. Diese Global Player werden weitere Marktanteile gewinnen. Zunehmen wird auch die Zahl der Kleinstbetriebe, d.h. der Ein-Mann-Unternehmen, die aber nicht selbst akquirieren, sondern als Subunter­nehmer für größere Anbieter fahren. Die Auftraggeber fürchten aber auch eine Ver­ringerung des Frachtraums durch das Ausscheiden von Transportunternehmen. In der Busbranche werden dagegen auch Chancen gesehen: Die steigenden Energie­preise könnten zu einem Rückgang des Ferntourismus führen. Davon würden Bahn und Bus profitieren, die vor allem für kürzere Strecken innerhalb Deutschlands und Europas genutzt werden.

DIHK-Forderung: Mauterhöhung aussetzen

DIHK-Hauptgeschäftsführer Martin Wansleben rät den Betroffenen dringend das Gespräch mit ihren Geschäftspartnern zu suchen: "Die Auftraggeber müssen sich überlegen, ob eine kurzfristige Kosteneinsparung den Verlust eines zuverlässigen Transportunternehmens rechtfertigt. Gefordert ist aber auch die Politik. Angesichts der dramatischen Lage im Transportgewerbe muss die geplante Mauterhöhung zum Januar 2009 ausgesetzt werden."

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