Freitag, 09. Dezember 2016


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Bessere Chancen durch bessere Bildung für Europas Jugend!

Nicht nur die Wirtschafts- und Finanzkrise, auch unterlassene nationale Bildungsreformen haben in der EU zu einer dramatisch hohen Jugendarbeitslosigkeit von über 22% geführt

(lifePR) (Berlin, ) Ein Viertel der 15-Jährigen in Europa verfügt nur über geringe Lesekompetenz. Jeder achte 18- bis 24-Jährige hat entweder keinen Schulabschluss oder nur einen Abschluss der Sekundarstufe I. Somit ist eine allzu große Gruppe von jungen Menschen für die Anforderungen des Arbeitsmarktes nicht ausreichend gerüstet. Neben den schulischen Defiziten weist aber auch die berufliche Bildung vielerorts Mängel auf: In zahlreichen EU-Ländern wird sie vom Staat in vollzeitschulischer Form organisiert. Dadurch werden die Absolventen an den Bedürfnissen der Betriebe vorbeiqualifiziert und finden im Anschluss oftmals keine Arbeit.

Stärkung der betrieblichen und praxisnahen Ausbildung notwendig

Gute Bildung ist eine unverzichtbare Voraussetzung für Beschäftigung und Wachstum in der EU. Das gilt um so mehr vor dem Hintergrund des demographischen Wandels. Die Regierungen der EU-Mitgliedsländer müssen deshalb durch nationale Bildungsreformen die Anzahl der Schulabbrüche signifikant vermindern und möglichst alle Schulabgänger ausreichend qualifizieren. In der beruflichen Bildung müssen Praxisnähe, Attraktivität und Image europaweit verbessert werden. Ziel muss sein, die berufliche Bildung in allen Mitgliedstaaten als gleichwertige Alternative zur Hochschulbildung auszubauen. Aus Sicht der Kammern fehlt es allerdings vielerorts noch an konsequenten Berufsbildungsreformen der Regierungen.

Unternehmen und Kammern zu Trägern von praxisnaher Ausbildung machen

Ein wichtiger Schritt zur Aufwertung der beruflichen Bildung in Europa ist die Einbeziehung von Unternehmen in die Ausbildung von Fachkräften. In Ländern mit geringer Jugendarbeitslosigkeit - Deutschland, Österreich und Luxemburg - sind die Kammern Träger einer betrieblichen Berufsausbildung in mehreren hundert Ausbildungsberufen. Für Deutschland hat nicht zuletzt der zwischen Bundesregierung und Wirtschaft geschlossene Ausbildungspakt gezeigt, dass ein Miteinander von Staat, Unternehmen und Kammern ein Erfolgsmodell für die Bekämpfung von Jugendarbeitslosigkeit ist. Ein solcher Schulterschluss sollte auch in anderen EU-Ländern erfolgen, damit Bildung und Beschäftigung zu einem gemeinsamen Erfolgsfaktor der EU wird.

Einbeziehen der Wirtschaft notwendig

Der DIHK hat für staatliche Institutionen und Akteure aus dem Ausland in Sachen dualer Berufsausbildung seinerseits Anlaufstellen zu den Themen "Berufsbildung im Ausland" und "Bildungsexport" eingerichtet. Er steht zudem auch in engem Dialog mit anderen europäischen Kammerorganisationen, die den Aufbau von betrieblichen Ausbildungsformen in ihren Ländern voranbringen wollen. Erstes Ergebnis ist ein "Memorandum of Understanding" mit dem spanischen Dachverband, um dort den Aufbau dualer Ausbildungsstrukturen mit Kammerbeteiligung zu unterstützen.

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