Sonntag, 04. Dezember 2016


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"Erträge geringer, Kosten höher, Erzeugerpreise auf Vorjahresniveau"

Bilanz der Obst-, Gemüse- und Kartoffelernte

(lifePR) (Berlin, ) "Auch der Obst- und Gemüsebau in Deutschland ist durch die Folgen der Trockenheit belastet. Zusätzlich haben wir durch den Mindestlohn deutlich höhere Lohnkosten." Dies erklärte der Präsident des Deutschen Bauernverbandes (DBV) auf der Erntepressekonferenz des Verbandes in Berlin. Damit stiegen die Erntekosten bei den meisten Obst- und Gemüsekulturen, während die Erzeugerpreise auf dem Niveau des Vorjahres verharrten. Die aktuelle Trockenheit mache sich insbesondere durch höhere Bewässerungskosten bemerkbar. Im Vergleich der einzelnen Kulturen stellt sich folgendes Bild dar:

I. Obsternte

Der DBV erwartet für 2015 eine um 21 Prozent geringere Apfelernte (885.000 Tonnen) als im Vorjahr, die noch um 8 Prozent unter dem Durchschnitt der vergangenen drei Jahre liegen dürfte. Grund ist das Rekordjahr 2014 und die sogenannte Alternanz bei Obstbäumen, also die Schwankung des Ertrages im zweijährigen Rhythmus. Insbesondere die Sorten Elstar, Jonagold, Jonagored und Boskoop werden davon betroffen sein.

Wegen der geringeren Ernte erwarten Marktexperten zum Einstieg in die neue Apfelsaison ab September 2015 anziehende Erzeugerpreise. Im Vergleich der Regionen werden rund 245.000 Tonnen Äpfeln an der Niederelbe (minus 34 Prozent gegenüber Vorjahr), 210.000 Tonnen am Bodensee (25 Prozent unter Vorjahr) sowie von 104.000 Tonnen in Sachsen und Sachsen-Anhalt (minus 7 Prozent gegen Vorjahr) und 53.000 Tonnen im Rheinland (plus 9 Prozent gegen Vorjahr) erwartet.

Weit über die Hälfte der europäischen Apfelernte stammt aus Polen, Italien und Frankreich. Die diesjährige Apfelernte für die 28 Mitgliedsstaaten der Europäischen Union wird auf 11,97 Millionen Tonnen geschätzt. Damit wird die Ernte um 5 Prozent niedriger ausfallen als im vergangenen Jahr mit 12,57 Millionen Tonnen.

Die Birnenernte wird in Deutschland mit 46.000 Tonnen um 2 Prozent höher ausfallen als im Vorjahr. In der EU dagegen werden 4 Prozent weniger erwartet (2,34 Millionen Tonnen).

Bei Süßkirschen wird mit rund 33.000 Tonnen eine durchschnittliche Ernte erwartet, die aber unter der Erntemenge von 2014 (39.600 Tonnen) liegt. Die Sauerkirschenernte 2015 wird mit 15.500 Tonnen wieder auf dem Niveau der Jahre 2012 und 2013 liegen, aber unter der Ernte 2014 mit 17.400 Tonnen. Das Preisniveau ist etwas höher als im Vorjahr.

Bei Pflaumen wird eine geringere Ernte erwartet (2015 rund 48.000 Tonnen gegenüber 56.000 Tonnen in 2014). Die Preise liegen lediglich auf Vorjahresniveau.

Auch bei den Erdbeeren waren die Erntekosten deutlich höher als im vergangenen Jahr. Gegenüber dem Vorjahr wird eine um rund 10 Prozent kleinere Ernte erwartet (rund 155.000 Tonnen nach 168.000 Tonnen im Vorjahr). Auch hier liegen die Preise auf Vorjahresniveau.

Die Erträge von Beerenobst werden die Vorjahrsergebnisse unterschreiten (Schätzung: Ernte rote Johannisbeeren in 2015 rund 5.000 Tonnen, schwarze Johannisbeeren 9.900 Tonnen, Himbeeren 5.000 Tonnen, Heidelbeeren 10.000 Tonnen).

II. Gemüse

2015 werden in vielen Regionen die Bewässerungskosten wesentlich höher liegen, da wichtige Gemüseanbaugebiete in der Mitte Deutschlands liegen, wo es im Frühjahr und beginnenden Sommer zu trocken war. Bei allen Gemüseerzeugnissen fallen die Preise nicht befriedigend aus. Im Zusammenhang mit Mindestlohn und den dadurch gestiegenen Produktionskosten rechnen die Betriebe bei Preisen wie im Vorjahr mit einem deutlichen Minus im Gemüsebau.

Die Spargelernte fiel um rund 5 Prozent niedriger aus (108.000 Tonnen) als im Vorjahr. Dabei wurde die Spargelfläche in 2015 um rund 5 Prozent ausgedehnt (auf 21.000 Hektar). Die Preise verharrten in etwa auf Vorjahresniveau. Angesichts der geringeren Erntemenge und deutlich verteuerten Arbeitskosten wird sich das wirtschaftliche Ergebnis der Spargelbauern in 2015 deutlich schmälern.

Salate haben unter den aktuellen Temperaturen bei Beregnung gute Wachstumsbedingungen. Allerdings ist das Preisniveau über das gesamte Salatsortiment vom Kopfsalat über die bunten Salate bis hin zum Eisbergsalat sehr niedrig.

Die Anbaufläche von Zwiebeln wurde auf 10.500 Hektar gegenüber 2014 erneut geringfügig ausgedehnt. Bei niedrigeren Erträgen ist mit einer Ernte von rund 470.000 Tonnen auszugehen, nach 500.000 Tonnen im Jahre 2014.

Die Möhrenernte dürfte mit 560.000 Tonnen leicht unterdurchschnittlich ausfallen und damit das Ergebnis der Jahre 2012 und 2013 leicht unterschreiten, dagegen das Vorjahresergebnis (609.000 Tonnen) deutlich.

Im Unterglasanbau waren die Preise für Salatgurken und Tomaten in der Frühsaison durchschnittlich, in der Hauptsaison für Salatgurken meist nicht zufriedenstellend. Zur Zeit des Kulturwechsels Ende Juni erholten sich die Preise und lagen in den folgenden vier Wochen über dem Durchschnitt. Bei Tomaten gab es dagegen bereits sehr früh einen Preisdruck und bestimmte Mengen konnten nicht am Markt platziert werden.

III. Kartoffeln

Die Anbaufläche von Kartoffeln ist 2015 um 4 Prozent auf 234.100 Hektar gesunken (2014: 244.800 Hektar). Ein deutlicher Flächenrückgang konnte in Baden-Württemberg (minus 17,5 Prozent) und Nordrhein-Westfalen (minus 16,5 Prozent) verzeichnet werden. Durch Hitze und Trockenheit wird trotz vielfacher Beregnung eine geringere Erntemenge erwartet als im Vorjahr (2014: 11,6 Mio. Tonnen). Die Erzeugerpreise für Speisekartoffeln lagen in der zu Ende gegangenen Frühkartoffelsaison bei durchschnittlich 23 Euro/dt für festkochende (11.08.2015). Die Preise waren damit deutlich über dem Vorjahr mit seinem extrem niedrigen Niveau. Auch die Ernteaussichten in der EU liegen wetterbedingt deutlich hinter dem sehr hohen Vorjahresergebnis.

IV. Tabak, Hopfen, Wein

Tabak

In Deutschland bauen noch rund 120 Pflanzer auf 2.100 Hektar Tabak an. Die Tabakernte ist derzeit in allen Anbaugebieten in vollem Gange. Insgesamt ist von einer normalen Erntemenge um 4.700 Tonnen auszugehen. Der Jahrgang ist von guter Qualität. Allerdings ist durch die Trockenheit in Süddeutschland der Ertrag etwas niedriger ausgefallen. Auf dem Markt ist 2015 von stabilen Preisen auszugehen.

Hopfen

Beim Hopfen ist gegenüber dem sehr guten Vorjahr von einer geringeren Ernte auszugehen (32.500 Tonnen bei einer Anbaufläche von 17.847 Hektar). Die Ernte beginnt voraussichtlich um den 25. August. Aufgrund fehlender Niederschläge im Juli wird ein Ertragsrückgang um ca. 16 Prozent erwartet - trotz einer Flächenausweitung von 3 Prozent. Von Hagel blieb der Hopfen 2015 weitgehend verschont.

Wein

Für eine belastbare Voraussage zum Jahrgang 2015 ist es noch zu früh, da für die Qualität des Weins die letzten Wochen vor Beginn der Traubenlese besonders entscheidend sind. Die Reben zeigen sich derzeit in einem guten und gesunden Entwicklungsstand. Das Wetter hat bisher dazu beigetragen, dass die Vorzeichen für den neuen Weinjahrgang erfreulich gut stehen. Insgesamt wird für 2015 eine durchschnittliche Erntemenge zwischen 9 und 10 Millionen Hektoliter erwartet.

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