Samstag, 03. Dezember 2016


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Drohender Nachwuchsmangel in der Klinischen Forschung

DFG- Senatskommission gibt Empfehlungen zur Strukturierung der wissenschaftlichen Ausbildung in der Medizin

(lifePR) (Bonn, ) Die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) sorgt sich um den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Klinischen Forschung. Um dem akut drohenden Mangel an jungen Medizinerinnen und Medizinern in der Wissenschaft entgegenzuwirken, hat die Senatskommission der DFG für Klinische Forschung jetzt weitreichende Empfehlungen zur Strukturierung der wissenschaftlichen Ausbildung in der Medizin verfasst. In ihr werden die zuständigen Ministerien in den Bundesländern dringend aufgefordert, Einrichtungen für den forschenden Nachwuchs an den Medizinischen Fakultäten zu unterstützen und zu fördern. Weitere Adressaten der Schrift sind die Medizinischen Fakultäten, aber auch Studierende der Medizin und forschende Ärztinnen und Ärzte.

Die nun in Bonn veröffentlichte Stellungnahme betont, dass die Klinische Forschung zwingend Ärztinnen und Ärzte benötigt, die einerseits Erfahrung am Krankenbett und andererseits eine fundierte wissenschaftliche Ausbildung erfahren haben.

Die Senatskommission sieht jedoch mit Sorge, dass sich immer weniger junge Medizinerinnen und Mediziner für die Wissenschaft entscheiden. Die neue Approbationsordnung und die überwiegend praktische Ausrichtung des Medizinstudiums erschweren aus ihrer Sicht zunehmend die Möglichkeit, für Studierende der Medizin eine wissenschaftliche Ausbildung zu gewährleisten. Fachgesellschaften sprechen von einer "Deprofessionalisierung" der Ausbildung zur Ärztin oder zum Arzt und vom Verlust der wissenschaftlichen Basis ("Entakademisierung"). Schon jetzt ist absehbar, dass sich künftig noch weniger Studierende der Medizin zur Promotion entschließen werden, erst recht, wenn es sich dabei um eine experimentelle Arbeit mit hohem wissenschaftlichen Anspruch und entsprechendem Zeitaufwand handeln sollte.

Auch wenn sich nach Ansicht der DFG-Senatskommission in jüngster Zeit an den Universitätskliniken einiges zum Positiven entwickelt hat, so ist doch der mehr denn je drohende Nachwuchsmangel in der Forschung Grund, auf diese Defizite erneut hinzuweisen. Dem medizinischen Nachwuchs fehlt es vielerorts nach wie vor an verlässlichen, transparenten Ausbildungsstrukturen und an frühzeitiger Beratung über die möglichen Karrierewege und Perspektiven in der akademischen Medizin. Im seltensten Fall erhalten die Medizinerinnen und Mediziner während, vor oder begleitend zu ihrer Dissertation eine systematische wissenschaftliche Ausbildung. Die theoretischen Institute verzeichnen bereits einen deutlichen Rückgang der Promovierenden aus der Medizin, nicht zuletzt deshalb, weil diese nach dem Tarifvertrag für den Öffentlichen Dienst der Länder (TV-L) und damit schlechter als nach dem Tarifvertrag für Ärztinnen und Ärzte (TV-Ä) bezahlt werden.

Um für wissenschaftliches Arbeiten Anreize zu setzen, empfiehlt die Senatskommission den Medizinischen Fakultäten, in größerem Umfang als bisher systematische und transparente Karrierewege für den wissenschaftlichen Nachwuchs zu schaffen. Dringend notwendig ist eine institutionalisierte Verantwortung der Medizinischen Fakultäten für ihren Nachwuchs, vor allem in der Promotionsphase. Hier reicht es nach Überzeugung der Kommission nicht aus, wenn diese Verantwortung vereinzelt durch die Qualitätssicherung von Promotionen in DFG-geförderten Graduiertenkollegs oder anderen DFG-Programmen übernommen wird. Auch nach erfolgter Promotion muss eine wissenschaftliche Qualifizierungszeit begleitend zur Facharztweiterbildung in Form von Rotationsprogrammen angeboten werden. Eine konsequente und systematische Qualifikation erfordert den Aufbau entsprechender Strukturen an den Fakultäten, und zwar als Regelfall.

Die Empfehlungen der DFG-Senatskommission für Klinische Forschung im Volltext finden sich unter: www.dfg.de/dfg_profil/gremien/senat/klinische_forschung/index.html

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