Freitag, 02. Dezember 2016


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Zahnärzte sehen das Jahr 2010 skeptisch

Die Wirtschaftskrise wird chronisch, der Mittelstand bricht weg - mit sichtbaren Folgen im Mund

(lifePR) (Berlin, ) Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise wird man auch im Mund sehen, berichten Zahnärztinnen und Zahnärzte in einer !dent-trend-Umfrage. Die Patienten zeigen zunehmend "Mut zur Zahnlücke". Die Gründe dafür: Der Mittelstand bricht weg. Nicht zuletzt bedingt durch zunehmende Arbeitslosigkeit, insuffiziente Vorruhestandsmodelle und breitflächige Kurzarbeit wurden und werden bereits geplante Zahnersatz-Behandlungen verschoben und teils auch wieder verworfen. Besonders besorgniserregend: Kinder und Jugendliche gehen mit zum Teil desolaten Gebissen ins Leben.

Wie wirkte sich die Wirtschaftskrise 2009 auf die Zahnarztpraxen aus? !dent-trend wollte wissen: "Wie war Ihr persönlicher Praxis-Trend 2009? Und wie wird es im Jahr 2010 weitergehen?" Über 300 Zahnärztinnen und Zahnärzte antworteten auf die Trendumfrage, die per E-Mail und im Internet an Zahnärztinnen und Zahnärzte gestellt wurde.

Die Auswirkungen der Wirtschaftskrise sind in den Praxen täglich zu spüren, berichten die Zahnärzte:

- "rückläufige Fallzahlen seit Einführung der Praxisgebühr (die immer noch zu regelmäßigen Diskussionen mit Patienten führt) - deshalb verzichten heute auch langjährige und betagte Stammpatienten auf notwendige Untersuchungen und Kontrollen ihres Zahnersatzes."
- "mehr Arbeitslose"
- "der Mittelstand bricht weg"
- "die untere Mittelschicht hat kein Geld mehr"
- "zunehmende Verwahrlosung und Verslumung in der Bevölkerung"
- "die Zahl der Härtefälle nimmt in meiner Praxis zu"
- "bedingt durch zunehmende Arbeitslosigkeit, insuffiziente Vorruhestandsmodelle und breitflächige Kurzarbeit werden bereits geplante Zahnersatz-Behandlungen verschoben und teils auch wieder verworfen"
- "zahlreiche vormals voll privat Versicherte sind rezessionsbedingt (Insolvenz etc.) entweder ohne Krankenversicherungsschutz oder haben die Möglichkeit einer Selbstbeteiligungserhöhung in Anspruch genommen, um die monatlichen Kosten zu senken"

Es finden sich vermehrt Beobachtungen über sinkende Nachfrage nach Zahnersatz oder über die Nachfrage nach geringwertigeren Versorgungen. Hier einige Zitate:

- "die konservativen Behandlungsfälle insgesamt nehmen zwar zu, die Fallzahl der Endodontie [Wurzelbehandlungen] steigt aber deutlich an, da notwendige und empfohlene konservierende Behandlungen verschoben werden"
- "die Patienten sind abwartend, wollen nur symptomatische Behandlungen, wollen Zeit gewinnen"
- "deutlich geringere Zuzahlungsbereitschaft der gesetzlich versicherten Patienten"
- "massiv reduzierte ästhetische Ansprüche"
- "wir sehen manche Privatpatienten ausschließlich zu Schmerzbehandlungen und nicht mehr wie früher zu regelmäßigen Kontrollen. Entsprechend sind umfangreiche Komplexsanierungen rückläufig"
- "verbunden mit rückläufigen Fallzahlen ein Umsatzrückgang, weniger zahnerhaltende Behandlungen und ein deutlicher Anstieg der Zahl von Zahnextraktionen"
- "die Nachfrage nach Billigstlösungen = Regelversorgungen (festsitzender und herausnehmbarer Zahnersatz) steigt signifikant seit Ende 2008 - Trend zunehmend"
- "die notwendige und regelmäßig angeratene nachfolgende Versorgung mit Zahnersatz ist bei unseren Patienten keine Selbstverständlichkeit mehr"

Die Folgen sind deutlich sichtbar: "Die Patienten zeigen zunehmend Mut zur Lücke", schildert eine Zahnärztin. Kinder und Jugendlichen gehen mit zum Teil schwer zerstörten Gebissen ins Leben:

- "auffällig in der Kinderzahnheilkunde ist, dass viele Eltern den Erstbesuch in der Zahnarztpraxis erst dann unternehmen, wenn bereits massive Schäden im Milchgebiss mit Schmerzen vorliegen"
- "leider findet sich bei Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus sozialen Brennpunkten, die früher unter entsprechender Motivation in das Praxiskonzept zu integrieren waren, eine absolute Vernachlässigung ihrer Mundhöhle"
- "durch die Kombination von Fehlernährung und unzureichender Mundhygiene ergeben sich häufig wahre Trümmerfelder - Teilprothesen oder gar Totalprothesen sind bereits bei jungen Erwachsenen unvermeidbar"!

dent-trend

!dent-trend zeigt die Zukunft der Zahnmedizin. !dent-trend vereint Zahlen, Trends und Expertisen mit Marketing, Presse- und Öffentlichkeitsarbeit. Rund um die Zahnmedizin in Wissenschaft, Praxis, Forschung und Entwicklung. !dent-trend erhebt Stimmungsbilder zu den wirtschaftlichen Rahmenbedingungen der Zahnarztpraxen in Deutschland.

Wenn Sie an den Umfrage-Ergebnissen interessiert sind oder selbst an den Umfragen teilnehmen möchten, finden Sie weitere Informationen auf der Webseite www.dent-trend.de.

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