Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Sozialwirtschaft: Branche weiter krisenresistent

Deloitte-Umfrage zeigt konjunkturelle Unabhängigkeit der deutschen Sozialdienstleister

(lifePR) (München, ) Die Deloitte-Umfrage "Auswirkungen der Wirtschaftskrise auf die Sozialwirtschaft" zeigt: Die Branche blieb in Deutschland bisher verschont - Nachfrage und Spendenerträge sind konstant und die Kreditvergabe von Banken ist weniger restriktiv als in anderen Sektoren. Befragt wurden 774 Verantwortliche deutscher Sozialdienstleister mit einer Belegschaft von 50 bis über 1000 Mitarbeitern. Dennoch befürchten 62 Prozent der Befragten eine Verschlechterung der Ertragslage aufgrund von Kürzungen seitens der öffentlichen Hand und es wird mit einem zunehmenden Konkurrenzdruck in der Branche gerechnet. Zukünftig werden deshalb Themen wie Erfolgssicherung, Nutzung von Finanzierungsmöglichkeiten oder Aufbau eines Risikomanagements Priorität in der deutschen Sozialwirtschaft genießen.

"Verglichen mit der wirtschaftlichen Entwicklung in Deutschland zeigt sich, dass die Sozialwirtschaft relativ unabhängig von der Konjunktur ist", erklärt Ralph Höll, Partner im Bereich Sozialwirtschaft bei Deloitte. "Dies liegt vor allem am Versorgungscharakter der meisten Sozialdienstleister. Trotzdem sieht die Mehrheit der Befragten Handlungsbedarf, um auch künftig krisenresistent zu bleiben."

Die sozialwirtschaftlichen Entwicklungen auf einen Blick

Gravierende Auswirkungen auf das Tagesgeschäft der Sozialdienstleister lassen sich bisher nicht feststellen. 72 Prozent der Befragten konnten bis Ende 2009 keinen signifikanten Nachfragerückgang verzeichnen; lediglich 13 Prozent bestätigen einen merklichen Nachlass der Spendenerträge. Überdies konnte die Mehrheit der Sozialdienstleister keine Änderungen der Kreditvergabe feststellen - die befürchtete Kreditklemme blieb aus. Dennoch äußern die befragten Unternehmen Bedenken: Zuschüsse öffentlicher Kassen nehmen weiter ab - zwei Drittel waren 2009 bereits von entsprechenden Kürzungen betroffen. Ob die Wirtschaftskrise der Grund für diese Einsparungen ist, bleibt allerdings fraglich, da sich die öffentliche Hand bereits seit Jahren aus der Finanzierung freiwilliger sozialer Angebote zurückzieht.

Finanzierung wird zum Top-Thema

Aufgrund der kritischen öffentlichen Haushaltslage gehen 69 Prozent von weiteren Kürzungen aus. Dies schränkt einerseits die sozialwirtschaftlichen Leistungen ein und beeinträchtigt andererseits das Budget der privaten Haushalte - knapp die Hälfte der Befragten rechnet deshalb mit einem Belegungsrückgang stationärer Einrichtungen. Insgesamt 62 Prozent erwarten eine allgemeine Verschlechterung der Ertragslage und somit der Eigenkapitalquote - die Abhängigkeit von externer Finanzierung nimmt zu. Anbieter werden bei mangelnder Liquidität und Bonität vom Markt verdrängt - acht von zehn Befragten gehen von einem steigenden Konkurrenzdruck in der Branche aus. Für die Verbleibenden eröffnen sich Chancen auf Marktanteile und Erträge bei voraussichtlich konstanter Nachfrage und Leistung.

Langfristige Prioritäten für Sozialdienstleister

Um negativen Folgen der Krise vorzubeugen, müssen deutsche Sozialdienstleister Maßnahmen zur Sicherung der wirtschaftlichen Stabilität ergreifen. Die Änderungen der Rahmenbedingungen insbesondere bei Finanzierung und Wettbewerb erfordern eine strategische Neuausrichtung und Weiterentwicklung des Leistungskonzepts. Eine effektive Kostensteuerung wird ebenso wichtig wie die Erschließung von Wirtschaftlichkeitspotenzialen. Überdies gewinnt das Thema Risikomanagement an Bedeutung: Die frühzeitige Erkennung von Risiken und Chancen wird zunehmend wichtiger in einem Unternehmensumfeld, das den effizienten Umgang mit den verfügbaren Mitteln, Qualität und Transparenz fordert.

"Wirtschaftliche Stabilität und Nachhaltigkeit werden zu den Branchenleitthemen und die Nutzung aller internen und externen Finanzierungsmöglichkeiten ist künftig ein wesentlicher Erfolgsfaktor", ergänzt Sabine Lauer, Senior Manager im Bereich Sozialwirtschaft bei Deloitte. "Wer clever finanziert und das Leistungsangebot an die neuen Branchengegebenheiten anpasst, hat gute Chancen, Marktanteil und Umsatz weiter auszubauen."

Deloitte & Touche GmbH Wirtschaftsprüfungsgesellschaft

Deloitte erbringt Dienstleistungen aus den Bereichen Wirtschaftsprüfung, Steuerberatung, Consulting und Corporate Finance für Unternehmen und Institutionen aus allen Wirtschaftszweigen. Mit einem Netzwerk von Mitgliedsgesellschaften in mehr als 140 Ländern verbindet Deloitte erstklassige Leistungen mit umfassender regionaler Marktkompetenz und verhilft so Kunden in aller Welt zum Erfolg. "To be the Standard of Excellence" - für rund 169.000 Mitarbeiter von Deloitte ist dies gemeinsame Vision und individueller Anspruch zugleich.

Die Mitarbeiter von Deloitte haben sich einer Unternehmenskultur verpflichtet, die auf vier Grundwerten basiert: erstklassige Leistung, gegenseitige Unterstützung, absolute Integrität und kreatives Zusammenwirken. Sie arbeiten in einem Umfeld, das herausfordernde Aufgaben und umfassende Entwicklungsmöglichkeiten bietet und in dem jeder Mitarbeiter aktiv und verantwortungsvoll dazu beiträgt, dem Vertrauen von Kunden und Öffentlichkeit gerecht zu werden.

Deloitte bezieht sich auf Deloitte Touche Tohmatsu, einen Verein schweizerischen Rechts, und/oder sein Netzwerk von Mitgliedsunternehmen. Jedes dieser Mitgliedsunternehmen ist rechtlich selbstständig und unabhängig. Eine detaillierte Beschreibung der rechtlichen Struktur von Deloitte Touche Tohmatsu und seiner Mitgliedsunternehmen finden Sie auf www.deloitte.com/de/UeberUns.

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