Samstag, 10. Dezember 2016


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Lüdenscheidern liegt das Schicksal von Flüchtlingen am Herzen

(lifePR) (Wetzlar, ) Pfarrerin Monika Deitenbeck-Goseberg engagiert sich mit ihrer Kirchengemeinde in Lüdenscheid für Flüchtlinge. Auf einem Seminar der 120. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg berichtet sie zusammen mit ihren ehrenamtlichen Helfern über ihre Arbeit.

Monika Deitenbeck-Goseberg ist Pfarrerin in Lüdenscheid. Die erschütternden Nachrichten über die Flüchtlinge in den letzten Wochen hätten sie dazu veranlasst, in diesem Bereich tätig zu werden. Lüdenscheid habe in den vergangenen Wochen ein Erstversorgungslager eingerichtet. Seit etwa einer Woche leben dort nun die neu angekommenen Flüchtlinge aus 14 Nationen.

Die Gemeinde habe sich das Thema zu einem "Herzensanliegen" gemacht, sagte sie im Rahmen der Allianzkonferenz in Bad Blankenburg. Mit ehrenamtlichen Helfern ihrer Gemeinde stellte sie die Flüchtlingsarbeit vor. Seit September danke sie Gott morgens im Gebet für ihr Bett, ihr Dach über dem Kopf. Das nächste Gebet gelte dann den Flüchtlingen: "Weil es mir das Herz zerreißt."

"Noch offen, wer bleiben darf"

Gemeinsam mit einem Kollegen habe sie die Flüchtlingshilfe zu einem Schwerpunkt gemacht. "Die Hilfsbereitschaft der Lüdenscheider Bevölkerung erschlägt einen förmlich", erklärte die Pfarrerin. Die Kirchengemeinde organisiere eine Sammelstelle für das Sortieren von Kleidung, bei der sich Menschen aus ganz Lüdenscheid engagierten. "Es ist noch offen, welche der 150 Flüchtlinge bleiben darf und wer wieder zurück muss", sagte sie. Neben der Grundversorgung an Essen und Trinken sollten die Flüchtlinge bei gemeinsamen Veranstaltungen auch die deutsche Sprache erlernen. "Hier helfen nicht nur Leute vom Fach, sondern Menschen mit einem heissen Herzen".

Ablehnung oder Anfeindung habe sie noch nicht erlebt: "Die Lüdenscheider sind so offen mit dem Herzen für die Flüchtlinge", sagte Deitenbeck-Goseberg. Die Mitarbeiter der Stadtverwaltung und der lokalen Presse hätten sich persönlich "enorm ins Zeug geworfen" und engagiert. Die Deutsche Evangelische Allianz (DEA) hat auch eine Broschüre herausgegeben, die ganz praktisch Gemeinden bei der Arbeit mit Flüchtlingen und Asylsuchenden helfen soll (www.amin-deutschland.de).

Auch Christian Miß sind die Flüchtlinge ein Herzensanliegen. Er engagiert sich seit vier Jahren im Café International, einer Begegnungsstätte für Ausländer, der Freien evangelischen Gemeinde Lüdenscheid: "Wir möchten einfach nur mit den Leuten zusammensitzen, Kaffe oder Tee trinken und mit ihnen in Kontakt kommen. Dabei wollen wir aber auch darauf hinweisen, dass wir Christen sind und eine gute Botschaft zu verkünden haben", sagte er. Angefangen hat das Café International mit vier bis zehn Besuchern monatlich, zur Höchstzeit seien es dann bis zu 180 Personen gewesen. Das war dann als reines ehrenamtliches Engagement nicht mehr leistbar, sagte Miß. Die Arbeit hätte deshalb reduziert werden müssen. Jetzt habe sich die Besucherzahl bei 80 bis 120 Personen, darunter auch viele Flüchtlinge, eingependelt. Auch beruflich hat Miß mit Ausländern und Flüchtlingen zu tun. Er arbeitet beim Sozialamt, ist für die Unterbringung der Flüchtlinge in Lüdenscheid mitverantwortlich.

Susanne Chmell, CDU-Kreistagsmitglied im Landkreis Saalfeld-Rudolstadt berichtete über ihre Erfahrungen als ehrenamtliche Kommunalpolitikerin und Jugendreferentin für das Missionswerk "Jugend mit einer Mission" (JMEM). "Wenn man keine Antworten hat, dann will man das eigentlich gar nicht ausdiskutieren. Die Politiker haben keine Antworten auf viele Fragen und Probleme", schilderte sie ihre Sicht der Dinge. Chmell engagiert sich mit JMEM zusammen mit dem Landkreis für die wachsende Zahl von Flüchtlingen, die nach Thüringen kommen.

JMEM hat das ehemalige Druckereigebäude des Pfarrers, Evangelisten und Schriftstellers Ernst Modersohn (1870-1948) in Bad Blankenburg für seine Arbeit erworben. Modersohn ist Chmells Urgroßvater. Sie berichtete über die anfänglichen Schwierigkeiten bei der Flüchtlingshilfe. "Die Verunsicherung kommt dadurch, weil wir nicht genau wissen, was wir tun müssen. Wir Deutschen wollen alles immer genau planen und organisieren. Aber das geht in dieser Situation nicht mehr", sagte die Jugendreferentin.

Sport bedeutsamster Ansatzpunkt für Evangelisation

Einen völlig anderen Fokus auf die Wirkung des Glaubens hat Falk Winter im Rahmen der Allianzkonferenz gelegt. "Sport ist in unserem Land einer der bedeutsamsten Ansatzpunkte für Evangelisation." Diese These hat Falk Winter im Rahmen seines Seminars vertreten. Der Referent der sportmissionarischen Organisation SRS wünschte sich, dass Christen viel in der Gesellschaft bewegen können. Den Gemeinden riet er, nicht nur für sich selbst zu existieren, sondern auch zu schauen, was um unsere Gemeindehäuser herum passiert.In Deutschland gebe es mehr als 91.000 Vereine. Der Deutsche Olympische Sportbund erreiche mit seinen Angeboten mehr Menschen als jede andere gesellschaftlich relevante Gruppe. 64,2 Prozent der unter 16-jährigen treiben demnach aktiv mehr als einmal in der Woche Sport. "Lasst uns gute Ideen entwickeln, um diese jungen Menschen zu erreichen. Auch der aktuelle Spiegel-Titel frage danach, wie sich der Sport auf die Psyche, Bildung und Hirnleistung auswirkt. Es sei auch interessant, wie viele Leute zur besten Gottesdienstzeit im Fitnessstudio anzutreffen sind, erklärte Winter.Der Referent ging aber auch auf die Schattenseiten des Sports ein. Sport könne auch zur Sucht werden, weil Menschen einen negativen Selbstwert hätten oder sie litten unter Perfektionismus. "Zum Thema Selbstwert haben wir Christen jede Menge zu sagen." Sport sei aber auch ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Während ein Bruchteil der Bevölkerung den Gottesdienst am Sonntagmorgen besuche, sei ein deutlich höherer Anteil auf den Sportplätzen und den Fitnessstudios: "Deshalb dürfen Gemeinden die Möglichkeiten der Sportmission in ihrem Umfeld nicht ignorieren. Das Thema ist vor unseren Haustüren", bilanzierte Winter.

Die 120. Allianzkonferenz in Bad Blankenburg steht in diesem Jahr unter dem Motto "Argument: Liebe" . Die jährliche Veranstaltung der Deutschen Evangelischen Allianz (DEA) findet im thüringischen Bad Blankenburg statt und dauert noch bis Sonntag. Die Bibelarbeiten, Workshops und Vorträge werden bislang von 1790 Teilnehmern wahrgenommen. Thomas Günzel, Direktor des Evangelischen Allianzhauses erwartet noch bis zum Sonntag insgesamt rund 2.500 Teilnehmer.Die Deutsche Evangelische Allianz versteht sich als Netzwerk der evangelikalen Bewegung mit etwa 1.100 Ortsgruppen und circa 340 überregional arbeitenden Werken und Verbänden. Sie sieht sich als überkirchliche Bewegung in Einheit. Zentral ist die Gebets- und Evangelisationsorientierung. Als Bibel- und Konferenzbewegung will die DEA auch in der gesellschaftspolitischen Debatte eine Stimme sein.

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