Sonntag, 04. Dezember 2016


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Der Friedensnobelpreis und die Manieren

Von der Aktualität gesellschaftlicher Regeln

(lifePR) (Bremen, ) Auch wenn sich die Verleihung des Friedensnobelpreises an Barack Obama derzeit mehr als Bürde denn als Auszeichnung gewertet wird und die Osloer Jury damit die hohen Erwartungen an den US-Präsidenten weiter gesteigert hat, so zeigt der überraschende Coup doch, wie sehr sich die internationale Wahrnehmung der USA und ihrer politischen Führung seit den Wahlen vom Herbst 2008 gewandelt hat.

Vielleicht wird es am deutlichsten, welches Ansehen das oberste Staatsamt der Vereinigten Staaten zuletzt unter Obamas Vorgänger George W. Bush genoss, wenn man sich eine Performance ins Gedächtnis ruft, die Mark McGowan vor zwei Jahren dem amerikanischen Präsidenten widmete und die nun in einer großen kulturgeschichtlichen Sonderausstellung in Bremen vorgestellt wird. Im Februar 2007 kroch der britische Künstler mit Bush-Maske verkleidet, geschützt durch ein Kissen in der Hose und ausgerüstet mit Knieschonern 72 Stunden durch Manhattan.

Ein am Hinterteil befestigtes Schild mit der eindeutigen Aufforderung "KICK MY ASS" lud Passanten dazu ein, ihrer Haltung gegenüber dem mächtigsten Mann der Welt spontan und unverhohlen Ausdruck zu verleihen. Stellvertretend für Bush bot sich McGowan den New Yorkern als Prügelknabe an. Ähnlich wie bei mittelalterlichen Leibstrafen wurde die Sanktion für Vergehen in der Öffentlichkeit vollzogen - wenngleich diese bei der Performance stellvertretend und freiwillig erfolgte.

Die ungewöhnliche Kunstaktion machte deutlich, dass die meisten Menschen Hemmungen haben, jemand anderen zu verletzen. Nach Ermutigung McGowans kam es aber zu ersten, zaghaften Tritten und schließlich bereitete das "Spiel", stellvertretend dem Künstler für den Präsidenten "in den Hintern zu treten", Spaß, sobald sich die Teilnehmer an die Regeln dieses gesellschaftlichen Tabu-Bruchs gewöhnt hatten.

Gesellschaftliche Regeln - Manieren - ordnen seit jeher das menschliche Zusammensein. Kein Treffen unter Politikern, kein Staatsakt, kein Telefonat und kein gemeinsames Mittagessen, bei dem sie nicht zum Einsatz kämen. Wer ihre Bedeutung leugnet oder ignoriert, riskiert, nicht verstanden oder gar verstoßen zu werden. Auch die Probanten der Kunstaktion von Mark McGowan mussten erst umdenken und ihre erlernten Manieren im Umgang mit dem zum Fußtritt einladenden "Präsidenten" ablegen.

Der ewigen Frage, welche Verhaltensregeln die Gesellschaft über die Jahrhunderte aufgestellt hat und welche erfolgsversprechend sind, geht nun erstmals eine große kulturgeschichtliche Sonderausstellung nach, die das Focke Museum in Bremen vom 29. November 2009 bis 30. Mai 2010 zeigt.

Großartige Werke der europäischen Kultur, außergewöhnliche Kunstprojekte und vertraute Objekte der Alltagskultur helfen eine Antwort auf die Frage zu finden, was es mit dem guten Benehmen eigentlich auf sich hat. Humorvoll und unterhaltend, wissenschaftlich fundiert aber nie belehrend, regt die große Ausstellung an zum Nachdenken über ein universelles Menschheitsthema, denn letztendlich geht es um nichts Geringeres als um den Umgang miteinander.

Und hier schließt sich auch der Kreis zur Auszeichnung Obamas mit dem Friedensnobelpreis, hob doch die Jury dessen Diplomatieverständnis würdigend hervor, das sich auf der Überzeugung gründe, "dass diejenigen, die in der Welt den Ton angeben, dies auf der Grundlage von Werten und Maßstäben tun". www.focke-museum.de

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