Samstag, 10. Dezember 2016


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Nach 2000 erstmals wieder geistig behinderte Sportler bei Paralympics

Lebenshilfe kritisiert langen Ausschluss und wünscht den beiden deutschen Startern viel Glück

(lifePR) (Berlin/London, ) Zwölf Jahre waren Sportler mit geistiger Behinderung von den Paralympics ausgeschlossen. Wenn die Spiele am kommenden Mittwoch in London beginnen, sind sie wieder dabei. Darunter auch zwei Teilnehmer aus Deutschland: die Leichtathletin Sandra Mast aus Freudenstadt und der Schwimmer André Lehmann aus Potsdam.

Dass Sportler mit geistiger Behinderung bei den Paralympics wieder an den Start gehen dürfen, dafür hat die Bundesvereinigung Lebenshilfe all die Jahre gekämpft. Bei den Spielen 2000 in Sydney gewannen die spanischen Basketballer Gold. Dann kam heraus, dass mehr als die Hälfte der Mannschaft die geistige Behinderung vorgetäuscht hatte. Den Spaniern wurde der Sieg aberkannt, und gleichzeitg wurden sämtliche Sportlerinnen und Sportler mit geistiger Behinderung mit einem Bann belegt: Sie durften nicht mehr an den Paralympics teilnehmen. "Schon damals protestierte die Lebenshilfe vehement dagegen, dass behinderte Athleten bestraft wurden, weil nicht behinderte Athleten betrogen hatten", erinnert Robert Antretter, Bundesvorsitzender der Lebenshilfe. "Unseren beiden deutschen Startern in London drücke ich jetzt ganz fest die Daumen."

Nach Sydney dauerte es zwölf lange Jahre, bis der Internationale Behindertensportverband Prüfkriterien entwickelt hatte, wonach sich die geistige Behinderung eines Sportlers zweifelsfrei nachweisen lassen soll. In dieser Zeit hatte die Lebenshilfe immer wieder angemahnt, den Bann für geistig behinderte Sportler endlich aufzuheben.

Die Lebenshilfe setzt sich als Mitglied von Special Olympics Deutschland für den Breitensport von Menschen mit geistiger Behinderung ein und ermutigt örtliche Turn- und Sportvereine, sich auch für geistig behinderte Sportler zu öffnen. An den Deutschen Behindertensportverband appelliert die Lebenshilfe, verstärkt Talente unter Sportlern mit geistiger Behinderung zu suchen und diese wie körper- und sinnesbehinderte Athleten in Leistungszentren zu fördern, damit bei den Paralympics 2016 in Rio de Janeiro (Brasilien) mehr als nur zwei deutsche Sportler mit geistiger Behinderung um Medaillen kämpfen können. In London besteht das deutsche Team aus insgesamt 150 Athleten - der Anteil der geistig behinderten Athleten beträgt 1,3 Prozent.

Die Lebenshilfe in Zahlen

Seit 1958 hat sich die Lebenshilfe in Deutschland mit rund 135.000 Mitgliedern in 523 örtlichen Vereinigungen zur größten Selbsthilfeorganisation für geistig behinderte Menschen und ihre Angehörigen entwickelt. Die Lebenshilfe ist Träger oder Mitträger von mehr als 3200 Einrichtungen und Diensten.

Dazu zählen: 227 Frühförderstellen, 329 Kindergärten und Kinderkrippen (für Kinder von 0 bis 3 Jahre), 118 Schulen und Tagesförderstätten, 491 Werkstätten (auch mit integrativen Arbeitsangeboten), 163 Fortbildungs- und Beratungsstellen, 301 Sport-, Spiel- und Freizeitprojekte, 854 Wohnstätten und Wohngruppen, 221 Familienentlastende Dienste (Entlastung der Familien durch die Betreuung behinderter Angehöriger mit gleichzeitiger Förderung). Dort werden rund 170.000 Kinder, Jugendliche und Erwachsene betreut und gefördert. Etwa 60.000 hauptamtliche und 15.000 ehrenamtliche Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Lebenshilfe sind mit diesen Aufgaben betraut.

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