Sonntag, 11. Dezember 2016


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Reifenfachhandel in Deutschland: Wer sind die Marktteilnehmer?

(lifePR) (Bonn, ) Im deutschen Reifenfachhandel gibt es derzeit rund 2.100 Unternehmen mit insgesamt gut 4.300 Betriebsstätten. Damit ist die Zahl der Marktakteure in der relativ kleinen Branche der Experten rund um Räder und Reifen im letzten Jahr nicht nennenswert gewachsen. Das war nicht immer so, denn seit Beginn der neunziger Jahre hat die Anzahl der Handelsunternehmen in der Reifenbranche um rund 17 Prozent, die Zahl der von diesen Unternehmen geführten Betriebsstätten sogar um knapp 25 Prozent - das entspricht gut 850 Outlets - zugenommen. Gleichzeitig war der Verdrängungswettbewerb um das nicht gleichermaßen mitwachsende Marktvolumen im Reifenersatzgeschäft immer intensiver geworden.

*Die Zahlen des vergangenen Jahres belegen, dass der Stukturwandel innerhalb der Branche, der die Zahl der freien Reifenfachhändler im Zeitraum 1992-2007 zugunsten der mehr oder weniger industriegebundenen Unternehmen von rund 82 auf 61 Prozent schrumpfen ließ, weiterhin stagniert", resümiert Hans-Jürgen Drechsler, Geschäftsführer des Bundesverbandes Reifenhandel und Vulkaniseur-Handwerk e.V. (BRV, Bonn). Das belegt die vom BRV jährlich heraus gegebene Marktstrukturanalyse in ihrer zum Stichtag 1. März 2010 aktualisierten Fassung. In dem bundesweit tätigen Fachverband der Branche sind gut 80 Prozent der Reifenhandelsunternehmen organisiert; als Reifenfachhändler im Sinne dieser Statistik zählen Unternehmen, die mindestens die Hälfte ihres Umsatzes im Geschäft mit Reifen realisieren.

Die aktuelle Erhebung zeigt erneut kaum Veränderungen im Vergleich zum Vorjahr. Auf Unternehmensebene betrachtet, sind die einer Kooperation des freien Reifenfachhandels wie etwa point S oder Team Reifen Union angehörenden Händler mit knapp der Hälfte aller Marktteilnehmer der Branche die größte Gruppe. Die Anzahl ihrer Outlets macht rund zwei Fünftel der Betriebsstätten des Reifenhandels in Deutschland aus. Hinzu gesellen sich die verbliebenen fünf großen, ungebundenen Handelsunternehmen, die zusammen knapp zehn Prozent aller Betriebsstätten in Deutschland ihr eigen nennen. Ein knappes Prozent der Unternehmen sind im Großhandel tätig; gut ein Zehntel der Unternehmen, in deren Regie aber nur 6,5 Prozent der Betriebsstätten geführt werden, fällt unter *Sonstige", d.h. ist weder industriegebunden noch einer der hier genannten Gruppen des freien Reifenfachhandels zuzuordnen.

Dem freien Reifenfachhandel steht der vertragsgebundene Reifenfachhandel gegenüber, der sich zum einen aus Mitgliedsunternehmen der beiden industrienahen Kooperationen GD Handelssysteme (Goodyear/Dunlop) und First Stop (Bridgestone), zum anderen aus den industrieeigenen Filialketten Vergölst (Continental), Pneumobil (Pirelli) und Euromaster (Michelin) zusammen setzt. Insgesamt gehören dem vertragsgebundenen Reifenfachhandel fast 800 Unternehmen mit insgesamt 1.900 Betriebsstätten an. Von dieser Gesamtzahl der Outlets führen die Hersteller wiederum rund 38 Prozent in ihren eigenen Filialnetzen, der Rest ist den genannten Kooperationssystemen der Industrie zuzurechnen.

Alle Vertriebsschienen des Reifenfachhandels im engeren Sinne hatten im vergangenen Jahr einen Distributionsanteil von gut 44 Prozent der an Verbraucher verkauften Pkw-Reifen. Den Rest des *Umsatzkuchens" teilen sich andere Marktteilnehmer. Die Konkurrenz ist groß, der Wettbewerb hart, doch der spezialisierte Reifenfachhandel konnte seine Marktstellung im Vergleich zum Vorjahr halten und besetzt nach wie vor die Schlüsselposition. Es folgt der Vertriebskanal Autohaus (markengebundene und freie Werkstätten) mit gut 35 Prozent. Mit einigem Abstand kommen danach Fachmärkt e (Pit Stop und ATU, 12 Prozent), Online-Absatz (4,8 Prozent) und Sonstige (Baumärkte, Tankstellen; knapp 4 Prozent).

Im Produktsegment Lkw sind konkurrierende Vertriebskanäle nach wie vor kein Thema: Hier ist der Reifenfachhandel mit 90 Prozent Distributionsanteil im Reifenersatzgeschäft seit Jahren unangefochten die Nummer Eins, der Rest der Lkw-Reifen wird im Ersatzgeschäft über den Vertriebskanal Autohaus verkauft.

Detailliertere Informationen über Markstruktur und Distribution in der Branche enthält die aktuelle BRV-Marktstrukturanalyse, die zum Preis von 150,- Euro zzgl. MwSt. beim Bonner Branchenfachverband erhältlich ist (für Mitgliedsunternehmen steht die Unterlage im internen Bereich der Homepage des Verbandes kostenlos zum Download zur Verfügung).

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