Freitag, 20. Januar 2017


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Krankenstand 2010: Keine Grippewelle, aber leichter Anstieg der Verletzungen - zweistellige Steigerungsrate bei psychischen Leiden

(lifePR) (Berlin, ) Keine Grippewelle, aber leichter Anstieg der Verletzungen - zweistellige Steigerungsrate bei psychischen Leiden Seit einigen Jahren steigen die Krankenstände wieder, nachdem im Jahr 2006 mit 12,4 Tagen die geringsten Krankentage seit 30 Jahren gemeldet wurden. Im Jahr 2009 lag der Krankenstand bei 4,0 Prozent, im Vorjahr waren es nach den BKK Krankenstandserhebungen 3,9 Prozent (2007: 3,8 Prozent). Für das gesamte Jahr 2009 ergeben sich daraus 14 Krankentage, 2008 fehlten die Arbeitnehmer krankheitsbedingt etwa einen halben Tag weniger (13,4 Tage).

Keine Grippewelle, mehr Verletzungen

Im Januar und Februar 2010 war der Krankenstand auf einem etwas niedrigeren Niveau als in den entsprechenden Vorjahresmonaten. Besonders auffällig ist der ungewöhnlich niedrige Anteil der Erkältungskrankheiten, die im Januar 2010 fast die Hälfte und im Februar etwa ein Viertel weniger Krankheitstage als im Vorjahr verursachten. Der BKK Gesundheitsreport wies zuletzt im Jahr 2005 einen merklich höheren Anteil an Atemwegserkrankungen durch eine "Grippewelle" aus: Der Anteil der Krankentage lag damals rund 2 Prozent höher als in den Jahren ohne ausgeprägte Winterinfektionen.

Allerdings sind zu Anfang des Jahres mehr Verletzungen zu verzeichnen:

Ihr Anteil an allen Krankentagen stieg im Vergleich zum Vorjahr (Januar und Februar) um 2 Prozent. In großen Städten wie Hamburg (+ 5,4 Prozent im Januar und Februar), Bremen (+ 6,2 Prozent) und Berlin (+ 3,8 Prozent) fallen hohe Steigerungsraten bei Verletzungen auf. Bei den Bundesländern sind für Schleswig-Holstein (+ 3,4 Prozent), Mecklenburg- Vorpommern (+ 3,2 Prozent) und Niedersachsen (+ 2,8 Prozent) stärkere Zunahmen der Verletzungen als im Bundesschnitt zu verzeichnen, was zu einem guten Teil auf Glatteisunfälle zurückzuführen sein dürfte.

Steigerungsraten bei psychischen Leiden im zweistelligen Bereich

Die nach wie vor gravierendsten Steigerungsraten sind indes weiterhin bei psychischen Leiden zu verzeichnen: Für die ersten beiden Monate 2010 lag die Steigerungsrate bei rund 11 Prozent. Mittlerweile ist jede zehnte Krankschreibung auf psychische Diagnosen zurückzuführen. Vor rund 30 Jahren machten diese Diagnosen gerade einmal 2 Prozent aller Krankentage aus.

Psychische Erkrankungen sind sehr langwierig: Mit 33 Krankheitstagen je Fall liegen sie weit über den durchschnittlichen Falldauern. Im Vergleich dazu: Herz-Kreislaufkrankheiten (19 Tage) und Rückenleiden (20 Tage).

Service für Journalisten unter www.bkk.de.

Detailliertes Datenmaterial gibt es im BKK Gesundheitsreport 2009 "Gesundheit in Zeiten der Krise". Dies ist der 33. Band des seit 1976 veröffentlichten Reports. Darin hat der BKK Bundesverband die gesundheitlichen Befunde von jedem vierten sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in Deutschland erfasst und analysiert; im Jahr 2008 waren dies 6,5 von 27,5 Millionen Arbeitnehmern.

Häufigste Krankheitsursachen

Auf Muskel- und Skeletterkrankungen gehen mit 26 Prozent die meisten Krankentage zurück, gefolgt von Atemwegserkrankungen mit 16 Prozent. An dritter Stelle folgen Verletzungen (14 Prozent). Psychische Erkrankungen sind mit 10 Prozent aller Krankentage die viert wichtigste Krankheitsgruppe.

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