Dienstag, 06. Dezember 2016


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BayernLB mit gutem Kundengeschäft - Fortschritte bei der Transformation

(lifePR) (München, ) .
- Bereinigtes operatives Ergebnis in Höhe von 885 Mio. Euro
- Konzernergebnis mit -2.619 Mio. Euro deutlich von HGAA geprägt
- Kernkapitalquote erreicht 10,9 Prozent
- Hohe Zielerreichung beim Abbau von Risikoaktiva und Kosten
- Kreditvolumen für Mittelstand in Deutschland bei 45 Mrd. Euro
- Positives Ergebnis für 2010 angestrebt

Die BayernLB hat im Jahr 2009 trotz schwieriger weltwirtschaftlicher Rahmenbedingungen gute Ergebnisse im Kundengeschäft erzielt und gleichzeitig deutliche Fortschritte bei der Transformation der Bank gemacht. Das operative Ergebnis belief sich bereinigt um erfolgswirksame Effekte durch die Hypo Group Alpe Adria (HGAA) auf 885 Mio. Euro. Dazu trugen alle Geschäftseinheiten, eine erhebliche Reduzierung des Verwaltungsaufwandes und die Entspannung an den Finanzmärkten bei. Die operativen Erfolge konnten allerdings die erheblichen Aufwendungen im Zusammenhang mit der zum 30. Dezember 2009 entkonsolidierten HGAA nicht kompensieren. Die BayernLB Gruppe weist deshalb für das vergangene Jahr ein operatives Ergebnis in Höhe von -2.404 Mio. Euro (Vorjahr: -5.017 Mio. Euro) aus. Das Konzernergebnis nach Steuern betrug -2.619 Mio. Euro, nach -5.079 Mio. Euro im Jahr 2008. Darin ist ein Restrukturierungsaufwand in Höhe von 361 Mio. Euro berücksichtigt. Die Kernkapitalquote der BayernLB lag zum 31. Dezember 2009 bei stabilen 10,9 Prozent. Die Leverage Ratio, also das Verhältnis von Bilanzsumme zu Eigenmitteln, entwickelte sich positiv und verbesserte sich im Vergleich zum Vorjahr von 38 auf 24.

Die direkten und indirekten Belastungen durch die HGAA auf die Erfolgsrechnung der BayernLB beliefen sich auf rund 3,3 Mrd. Euro. Hierin enthalten ist der negative Ergebnisbeitrag aus dem operativen Geschäft der HGAA in Höhe von rund 1,4 Mrd. Euro, der im Wesentlichen aus der hohen Kreditrisikovorsorge resultiert. Durch die außerordentlichen Abschreibungen auf den Firmenwert und die Kundenbeziehungen im Zuge der Anteilsabgabe an die Republik Österreich fiel außerdem ein negativer Entkonsolidierungseffekt in Höhe von 1,1 Mrd. Euro an. Hinzu kam der mit dem neuen Eigentümer vereinbarte Forderungsverzicht in Höhe von 825 Mio. Euro.

Hohe Zielerreichung bei der Restrukturierung und Neuausrichtung

Deutliche Fortschritte erzielte die BayernLB bei der Anfang 2009 eingeleiteten Neuausrichtung ihres Geschäftsmodells. Der im Rahmen des Restrukturierungskonzeptes "Herkules" geplante Abbau der Risikoaktiva um 70 Mrd. Euro bis zum Jahr 2013 konnte im vergangenen Jahr zu rund 80 Prozent (56 Mrd. Euro) umgesetzt werden. Zur Optimierung des Risikoprofils trugen unter anderem die Entkonsolidierung der HGAA und der aktive Abbau von Nicht-Kernaktivitäten bei. Auch bei der Senkung des Kostenniveaus war die Bank erfolgreich: Von der vorgesehenen Reduzierung des Verwaltungsaufwandes um 700 Mio. Euro bis zum Jahr 2013 wurden 495 Mio. Euro und damit rund 70 Prozent bereits realisiert. Der angekündigte Abbau von 1.000 Mitarbeiterkapazitäten in der Kernbank konnte zu 90 Prozent vollzogen beziehungsweise vertraglich fixiert werden.

Die Fokussierung und Transformation der BayernLB zeigt sich auch in der Straffung des internationalen Netzwerkes. Mit Tokio, Peking, Mumbai und Montreal wurden vergangenes Jahr vier Auslandsstützpunkte geschlossen. Die Schließung und Redimensionierung weiterer, peripherer Stützpunkte außerhalb Deutschlands wurde fixiert. Darüber hinaus hat die BayernLB die Bereinigung ihres Beteiligungsportfolios eingeleitet. Neben der Trennung von der HGAA gab die BayernLB ihre Anteile an der LB Swiss ab und vereinbarte die Abgabe der Mehrheit an der SaarLB. Zusätzlich wurden einige kleinere Beteiligungen veräußert.

Stefan Ermisch, Stellvertretender Vorsitzender des Vorstandes der BayernLB: "Das Jahr 2009 war für die BayernLB das Jahr der Restrukturierung und Neuausrichtung. Der Spagat zwischen grundlegendem Umbau und noch intensiverer Kundenbetreuung ist uns gelungen. Die BayernLB erzielte im operativen Geschäft deutliche Fortschritte durch die Rückbesinnung auf ihre Stärken. Zugleich haben wir unser Transformationsprogramm Herkules konsequent umgesetzt. Wir haben die Risiken reduziert, Strukturen verschlankt und uns von Geschäftsaktivitäten getrennt, die nicht mehr zu unserer neu justierten Strategie passen. Unserer Zielausrichtung sind wir im vergangenen Jahr deutlich näher gekommen."

Ausgewogene und auf Kernmärkte fokussierte Ertragsbasis

Die BayernLB erwirtschaftete im vergangenen Jahr ohne die HGAA Bruttoerträge in Höhe von 3.436 Mio. Euro. Ein Drittel davon resultierte aus dem Segment "Mittelstand & Privatkunden", ein Fünftel aus "Corporates & Markets". Die verbleibenden Erträge verteilen sich auf "Immobilien / Sparkassen & Öffentliche Hand", die "Restructuring Unit" und "Osteuropa". Regional betrachtet erzielte die BayernLB rund 80 Prozent der Bruttoerträge in Deutschland. Der verbleibende Anteil entfiel vor allem auf Europa. Damit verfügt die Bank über eine ausgewogene und auf ihre Kernmärkte fokussierte Ertragsstruktur.

Der Zinsüberschuss im BayernLB-Konzern blieb im vergangenen Geschäftsjahr mit 2.561 Mio. Euro nahezu konstant (Vorjahr: 2.670 Mio. Euro). Hohe Kosten der Liquiditätsbevorratung bei der BayernLB konnten unter anderem durch gestiegene Erträge im Kundengeschäft und höhere Zinsergebnisse bei einigen Töchtern kompensiert werden.

Die Nettozuführung zur Risikovorsorge im Kreditgeschäft betrug 3.277 Mio. Euro (Vorjahr: -1.656 Mio. Euro). Rund zwei Drittel hiervon entfielen auf die HGAA. Davon stehen 525 Mio. Euro im Zusammenhang mit dem vereinbarten Forderungsverzicht. Die Risikovorsorge der BayernLB-Kernbank selbst entwickelte sich trotz des rezessiven wirtschaftlichen Umfelds unauffällig und ging im Vorjahresvergleich um mehr als 200 Mio. Euro zurück.

Der Provisionsüberschuss erreichte 434 Mio. Euro. Insbesondere durch rückläufige Provisionen im Kreditgeschäft der Kernbank, aber auch durch die an den Sonderfonds Finanzmarktstabilisierung (SoFFin) zu leistenden Gebühren in Höhe von 53 Mio. Euro hat sich das Provisionsergebnis um 25,7 Prozent reduziert. Nach erfolgreichen Eigenemissionen am Kapitalmarkt gab die BayernLB im Oktober 2009 den ungenutzten SoFFin-Garantierahmen in Höhe von zehn Mrd. Euro vorzeitig zurück und konnte damit den diesbezüglichen Provisionsaufwand verringern.

Das Ergebnis aus der Fair Value-Bewertung inklusive Ergebnis aus Sicherungsgeschäften belief sich auf 985 Mio. Euro (Vorjahr: -2.212 Mio. Euro). Hiervon entfielen 998 Mio. Euro auf das Handelsergebnis (Vorjahr: -1.903 Mio. Euro) und -111 Mio. Euro auf das Ergebnis aus der Fair Value Option (Vorjahr: -173 Mio. Euro). Handelsgeschäfte sowohl in Cash- als auch in derivativen Zinsprodukten haben das Ergebnis positiv beeinflusst. Bei einem im Vergleich zum Vorjahr günstigeren Marktumfeld konnten zudem nennenswerte Zuschreibungen und Gewinnrealisierungen beim planmäßigen Bestandsabbau in den Credit Portfolios erzielt werden.

Das Ergebnis aus Finanzanlagen in Höhe von -1.444 Mio. Euro ist maßgeblich durch die HGAA beeinflusst (Vorjahr: -1.943). Im Rahmen der Entkonsolidierung waren außerordentliche Abschreibungen auf den bilanzierten Firmenwert und auf aktivierte Kundenbeziehungen vorzunehmen. Ferner wurde im Ergebnis aus Finanzanlagen auch ein Teil des Forderungsverzichts (300 Mio. Euro) gebucht.

Kostenbasis deutlich reduziert

Der Verwaltungsaufwand konnte um 495 Mio. Euro auf 2.125 Mio. Euro gesenkt werden. Ursächlich hierfür waren unter anderem die erreichten Fortschritte im Rahmen des Restrukturierungsprojektes Herkules. Der Personalaufwand wurde um 143 Mio. Euro beziehungsweise 13,4 Prozent auf 926 Mio. Euro zurückgeführt. Hierzu haben sowohl der Personalabbau, die umgestellte Altersversorgung als auch der Verzicht auf Rückstellungsbildungen für freiwillige variable Vergütungen bei der Bank beigetragen.

Für Personalabbaumaßnahmen durch Umstrukturierungen wurden 2009 Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 361 Mio. Euro gebucht (Vorjahr: 87 Mio. Euro). Diese Aufwendungen betreffen primär die BayernLB-Kernbank.

Bilanzvolumen und Risikoaktiva erheblich abgebaut

Die Bilanzsumme des BayernLB-Konzerns hat sich um nahezu ein Fünftel von 421,5 Mrd. Euro auf 338,8 Mrd. Euro reduziert. Von diesem Rückgang in Höhe von 82,6 Mrd. Euro entfielen mit 44,7 Mrd. Euro rund die Hälfte auf die HGAA. Zudem trieb die BayernLB den planmäßigen Abbau des Geschäftsvolumens voran und trug damit zur Senkung des Bilanzvolumens bei. Die risikogewichteten Aktiva wurden um rund 56 Mrd. Euro auf 116,8 Mrd. Euro erheblich vermindert.

Trotz des strategiekonformen Geschäftsabbaus konnten die Forderungen an inländische Kunden leicht gesteigert werden. Unter Berücksichtigung der Entkonsolidierung der HGAA stiegen diese um 0,4 Prozent auf 105,2 Mrd. Euro. Die Forderungen an Kunden insgesamt sanken um 43,6 Mrd. Euro auf 159,0 Mrd. Euro. Der Großteil dieses Rückgangs entfällt auf die HGAA. Zudem wirkte sich die planmäßige Reduzierung der Auslandsaktivitäten der BayernLB aus.

Zum 31. Dezember 2009 waren 11.821 Mitarbeiter im BayernLB-Konzern tätig. Im Vergleich zum Vorjahr sank damit der Personalstand um 8.464 Mitarbeiter (41,7 Prozent). Der Großteil davon ist auf die Abgabe der HGAA-Anteile zurückzuführen. In der BayernLB reduzierte sich die Zahl der Mitarbeiter um 508 auf 4.472.

Zufriedenstellende Entwicklung in den Geschäftsfeldern

Die BayernLB hat im zurückliegenden Geschäftsjahr parallel zur Restrukturierung, die Kundenbetreuung weiter intensiviert und ein zufriedenstellendes, operatives Kundengeschäft erreicht.

So erzielte das Segment "Corporates & Markets" im vergangenen Jahr ein operatives Ergebnis von 477 Mio. Euro und steuerte damit einen wesentlichen positiven Beitrag zum Konzernergebnis bei. Die Eigenkapitalrendite des Segments erreichte 11,2 Prozent, die Cost-Income-Ratio lag bei 38,8 Prozent. Beigetragen haben hierzu insbesondere profitables Neugeschäft im Bereich Corporates sowie die kundenorientierten Produkte und Dienstleistungen im Bereich Markets

Das Segment "Immobilien / Öffentliche Hand & Sparkassen" erreichte ein operatives Ergebnis in Höhe von 166 Mio. Euro. Die Eigenkapitalrendite betrug 15,3 Prozent, die Cost-Income-Ratio verbesserte sich aufgrund eines deutlich niedrigeren Verwaltungsaufwandes auf 42,8 Prozent. Die BayernLabo lieferte wie in den Vorjahren einen soliden Ergebnisbeitrag.

Das neu zugeschnittene Segment "Mittelstand & Privatkunden" hat mit einem operativen Ergebnis von 232 Mio. Euro abgeschlossen. Sowohl die Eigenkapitalrendite (5,4 Prozent) als auch die Cost-Income-Ratio (54,4 Prozent) konnten deutlich verbessert werden. Die in diesem Segment gebündelten Tochtergesellschaften DKB, LBLux und SaarLB sowie die LBS Bayern trugen wesentlich zum Segmentergebnis bei. In dem im Ausbau befindlichen Mittelstandsgeschäft der BayernLB-Kernbank konnten wichtige Vertriebserfolge erzielt werden. Die Summe der ausgereichten Kredite stieg um 7 Prozent auf 15 Mrd. Euro. Damit belief sich das von der BayernLB-Kernbank und der DKB bereitgestellte Kreditvolumen für mittelständische Unternehmen in Deutschland auf insgesamt mehr als 45 Mrd. Euro. Damit gehört die BayernLB zu den wichtigen Unternehmensfinanzierern.

Das operative Ergebnis des Segments "Osteuropa" (-3.436 Mio. Euro) ist von der Entkonsolidierung der HGAA geprägt. Der Geschäftsverlauf bei der MKB entwickelte sich trotz einer gestiegenen Risikovorsorge im Kreditgeschäft zufriedenstellend.

Das neu gegründete Segment "Restructuring Unit" (RU) konnte nennenswerte Fortschritte bei der kontrollierten Rückführung der Nicht-Kernaktivitäten erzielen. Die risikogewichteten Aktiva (RWA) der Abbau-Portfolios wurden von 33,9 Mrd. Euro auf 19,9 Mrd. Euro reduziert. Das nominelle Gesamtvolumen ging seit der Gründung der RU von 95,7 auf 56,3 Mrd. Euro zurück. Das Jahr 2009 wurde mit einem positiven operativen Ergebnis von 147 Mio. Euro und einer Eigenkapitalrendite von 3,1 Prozent abgeschlossen. Ursächlich hierfür ist der positive Beitrag aus dem Investmentportfolio, der aus der Abschirmlösung durch den Freistaat Bayern sowie aus sonstigen Wertaufholungseffekten und Gewinnrealisierungen resultiert.

Positives Jahresergebnis angestrebt

Die BayernLB hat mit den erfolgreich eingeleiteten Restrukturierungsmaßnahmen im vergangenen Jahr die Basis für eine positive Geschäftsentwicklung geschaffen. Den Umbau setzt die Bank 2010 mit Nachdruck fort. Ziel ist es, die Effizienz im Konzern weiter zu steigern und das fokussierte Geschäftsmodell konsequent umzusetzen. Mit schlankeren Strukturen und einem nachhaltigen Risikoprofil fokussiert sich die BayernLB auf ausgewählte Kundengruppen in ihren Kernmärkten. Mit dieser Ausrichtung antizipiert die BayernLB die zu erwartenden Vorgaben der EU-Kommission. Mit der abschließenden Entscheidung der EU-Kommission im laufenden Beihilfeverfahren wird im ersten Halbjahr 2010 gerechnet.

Parallel zur Neuausrichtung wird die BayernLB im laufenden Jahr ihre Aktivitäten im Kundengeschäft weiter vorantreiben und ihrer Verantwortung bei der Finanzierung der Wirtschaft in Bayern und Deutschland gerecht werden. Die Bank plant unter anderem ihre Marktposition im Mittelstandsgeschäft weiter auszubauen und ihr Engagement in Branchen der Umwelttechnologie zu intensivieren.

Die ersten beiden Monate des Jahres 2010 sind für die BayernLB operativ zufriedenstellend verlaufen. Gleichwohl bleiben die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen volatil und schwierig zu prognostizieren. Sollte sich die moderate Erholung der Realwirtschaft wie erwartet fortsetzen und die Situation an den Finanzmärkten stabil bleiben, strebt die BayernLB für das Gesamtjahr 2010 ein positives Ergebnis an.

Hinweis: Der vollständige Geschäftsbericht der BayernLB steht ab dem 30. April 2010 in deutsch und englisch im Internet unter www.bayernlb.de zur Verfügung

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