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Baukonjunktur in Südbaden gespalten: Weiter Aufwärtstrend im Wohnungs- und Wirtschaftsbau - Öffentlicher Bau stagniert
Bauwirtschaft Baden-Württemberg fordert zügige Umsetzung notwendiger Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen
Im Einzelnen bezeichnen im Ein- und Zweifamilienhausbau 34 Prozent der Unternehmen ihre Geschäftslage als gut, 43 Prozent als befriedigend und 23 Prozent als unbefriedigend. Im Mehrfamilienhausbau liegen die entsprechenden Anteile bei 28 Prozent, 41 Prozent bzw. 31 Prozent, im Wirtschaftsbau bei 27 Prozent, 68 Prozent bzw. 5 Prozent.
Aufgrund der Sparzwänge bei Bund, Land und Gemeinden stellt sich die Lage im öffentlichen Bau insgesamt ungünstiger dar und hat sich im Vergleich zum Vorjahr nur unwesentlich verändert. So melden im öffentlichen Hochbau 54 Prozent der Firmen eine unbefriedigende Geschäftssituation - im Straßenbau liegt dieser Anteil bei 48 Prozent. Lediglich im Tiefbau bewertet eine deutliche Mehrzahl der Betriebe (77 Prozent) die Lage als gut oder befriedigend. In der Sparte Straßenbau ist die relativ verhaltene Entwicklung auch durch die Verkehrspolitik der grün-roten Landesregierung verursacht, die zu Verzögerungen bei der Umsetzung von Projekten führt.
Der Wettbewerb am Baumarkt hat sich etwas entspannt, nach wie vor hat jedoch die Mehrzahl der Bauunternehmen mit harten Konkurrenzbedingungen zu kämpfen. Viele Betriebe klagen darüber hinaus über die schlechte Zahlungsmoral der Auftraggeber sowie über VOB-Verletzungen.
Angesichts der alles in allem günstigen Baukonjunktur beabsichtigen 13 Prozent der Firmen, neue Mitarbeiter einzustellen. Gleichzeitig verzeichnen 65 Prozent der Betriebe einen Fachkräftemangel. 21 Prozent geben an, dass verstärkt Arbeitskräfte abgeworben werden. Nach wie vor ist die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen hoch: Im März 2012 gab es in der südbadischen Bauwirtschaft rund 240 freie Ausbildungsplätze.
Was die Erwartungen für die nächsten Monate angeht, so herrscht in der südbadischen Baubranche überwiegend Optimismus: 26 Prozent der Betriebe rechnen mit einer guten, 68 Prozent mit einer befriedigenden und nur 6 Prozent mit einer schlechten Entwicklung.
Um die Situation in der Sparte Straßenbau zu verbessern, fordert die Bauwirtschaft Baden-Württemberg die Landesregierung eindringlich auf, den für die Volkswirtschaft wichtigen Verkehrsträger Straße nicht zu vernachlässigen und die notwendigen Investitionen sowohl im Bereich Neu- und Ausbau als auch im Erhalt der bestehenden Straßen zeitgerecht umzusetzen. Aufgrund der Sparpolitik der vergangenen Jahre ist im Verkehrswegebau ein gewaltiges Investitionsdefizit aufgelaufen. Durch die Verzögerung von Ausschreibungen sowie von Planungsmaßnahmen, wie sie von der Landesregierung derzeit betrieben wird, droht eine weitere Verschlechterung des allgemeinen Straßenzustands sowie die Verschleppung wichtiger Neu- und Ausbaumaßnahmen. Um den Wirtschaftsstandort Baden-Württemberg langfristig zu sichern, ist in der Verkehrspolitik dringend ein Umdenken erforderlich.
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