Dienstag, 06. Dezember 2016


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Faire und wissensbasierte Diskussion zum Glyphosat dringend notwendig!

(lifePR) (Neubrandenburg, ) Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern fordert angesichts der aktuellen Debatte um das Pflanzenschutzmittel Glyphosat eine faire und wissensbasierte Diskussion. Welche Folgen die Anwendung von Glyphosat auf Mensch und Umwelt haben, muss in repräsentativen Studien erforscht werden. Es könne nicht sein, dass die Bevölkerung anhand von Stichproben, wie sie jetzt die Grünen vorgelegt haben, verunsichert werden, so Präsident Rainer Tietböhl.

Die Partei Die Grünen haben ein Labor beauftragt, Milch- und Urinproben von 16 stillenden Müttern in unterschiedlichen Bundesländern zu untersuchen. Dabei seien Glyphosat-Mengen zwischen 0,21 und 0,432 Nanogramm pro Milliliter gefunden worden.

"Ich kann verstehen, dass die Menschen aufgrund solcher Meldungen, die heute viele Medien aufgegriffen haben, beunruhigt sind und glauben, dass Glyphosat ein schreckliches Gift ist", so Rainer Tietböhl. "Diese Untersuchung ist aber nicht repräsentativ und damit auch nicht wissenschaftlich relevant." Als "fahrlässig" bezeichnet Präsident Tietböhl die Vorgehensweise der Grünen. "Die Partei hat Landwirtschaft als ihr Thema ausgemacht und zieht alle Register, um auf Stimmenfang zu gehen und die aktuelle, turnusgemäße Neubewertung des Wirkstoffes in der EU zu konterkarieren", kritisiert er.

Auf EU-Ebene findet momentan die Neubewertung des Wirkstoffes Glyphosat als Grundlage für seine weitere Zulassung statt. Alle zugelassenen Wirkstoffe unterliegen einer fortlaufenden Überwachung. Eine Entscheidung wird Ende des Jahres getroffen. Für die erneute gesundheitliche Bewertung hat das zuständige Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) mehr als 150 neue toxikologische Studien und über 900 neu in wissenschaftlichen Zeitschriften veröffentlichte Studien geprüft und ausgewertet. Die Analyse der zahlreichen Dokumente ergab keine Hinweise auf krebserzeugende, reproduktions- oder fruchtschädigende Wirkung von Glyphosat bei Versuchstieren.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung (IARC) der Weltgesundheitsorganisation hat den Wirkstoff Glyphosat im Frühjahr als wahrscheinlich krebserzeugend eingestuft. Tatsächlich krebserregend sind laut der Krebsforschungsagentur Holzstaub, Tabakrauch und Alkohol. Die Entscheidung des IARC zum Glyphosat kann das BfR noch nicht beurteilen, da die Studie noch nicht vollständig vorliegt. Das BfR wird die vorgenommene Einstufung des IARC nach Erscheinen der Studie im August 2015 gründlich prüfen.

"Solange aber keine belastbaren Ergebnisse vorliegen, sollte vor Panikmache abgesehen werden", sagt Präsident Tietböhl.

Glyphosat wird zur Verhinderung von unerwünschtem Pflanzenwuchs im Ackerbau verwendet, insbesondere bei pflugloser, bodenschonender Bewirtschaftung. Glyphosat hemmt ein Enzym, das in Pflanzen für die Biosynthese notwendig ist. Dieses Enzym kommt bei Menschen und Tieren nicht vor.

Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern plädiert für einen verantwortungsvollen Umgang mit diesem Wirkstoff, um die gesellschaftliche Diskussion zum Glyphosat zu entschärfen. Einsparungen in manchen Einsatzbereichen sind möglich. Aus Sicht der Landwirtschaft ist das Mittel aber unverzichtbar. Denn es gibt keine schonendere Alternative zum Glyphosat. Es trägt zudem maßgeblich zur Sicherung der Erträge und Qualitäten der Ackerkulturen bei.

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