Mittwoch, 19. Juni 2013


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Zitat der Woche: Zur Restrukturierung des Bankensektors

(lifePR) (Frankfurt am Main, ) "Im Ergebnis führte der Abbau des japanischen Bankensektors ab Mitte der neunziger Jahre zehn Jahre lang zu rückläufigen Zuwachsraten im Kreditgeschäft", so Chris Iggo, CIO Fixed Income bei AXA Investment Managers. "In Großbritannien stagniert das Darlehensgeschäft von Banken und Bausparkassen seit dem zweiten Halbjahr 2010 im negativen Bereich und im Euroraum mehren sich in jüngster Zeit die Anzeichen, dass es wohl binnen eines Jahres zu einem Einbruch bei der Kreditvergabe der Banken kommen wird. Durch diese strukturell bedingte Schrumpfung der Bankbilanzen verliert das geldpolitische Instrumentarium, relativ gesehen, seine Schlagkraft. Zwar könnte die quantitative Lockerung den Marktzins immer weiter nach unten treiben, doch die niedrigen Zinsen erreichen weder den Verbraucher noch beleben sie das Kreditwachstum. Man schaue sich nur die Hypothekenzinsen in Großbritannien an: Die Rendite zweijähriger Gilts liegt bei 58 Basispunkten, während sich der Zweijahres-Swapspread auf 65 Basispunkte beläuft. Damit pendelt der Referenzzinssatz für festverzinsliche zweijährige Hypotheken - ohne Spread für die Kreditinstitute - um 1,25 Prozent. Ein kurzer Blick auf eine Website, die die Sätze für festverzinsliche Hypotheken mit zweijähriger Laufzeit einander gegenüberstellt, offenbart eine Bandbreite von drei bis 4,2 Prozent. Im Laufe des vergangenen Jahres sind diese Sätze sogar gestiegen, die Marktzinsen dagegen gefallen. Sollte das Kreditwachstum wegen der Restrukturierung des Bankensektors weiter unter Druck stehen, dürfte auch die Geldpolitik auf lange Sicht äußerst expansiv bleiben. Ein solches Umfeld begünstigt Anleihen. Aktientitel werden sich dagegen schwertun, solange das Wachstum schwächelt. Die bisherige Entwicklung des Bondmarktes in diesem Jahr zeigt, wie robust Rentenwerte als Anlageform sind. Trotz eines schwierigen Umfelds und anhaltender signifikanter Risiken haben Anleger bislang vom Engagement in den Sektoren "Credit" und "High Yield" profitieren können. Staatsanleihen werfen nur geringe Erträge ab. Das wird sich wegen der niedrigen Renditen auch vorerst nicht ändern. Doch die bei Investment-Grade-Anleihen und Hochverzinslichen realisierbaren Carry bieten attraktive Erträge bei gleichzeitig begrenztem Ausfallrisiko. So haben Investment-Grade-Titel im bisherigen Jahresverlauf Renditen von insgesamt sieben Prozent abgeworfen, bei Hochverzinslichen liegt dieser Wert sogar etwas höher. Die Rekapitalisierung des Bankensektors und der Schuldenabbau in diesem Bereich werden sich fortsetzen und hängen maßgeblich vom weiteren Verlauf der Staatsschuldenkrise in Europa ab. Die Banken finanzieren die Regierungen an der Euro-Peripherie und sind im Hinblick auf die eigene Finanzierung weitgehend auf die EZB angewiesen. Diese Abhängigkeit wird sich erst dann aufbrechen lassen, wenn die Pläne für die europaweite Bankenaufsicht Gestalt angenommen haben und der European Stability Mechanism ("ESM") Banken direkt mit Kapital versorgen kann. Bis dahin müssen noch einige Hindernisse aus dem Weg geräumt und diverse Euro-Gipfel überstanden werden. Bis es soweit ist, empfiehlt sich die Investition in ein gut diversifiziertes Portfolio aus Rententiteln."


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