Dienstag, 06. Dezember 2016


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Die Krise ist nicht vorbei!

AK-Konjunktur-Prognose 2010

(lifePR) (Saarbrücken, ) Die Arbeitskammer warnt vor einem leichtfertigen Wachstumsoptimismus. "Nach dem rasanten Absturz der Konjunktur ist jetzt allenfalls die Talsohle erreicht. Die Lage auf dem saarländischen Arbeitsmarkt wird sich 2010 aber weiter drastisch verschärfen". So schätzt der Vorstandsvorsitzende der Arbeitskammer Hans Peter Kurtz die aktuelle Wirtschaftslage ein.

"Mehr Realismus" mahnt die Arbeitskammer bei der Analyse der aktuellen Konjunkturdaten an. Mit Hinweis auf die offizielle Statistik hebt die Arbeitskammer hervor:

1. Die Arbeitslosigkeit im Saarland ist im abgelaufenen Jahr rasant gestiegen: zuletzt um +10 Prozent auf 37.100. Für 2010 befürchtet die Arbeitskammer einen weiteren Anstieg auf bis zu 50.000 Arbeitslose. Ohne Maßnahmen der Arbeitsagenturen beträgt die Unterbeschäftigung im Saarland bereits heute schon offiziell 62.000.

2. Arbeitsplätze sind in großem Stil verloren gegangen: 6.000 Beschäftigte haben binnen Jahresfrist ihren Arbeitsplatz verloren - mit -1,7 Prozent mehr als in jedem anderen Bundesland. 2010 wird sich der Stellenabbau nach Einschätzung der Arbeitskammer weiter verschärfen (-8.000).

3. Die saarländische Wirtschaftsleistung ist im 1. Halbjahr 2009 um -10,1 Prozent eingebrochen. Auch wenn für das Gesamtjahr ein BIP-Rückgang von "nur" -6 Prozent herauskommt, liegt die Wertschöpfung selbst Ende 2012 (!) immer noch weit unter Vor-Krisen-Niveau.

4. Die Konjunkturaussichten für 2010 sind trotz aller euphorischen Meldungen sehr bescheiden: Die Auftragseingänge für die Saar-Industrie stabilisieren sich allenfalls auf niedrigem Niveau. Die Rückgänge gegenüber dem Vorjahr fielen nur langsam geringer aus - zuletzt "nur" noch -26 Prozent (Bund -21 Prozent).

"Wichtiger noch als diese Zahlen ist", so Hans Peter Kurtz, "dass die eigentlichen Ursachen der Weltwirtschaftskrise - trotz aller vollmundigen Ankündigungen - nahezu unverändert fortbestehen." Kurtz warnt deshalb: "Die Krise kann sich jederzeit wieder verschärfen."

Der AK-Vorstandsvorsitzende weist zur Begründung darauf hin, dass das "Casino" auf den Finanzmärkten längst wieder eröffnet worden ist - nachdem die Steuerzahler für die alten Schulden in Milliardenhöhe gebürgt und gezahlt haben. Auch sei in Deutschland die Binnennachfrage unverändert viel zu schwach. Von der dringend notwendigen Änderung der Schieflage in der Einkommens- und Vermögensverteilung werde heute kaum noch geredet. Im Gegenteil: Die aktuell beschlossenen Änderungen beschleunigten das Auseinanderdriften der Gesellschaft weiter.

Der Vorstandsvorsitzende der Arbeitskammer fordert deshalb eine zielgerichtete Politik, um eine Katastrophe auf dem Arbeitsmarkt weiterhin zu verhindern. Dazu werde die Wirtschaftsentwicklung allein nicht ausreichen. "Optimismus ist gut - blinde Euphorie schadet. Die Realität darf nicht ausgeblendet werden", so Hans Peter Kurtz.

Unbedingt notwendig sei eine stärkere Verbindung von kurz- und langfristigen Maßnahmen - auch in der Landespolitik. Das bedeute konkret, dass die Landesregierung endlich ein industriepolitisches Konzept auf den Tisch legen müsse, damit die Schlüsselindustrien des Saarlandes - Automobil, Energie, Stahl und Maschinenbau - die Chancen einer überfälligen ökologischen Neuorientierung besser nutzen können. Das heiße aber auch Fortsetzung von Qualifizierung in der Kurzarbeit, Altersteilzeit und die garantierte Übernahme von Auszubildenden. Schließlich seien in nächster Zeit - auch kleine und mittlere - Unternehmen und ihre Beschäftigten im Krisenfall auf staatliche Unterstützung angewiesen, z.B. durch einen öffentlichen Beteiligungsfonds, wenn eine langfristige Perspektive gegeben ist.

Ausführliche Analysen sind in der aktuellen Ausgabe des "arbeitnehmer" (Heft 8/2009) nachzulesen: www.arbeitnehmer-online.de/titelthema

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