Donnerstag, 08. Dezember 2016


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Waldbrände gefährden Existenz von Privatwaldbesitzern

Jeder zweite Waldbrand entsteht durch Vorsatz oder Fahrlässigkeit

(lifePR) (Berlin, ) Durch die von der Hitze verursachte Trockenheit steigt in vielen Gebieten Deutschlands die Waldbrandgefahr an. Verantwortlich für bedrohliche Brände ist aber nicht allein die Wetterlage. Ein Großteil der Brände geht auf das Konto von Brandstiftern und leichtsinnigen Waldbesuchern. Diese schaden nicht nur dem Wald und gefährden seine Besucher, sondern bedrohen auch die materielle Existenz vieler Privatwaldbesitzer. Ein achtlos weggeworfener Zigarettenstummel kann die Erwerbsgrundlage ganzer Familien vernichten. Dabei ist es einfach, Brände zu vermeiden oder aber im Brandfall das Schlimmste zu verhindern.

Die Statistik des Bundesministeriums für Landwirtschaft verzeichnet für das Vorjahr 429 Brände, die insgesamt eine Fläche von 120 Hektar zerstörten. Niedersachsen, Sachsen-Anhalt und insbesondere Brandenburg (117 Brände) waren dabei am stärksten betroffen. Ein hoher Prozentsatz der Brände geht dabei auf menschliches Verschulden, genauer gesagt auf Fahrlässigkeit (103 Brände) oder gar Vorsatz (84 Brände), zurück. Weil der Grund für mehr als 40 Prozent der Waldbrände im Dunkeln bleibt (176 Fälle), muss von zahlreichen weiteren Brandstiftungen ausgegangen werden, die Menschenleben gefährden und die Tier- und Pflanzenwelt zerstören.

Zündeln kann Waldbauernfamilien in den Ruin stürzen

Der Dachverband der Waldbesitzerverbände, AGDW - Die Waldeigentümer, weist darauf hin, dass der Wald kein herrenloses (und damit auch kein "gesetzloses") Land darstellt, sondern entweder dem Staat, den Kommunen oder aber - zu fast 50 Prozent - privaten Waldbesitzern gehört. Letztere sind im Schadensfalle ganz besonders betroffen. Zum einen finden mehr als ein Drittel aller Brände im Privatwald statt. Zum anderen bedeutet ein brennender Wald, der zuvor über Jahrzehnte mühsam aufgebaut wurde, ein bitteres Ende für die betroffenen Familienbetriebe.

Der Geschäftsführer der AGDW, Alexander Zeihe, sagt: "Viele Menschen halten den Wald anscheinend für besitzloses Land, in dem man keine Rücksicht auf den Eigentümer nehmen muss. Mit dieser bedenklichen Haltung gefährden sie die Existenz von Waldeigentümerfamilien, die vom Holz und anderen Forstprodukten leben. Sicherlich gäbe es weniger Waldbrände, wenn allgemein bekannt wäre, dass ein Wald nicht weniger besitzlos ist als ein Getreidefeld auf dem Land oder eine Immobilie in der Stadt."

Keinen Waldbrand riskieren: So geht's

Wer sich an folgende Regeln hält, riskiert keinen Waldbrand: Zum Beispiel, indem man Feuer zum Grillen nur an offiziellen, fest eingerichteten Feuerstellen entzündet und danach das Feuer ständig kontrolliert. Bei offenem Feuer außerhalb des Waldes hält man einen Mindestabstand von 100 Metern zum Waldrand ein. Und ganz wichtig: Zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober gilt bundesweit in allen Wäldern absolutes Rauchverbot.

Genauso wichtig wie die Prävention ist auch das richtige Verhalten, wenn man einen Brand im Wald entdeckt. Dann heißt es, sofort die Feuerwehr zu alarmieren. AGDW-Geschäftsführer Alexander Zeihe nennt die Punkte, die die Feuerwehr zur Einschätzung der Lage unbedingt wissen muss: "Nach dem 112-Wählen kommt es auf präzise Antworten auf vier Fragen an: Wo brennt es? Brennen Böden oder Bäume? Sind Menschen oder Gebäude in Gefahr? Von wo wird angerufen?" Ist die Feuerwehr an der Brandstelle angekommen, wird sie nach Möglichkeit auch von ortskundigem Forstpersonal unterstützt und begleitet.

AGDW - Die Waldeigentümer

AGDW - Die Waldeigentümer vertritt als Dachverband für 13 Landesverbände die Interessen der über zwei Millionen privaten und körperschaftlichen Waldbesitzer in Deutschland. Unser Denken und Handeln orientiert sich stets an den drei Säulen der Nachhaltigkeit: Ökonomie, Ökologie und Soziales. In diesem Sinne sehen wir in der verantwortungsvollen Nutzung des Waldes die Grundlage für dessen Schutz und Sicherung als Lebens- und Wirtschaftsraum. Der Verband ist Mitglied im Zentralverband der Europäischen Waldbesitzer (CEPF).

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