Freitag, 09. Dezember 2016


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Windhorst: Beim UKM-Transplantationszentrum gab es keine kriminellen Manipulationen

Organspende: Ergebnisse der Vorort-Prüfungen in 24 Lebertransplantationszentren

(lifePR) (Münster, ) Die Ergebnisse der Überprüfung aller 24 Lebertransplantationsprogramme in Deutschland liegen vor: In 20 Zentren wurden keine oder nur leichte Unregelmäßigkeiten festgestellt. In vier Zentren sieht die Prüfungskommission und Überwachungskommission in Berlin hingegen Richtlinienverstöße. Darunter auch das Universitätsklinikum Münster (UKM).

Der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. Theodor Windhorst, weist in diesem Zusammenhang darauf hin, das die Kommissionen in Münster - im Gegensatz zu drei anderen Zentren - keine Manipulationen gesehen wurden, es zu keinem Schaden von Menschen gekommen ist und dass keine kriminelle Energie vorlag. Alle Vorwürfe einer anonymen Anzeige seien durch die Kommissionen entkräftet worden. "Die Kommissionen haben erklärt, Münster ist anders einzuordnen als Göttingen, Regensburg oder München. Es hat in Münster keine Bereicherung oder Bevorzugung einer besonderen Klientel gegeben. Es ist auch kein gespendetes Organ verloren gegangen."

Nach Aussage von Windhorst sehen die Kommissionen in Münster "keine kriminelle Energie" wie in den anderen betroffenen Kliniken in Göttingen, Regensburg und München. Deshalb hätten die Kommissionen auch nicht die zuständige Staatsanwaltschaft eingebunden. Dies sei durch eine Selbstanzeige des UKM selbst geschehen. Vielmehr habe man festgestellt, dass das UKM anderen therapeutischen Wegen gefolgt sei als in den Richtlinien vorgegeben. Auch die gegen das UKM in der Vergangenheit erhobenen anonymen Vorwürfe hätten die Kommissionen nicht bestätigt gesehen. Windhorst: Es sei auch wichtig, die vorliegenden Richtlinien zur Organtransplantation aufzuarbeiten. Mit der Novellierung des Transplantationsgesetzes habe man das Bewusstsein für den Stellenwert einer Richtlinie konformen Arbeit geschärft. "Ich gehe davon aus, dass Prüfungen der Jahre 2012 und 2013 weniger Richtlinienverstöße ergeben."

Es sei wichtig, die Vorwürfe aus dem Bericht zu untersuchen und nun auch seitens der Ärztekammer umfassend zu klären. Sollten zu einem späteren Zeitpunkt staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen eingeleitet werden, müssten man diese zunächst abwarten. Danach würde die ÄKWL berufsrechtliche Maßnahmen einleiten.

In der Diskussion um Manipulationsvorwürfe und Richtlinienverstöße bei der Organspende sieht Kammerpräsident eine große Gefahr: "Die Spendebereitschaft ist im Keller. Wir haben schon viel Vertrauen verloren. Das müssen wir uns in der Bevölkerung durch die notwendige Aufarbeitung aller Vorfälle und durch die Möglichkeiten des novellierten TPG wieder zurückholen." Es gelte bei der Organvergabe weiterhin der medizinische Sachverstand im Hinblick auf die Verteilung der Organe nach den Prinzipien der medizinischen Notwendigkeit und des operativen Erfolges.

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