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Pressemitteilung BoxID: 15252 (Verkehrsclub Deutschland e.V.)
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Neue Zahlen belegen: Autohersteller halten Klima-Zusagen nicht ein / Deutschland in der EU auf Platz 20

2006: verschenktes Jahr für Klimaschutz bei Neuwagen

(lifePR) (Berlin, ) Die europäischen Autohersteller verfehlen ihre selbst gesteckten Klimaziele bei weitem. Das belegen neueste Zahlen über den CO2-Ausstoß aller in der EU im Jahr 2006 verkauften Neuwagen, die der Europäische Verband für Verkehr und Umwelt »Transport & Environment« (T&E) heute in Brüssel veröffentlicht hat. Danach stießen die von europäischen Herstellern in Europa verkauften Neufahrzeuge im Durchschnitt 160 Gramm CO2 pro Kilometer aus. Die Reduktion des Treibhausgases beträgt damit weniger als ein halbes Gramm gegenüber dem Vorjahr. Im EU-Vergleich landet Deutschland auf Platz 20 und steht damit besonders schlecht da. Hier stießen die Neuwagen durchschnittlich 172 g/km CO2 aus, nur rund ein Gramm weniger als im Vorjahr.

Hermann-Josef Vogt vom VCD-Bundesvorstand: „Der Verband der europäischen Autohersteller ACEA hat 1998 versprochen, den CO2-Ausstoß von Neuwagen bis 2008 auf durchschnittlich 140 Gramm pro Kilometer zu senken. Doch fast zehn Jahre ist nichts passiert. Statt auf intelligente Technik, vernünftige Motorisierung und kleinere Fahrzeuge zu setzen, verkaufen die Hersteller lieber neue Geländewagen, die reinsten Spritfresser. Da hilft nur eins: Die EU muss mit einem strikten CO2-Grenzwert von 120 Gramm ab 2012 eine klimafreundlichere Neuwagenflotte erzwingen.“

Während Portugal, Italien und Frankreich die ersten drei Plätze in der EU belegen, hinkt Deutschland beim Klimaschutz auf der Straße immer noch weit hinterher. Nach Analysen des Verkehrsclubs Deutschland e.V. (VCD) liegt das zum einen an der besonders durstigen Modellpalette deutscher Hersteller. Berechnungen des VCD zufolge stießen die von deutschen Autobauern 2006 in Deutschland verkauften Neuwagen im Mittel 177 g/km CO2 aus. Sie lagen damit sogar zehn Prozent über dem europäischen Schnitt. Zum anderen habe die Politik versäumt, auf nationaler Ebene die richtigen Anreize für sparsame Fahrzeuge zu schaffen.

Gerd Lottsiepen, verkehrspolitischer Sprecher des VCD: „Jahrelang angekündigt, aber von der Politik noch immer nicht umgesetzt, ist beispielsweise eine CO2-basierte Kfz-Steuer in Deutschland.

Wenn sie richtig gemacht ist, kann sie die Kaufentscheidung zugunsten klimaschonender Pkw beeinflussen. Auch bei der Dienstwagenbesteuerung gilt anders als in anderen EU-Ländern hierzulande immer noch die fatale Rechnung: je größer, desto besser. Ganz zu schweigen von dem fehlenden Tempolimit auf Autobahnen.“

Dabei sei mehr Klimaschutz schon unter heutigen Bedingungen machbar. Das habe der VCD erst jüngst mit seiner aktuellen Auto-Umweltliste gezeigt. Lottsiepen: „Wenn man die Top Ten der umweltfreundlichsten Familienautos betrachtet, sieht man, welcher Flottenverbrauch schon heute möglich ist: Sie stoßen im Durchschnitt gerade mal 127 g/km CO2 aus und liegen damit bereits jetzt weit unter dem für 2008 versprochenen Wert von 140 Gramm.“

Mehr Infos zur den europaweiten Zahlen bei T&E unter http://www.transportenvironment.eu