Konsumieren für die Altersvorsorge

Deutschlandrente bei Plus

Konsumieren für die Altersvorsorge
(lifePR) ( Berlin, )
Heute im Kaufrausch für die Rente von morgen. Kann das gutgehen? Die Anbieter der Deutschlandrente, die es ab heute bei Plus gibt, behaupten Ja. Finanztest hat genau hingeschaut.

Angebot
Die Lebensversicherer Arag, Rheinlandversicherung und Ontos bieten seit heute die sogenannte Deutschlandrente an. Das Produkt ist eine fondsgebundene Rentenversicherung. Dazu gibts - Bonität des Kunden vorausgesetzt - eine Kreditkarte. Das Angebot ist im Internet unter www.deutschlandrente.de erhältlich. Gegen eine Schutzgebühr lassen sich die Anmeldeunterlagen in den nächsten drei Wochen auch in den Filialen des Discounters Plus erwerben.

Der Mindestbeitrag beträgt 19,90 Euro im Monat. Darüber hinaus kann der Versicherte die Beitragshöhe frei wählen. Sonderzahlungen sind jederzeit möglich. Der Monatsbeitrag erhöht sich jährlich um mindestens 2 Euro. Diese Dynamik kann aber abgewählt werden.

Anlagestrategien
Der Kunde kann unter drei Anlagestrategien wählen. Die hauptsächlich beworbene Variante setzt auf einen einzigen Mischfonds, den UBS Global Allocation. Weil er noch keine fünf Jahre am Markt ist, gibt es dafür noch keine Finanztest-Bewertung. In der zweiten Variante wird das Geld im Laufe der Zeit von einem Aktienfonds über einen Renten- in einen Geldmarktfonds umgeschichtet. Bei der dritten Variante hat der Versicherte die Wahl unter mehr als 30 Fonds, von denen er bis zu 10 Fonds wählen kann. In der Fondsauswahl finden sich vier von Finanztest als stark überdurchschnittlich oder überdurchschnittlich eingestufte Fonds. Das sind die weltweit anlegenden Aktienfonds DWS Akkumula und Carmignac Investissement, der europaweit anlegenden Fidelity European Growth und der Mischfonds UniRak. Weitere Informationen zur Finanztest-Bewertung liefert der Fondsdauertest.

Originell: Wer bei den Partnern der Deutschlandrente wie Versandhäuser, Telefonanbieter, Mietwagenfirmen und Fluggesellschaften über das Internet einkauft, erhält Boni. Diese fließen auf das Rentenkonto: Rabattmarken für die Altersvorsorge. Eingebunden in das Paket ist eine Mastercard-Kreditkarte der Santander Consumer Bank. Ein halbes Prozent des Kartenumsatzes fließt ebenfalls aufs Rentenkonto.

Vorteil
Die Kreditkarte ist mit 5 Euro Jahresbeitrag vergleichsweise günstig. Der Anbieter gibt an, dass die Ausgabeaufschläge für die Fonds entfallen.

Nachteil
Fondsgebundene Rentenversicherungen sind teuer. Abschlusskosten, Vertriebs- und Verwaltungskosten, sowohl für den Versicherungsanteil als auch für die Fonds, nagen an der Rendite. Dazu zwei Beispiele:

- Rechenbeispiel 1: Ein 52-Jähriger, der ab 1. Mai monatlich den Mindestbeitrag von 19,90 Euro einzahlt, hat nach Angaben der Anbieter zum frühestmöglichen Rentenbeginn im Mai 2021 ein Kapital von 3 104,40 Euro angespart. Die garantierte monatliche Rente beträgt dann 10,99 Euro. Schlägt sich der Fonds gut, sind bis zu 14,58 Euro drin.
- Rechenbeispiel 2: Wer im Alter von 37 Jahren einsteigt und 30 Jahre lang 19,90 Euro einzahlt, kann mit einer Rente von 62,84 Euro rechnen. Aber nur dann, wenn die Fonds jedes Jahr um 8 Prozent zulegen. Grundsätzlich kann die Wertentwicklung von Fonds auf einen bestimmten Zeitpunkt hin nicht vorhergesehen werden.

Boni gibt es nur von den bislang rund 180 Partnern der Deutschlandrente. Der Versicherte lässt darüber möglicherweise sein Einkaufsverhalten steuern. Er kauft unter Umständen teurer ein, um sich einen Bonus zu sichern. In die Bonuszahlungen und den Beitrag durch die Kreditkartenabrechnung sollten Versicherte keine großen Erwartungen setzen: Um 9,90 Euro aufs Rentenkonto zu bekommen, müssen sie rund 2 000 Euro Umsatz mit der Kreditkarte tätigen.

Fazit
Die Deutschlandrente ist unter den fondsgebundenen Rentenversicherungen nur ein durchschnittliches Angebot (weitere Informationen dazu im Artikel Fondsgebundene Rentenversicherungen aus Finanztest 9/2007). Die Kreditkarte und das Bonusprogramm sind Marketinggags, aufgrund derer sich niemand für ein solches Produkt entscheiden sollte. Sparen für die Rente bedeutet nämlich Konsumverzicht. Jede andere Aussage ist Augenwischerei.
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