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Stadtteilzentrum F1. Oder: Wenn der Bollerwagen für Gesprächsstoff sorgt

(lifePR) (Berlin, )
Zur Stiftung Unionhilfswerk Berlin gehört ein bunter Strauß kleinerer und größerer Projekte, die alle einen gemeinsamen Nenner haben: Förderung von freiwilligem Engagement. Dass freiwilliges Engagement ein Geschenk für alle Seiten, ein Mutmacher in grauen Zeiten und oftmals einfach ein „Unterschiedmacher“ ist, das wissen wir bereits. In dieser Serie beleuchten wir die konkrete Arbeit unserer Stiftungs-Projekte: Woran arbeiten die Teams der Stadtteilzentren, Freiwilligenagenturen, Mentoringprojekte, des Freiwilligenmanagements und in der Selbsthilfe gerade? Welche Herausforderungen gibt es? Und welche besonderen Momente versüßen den Alltag unserer Kolleg*innen? Für diesen ersten Teil unserer Serie haben wir mit Marie Hosten gesprochen. Sie ist Beauftragte für das „F1 – dein Stadtteilzentrum im Kiez“ am Mehringplatz.

Kreuzberg Nord. Der Kiez ist durchaus herausfordernd: Der Sozialraum ist geprägt durch eine diverse Nachbarschaft mit den unterschiedlichsten Lebensgeschichten. Gleichzeitig ist die soziale Lage zahlreicher Bewohner*innen prekär. Das zeigen hohe Kinderarmut, Arbeitslosigkeit und Transferabhängigkeit seit Jahren. Ebenso lange engagieren sich viele Nachbar*innen, Initiativen und soziale Akteure für die Entwicklung ihres Kiezes.

Und Herausforderungen sind da, um sie anzunehmen. So setzt das Team des Stadtteilzentrums „F1 – dein Stadtteilzentrum im Kiez“ alles daran, die mit dem Bezirk verabredeten Ziele zu erreichen. Wenn nötig greifen die beiden Beauftragten, Clara Emmeluth-Schmoe (aktuell in Elternzeit) und Marie Hosten, auch mal zu unkonventionellen Methoden.

Aber von vorn: Was genau soll denn passieren rund um den Mehringplatz?

Seit Juni 2021 ist das Freiwilligenmanagement der Stiftung Uniohilfswerk Berlin damit beauftragt, ein offenes und inklusives Stadtteilzentrum in der Friedrichstraße 1 aufzubauen. Das F1 soll den Menschen im Kiez zur Verfügung stehen, soll Beratung, Begegnung und Unterstützung ermöglichen und nachbarschaftliches Miteinander fördern. Einladende, gut erreichbare und barrierefreie Räume sollen zur Verfügung gestellt werden.

Wichtig bei alldem: Die Angebote müssen „bedarfsgerecht“ sein, sich also vor allem nach den Interessen und Bedürfnissen der Nachbarinnen und Nachbarn richten.
Und damit sind wir auch schon bei einem Aspekt, der vermutlich die Grundlage bildet, um die Herausforderung zu meistern und ein gut besuchtes Nachbarschaftszentrum zu gestalten: Es gilt, herauszufinden, wer die Menschen im Kiez überhaupt sind und was sie wollen und brauchen. Genau hier setzt Marie Hosten an: Sie lernt die Menschen kennen und ermittelt deren Bedarfe.

Mit dem Bollerwagen los zum Kennenlernen

Und wie erfährt man immer noch am Besten, was jemand sich wünscht und was er oder sie braucht?
Natürlich – man spricht mit der Person.
Dafür packt Marie Hosten jeden Dienstag Tisch, Stühle, Plätzchen und Kaffee in einen Bollerwagen und zieht los, um im „Mobilen Café am Bauzaun“ mit den Menschen ins Gespräch zu kommen. Niedrigschwellig entsteht so ein wichtiger Austausch, sie kann das Projekt vorstellen, Kontakte knüpfen und Bedarfe ermitteln.

Und es zeigt sich wieder: Der Kiez hat nicht nur herausfordernde Strukturen. Es gibt viele engagierte Menschen, tolle Ideen und bunte Angebote. Neulich erst gab es Kontakt zu einem Anwohner, der ein „Erzähl-Café“ anbieten möchte.

„Diese Momente, die motivierenden Gespräche mit Akteur*innen und Anwohnenden, die viele tolle eigene Ideen mitbringen – die versüßen mir meinen Tag“, erfahren wir von Marie Hosten.

Sozialberatung ist ein wichtiges Thema ebenso wie Angebote gegen Einsamkeit. Geplant sind auch Projekte der Stadtteilmütter, bei denen Eltern aus dem Kiez andere Eltern unterstützen.

Vermittlungsarbeit im Haus wichtig

Neben dem Kennenlernen der Menschen und Verstehen ihrer Bedürfnisse geht es auch darum, Angebote zu filtern und zu prüfen, ob und wie diese umgesetzt werden können.
Welche Räume stehen im Haus noch zur Verfügung? Was kann im Garten oder im Innenhof stattfinden? Passen die neuen Ideen zu dem, was im Haus bereits angeboten wird? Denn einige Träger sind schon seit vielen Jahren vor Ort und halten beispielsweise Angebote für Menschen mit Migrationshintergrund, Menschen mit Behinderungen oder Familien mit arabischem Hintergrund vor. Gemeinsam mit diesen bereits ansässigen Projekten und Initiativen sollen die Unterstützungs- und Freizeitangebote entwickelt und weiterentwickelt werden.

Damit das Stadtteilzentrum gut angenommen wird, müssen sich alle damit wohlfühlen. Die Menschen, an die sich die Angebote richten. Aber auch die Menschen im Haus, die die Angebote machen. Da braucht es auch Netzwerk- und Vermittlungsarbeit.

Partizipation und Mitgestaltung

„Wir möchten die Menschen stärken und in ihrem Engagement unterstützen“ sagt Marie Hosten. „Wenn jemand eine gute Idee hat, wird sie oder er dabei unterstützt und begleitet, diese umzusetzen.“

Dieses Prinzip der Partizipation und Mitgestaltung trägt sicher dazu bei, dass im Kreuzberger Norden ein inklusives und offenes Stadtteilzentrum entstehen kann. Und das wiederum kann die Zufriedenheit der im Kiez lebenden Menschen steigern und ihnen ebenfalls das Leben in diesem schönen Berliner Bezirk ein wenig versüßen.

TIPP: Am 14. Mai gibt es ein großes Fest zur Eröffnung des Mehringplatzes. Auch diese Veranstaltung wird das Team nutzen, um das Stadtteilzentrum vorzustellen und mit den Menschen im Kiez ins Gespräch zu kommen. Schauen Sie gern mal vorbei!

Sprechzeiten des Büros: Mo-Do 10 bis 17.30 Uhr

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