Lucie Pückler Preis 2021 für Gartenarchitektinnen vergeben!

Der Siegergarten 2021 steht fest und wird auf der Landesgartenschau Eppingen zu bewundern sein

(lifePR) ( Unterschwaningen, )
Lucie Pückler Preis 2021  - die Siegerin steht fest!

Schloss Dennenlohe vergibt seit 2018 den internationalen Lucie Pückler Preis an Studentinnen und Architektinnen der Landschaftsarchitektur.

Lucie von Pückler-Muskau (1776-1854), „die grüne Fürstin“, lebte 15 Jahre auf Schloss Dennenlohe, bevor Sie Ihren Gartenfürsten heiratete. Um Ihren nicht unerheblichen Anteil am Gesamtgartenkünstlerischen Werk „Pückler“ zu würdigen wurde ein Preis an europäische Landschaftsarchitektinnen und Studentinnen der Landschaftsarchitektur ins Leben gerufen, bei dem alljährlich unterschiedliche Aufgabenstellungen umgesetzt werden müssen.

Der Paradiesvogel und das Mauerblümchen, diese Rollenverteilung wird dem Ehepaar Pückler zugeschrieben.
Er: gutaussehender Gartenkünstler, Bestsellerautor und Frauenheld.
Sie: neun Jahre älter, eher unattraktiv, darf seine Pflanzungen hüten und ihn in mütterlicher Liebe von Ferne bewundern, während er um die Welt tingelt.

Aber stimmt das wirklich? Neuere Forschungen und Briefe aus Branitz belegen, dass Lucie sehr wohl selbst eigene Gartenideen verwirklicht hat. Unter der Schirmherrschaft der Pückler Stiftung Branitz hat Baronin Süsskind mit Gräfin Pückler dabei einen internationalen Wettbewerb ins Leben gerufen.
Weibliche Gartenleistungen in einer männerdominierten Gartenwelt herauszuheben, ist damals - wie auch heute noch - eine wichtige Vorbildfunktion für nachfolgende Generationen. Lucie hat mit Rat und Tat auf Hermanns Schöpfungen Einfluss genommen, in Details, aber auch im Großen, dass es überhaupt einen Branitzer Pückler-Park gibt, ist ursächlich Verdienst der Fürstin.

2021 wird der neue Lucie Pückler Garten von Carla Sofia Santelmann auf der Landesgartenschau in Eppingen präsentiert.

Stauden sind ein bedeutender Bestandteil der Gestaltung, daher fördert die Gesellschaft der Staudenfreunde e.V. den Lucie Pückler Garten 2021 mit einem Betrag von 2.000 Euro.

Der Schlosspark Dennenlohe gibt den Stauden nach der Saison eine neue Heimat, da die Landesgartenschau rückgebaut werden muss.

Begründungen der Jury

Platz 1

Entwurf Nr. 250795 „Back to the roots“

Von Carla Sofia Santelmann, Studentin der Leibniz Universität Hannover
Die Kombination heimischer Wildstauden ausschließlich in kontrastierenden Blau-, Violett und Gelbtönen führt zu einem kraftvoll-befreienden Farbrausch. Intendiert als tatkräftige Reaktion auf die Erfahrungen mit der Pandemie, u.a. erlebte (Reise-)Beschränkungen, spielt das Farbschema an auf unser aller Sehnsucht nach einem Tag am Meer. Und siehe da, die Assoziation gelingt, die Sehnsucht kann gestillt werden! Die Umsetzung gelingt dabei so zupackend frisch und konsequent, wie sich die Jury die Namensgeberin des Preises vorstellt.

Die zweite Ebene des Entwurfs spiegelt, wie die Generation „Fridays for Future“ einschreitet und Lösungen aufzeigt. Angesichts drängender Fragen von Klimawandel und Artenschutz bietet die Verfasserin ein ausgeklügeltes, insektenfreundliches, trockenheitsresilientes Pflanzkonzept, das heimische Wildstauden ästhetisch gekonnt in Szene setzt. Bei der Pflanzenauswahl wurden alle Faktoren berücksichtigt (Duft, Bodenbeschaffenheiten, Insektenfreundlich, Pflegeaufwand usw.).

Die üppige Raumwirkung auf dem vorgegeben schmalen, verfügbaren Platz ist überwältigend. Der Entwurf weist eine starke Fernwirkung aus und besitzt eine spannende Nahwirkung. Er setzt außerdem vielfältige und lang andauernde Farbkontraste, die eine großzügige Wirkung erzielen. Der Pavillon ist spannungsvoll als Höhepunkt des Gartenstreifens zwischen den Bäumen platziert. Der Sichtschutz (sowohl am Zaun als auch als Abgrenzung zum hinteren Bereich) wurde wunderbar umgesetzt und die Holzhackschnitzel als Wegebelag sind kostengünstig und umweltfreundlich.
Besonders gefiel der Jury, daß dieser Entwurf mehr will, als bloß eine attraktive Staudenpflanzung für eine Gartenschau zu generieren. Ganz im Geist von Lucie erweist sich die Verfasserin als eine Weltverbesserin im besten Sinne. Sie reagiert auf die Forderungen ihrer Zeit und findet Lösungen ohne Sentiment oder didaktisch erhobenen Zeigefinger.

Pluspunkte gab es auch für die gelungene grafische Plandarstellung, ergänzt um zahlreiche Icons.

Platz 2 Entwurf Nr. 251077 „Der Himmel über der Provence“

Von Christine Augsburger, Studentin der Leibniz Universität Hannover
Getreu dem Motto „weniger ist mehr“ erfolgt eine selbst gewählte, ‚strenge‘ Beschränkung, die sich auf Agastachen als leitende Art konzentriert und für diesen duftenden Lippenblütler schwärmt. Das ist ein so ästhetisch wirksames wie originelles Experiment, geschmackvoll arrangiert und versehen mit einem poetisch-programmatischem Titel. Auch Frühjahrsblüher wurden konsequent bedacht, wobei die intensive Farbwirkung davon abhängig ist, daß die Pflanzen schon im ersten Jahr wirksam sind, was bei Agastachen nicht immer der Fall sein wird. Die interessanten Gelb- und Orangebänder fehlen etwas im Sommer. Die Sichtschutzvorgaben wurden eingehalten, jedoch erscheint die Wassergebundene Wegedecke recht kostenintensiv.

Der Ansatz ist qualitätvoll und richtig interessant – aber dennoch fehlte der Jury etwas. Vielleicht das Wagemutige, das Lucie, der Namensgeberin des Preises zugeschrieben wird. Auch die Platzierung des Pavillons - fast in der Mitte des Gartens - nimmt etwas die Spannung.
Weil die Raumwirkung auf diesem vorgegebenen schmalen Streifen möglicherweise etwas zu verhalten verbleibt - ein wenig wie ein Abteil in einem botanischen Garten – wurde die Planung von Christine Augsburger ein zweiter Platz.
Auch hier: Anerkennung für die Plandarstellung!

Platz 3 Entwurf Nr. 291023 „Sommernachtstraum“

Von Jasmin Laske, Studentin der Leibniz Universität Hannover
Minutiös durchdachte Planung einer Staudenpflanzung, die sich intensiv mit den Arten und Sorten auseinandersetzt. Das Farbkonzept empfindet dabei die Himmelstönungen auf dem Weg von der Abenddämmerung bis in die tiefste Nacht hinein nach. Das führt zu besonderem (Blüten-) Genuss dank beruhigendem Gedankenspiel und ist auch visuell reizvoll. Der optische Gesamteindruck aber entspricht dem romantischen Bild, das gute Staudenpflanzungen eigentlich immer abgeben. So schön die Metaphorik des Entwurfs im Aufgreifen von Abend- und Nachtstimmung angelegt ist und so überzeugend die Pflanzenzusammenstellung wirkt, es würde sich letztendlich so konsumieren wie ein schon oft erlebtes Staudenbeet. Daher ein sehr guter Platz drei.
Pluspunkte gab es für die gute Plandarstellung mit Schnitten und Aquarellen.

Anerkennung Entwurf 160397 „Venus“

Von Stephanie Metzger, Studentin der Ost Ostschweizer Fachhochschule, Standort Rapperswil
Für Entwurf 130597 wurde von der Jury eine Anerkennung ausgesprochen. Die Verfasserin hat sich intensiv mit den Zielen beschäftigt, die Problemstellung sehr gut ausgearbeitet und mit hoher zeichnerischer Qualität präsentiert. Der Höhenplan ist äußerst sinnvoll und die Planung weist ein sehr harmonisches, wenn gleich etwas einseitiges Farbklima auf. Die Wege sind sehr schmal und die Pflanzungen am Rand, würden bei 2 sich begegnenden Personen, zertreten – wobei die Wegeführung sehr Corona freundlich durchdacht ist.

Anerkennung Entwurf 130597

Von Dr.-Ing. Gabriele Möller, Natur-/Gartengestalterin
Für Entwurf 130597 wurde eine Anerkennung ausgesprochen. Es ist schön, daß die Einreichung stattfand, die Verfasserin hat sich mit den Zielen beschäftigt und mit ihren Mitteln Gestaltungsvorschläge umgesetzt, das ist zu honorieren. Allerdings fehlte der Jury die Artenbeschreibung und einige Pflanzen wurden nicht ihrem Standort gemäß geplant. Astilben zb. sollten nicht vollsonnig gepflanzt werden. Symphitum grandiflorum und Nepeta passen nicht unbedingt gut zueinander, auch Sedum, Nepeta und Astilben sind in sich im Lebensbereich nicht stimmig.
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