Dienstag, 22. August 2017


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Region Hannover informiert über Blaualgen

Vermehrtes Vorkommen am Steinhuder Meer

Hannover, (lifePR) - Sie haben ihren Namen eigentlich nicht verdient: Blaualgen  schimmern eher grünlich im Wasser, da sich das blaue Pigment der Cyanobakterien unter dem grünen Chlorophyll versteckt. Besonders bei den jetzt langanhaltenden warmen Temperaturen entwickeln sich die Algen in Gewässern und werden durch den Wind an die flachen Uferstellen getrieben. Aktuelle Messungen haben den Beginn des Aufkommens der Blaualgen im Steinhuder Meer gezeigt – je nach Wind und Wellen kann es in den nächsten Tagen in den Strand- und Badebereichen zu Ansammlungen von Blaualgen kommen. Es besteht jedoch noch kein Grund zur Badewarnung. Badende und besonders Eltern von Kleinkindern und Hundebesitzer sollten allerdings wachsam sein und die Verhaltenshinweise vor Ort beachten.

Das Verschlucken des Wassers bei Blaualgenansammlungen kann zu Übelkeit, Erbrechen oder Atemnot führen. „Vor allem Kinder sollten nicht in Bereichen mit vermehrtem Blaualgenaufkommen baden und dort vom Plantschen im Uferbereich absehen“, sagt Dr. Constanze Wasmus, Leiterin des Teams Allgemeiner Infektionsschutz und Umweltmedizin. Auch der Kontakt mit der Haut kann zu Reizungen führen.

Da sich auch außerhalb der Badestellen Blaualgen im Uferbereich konzentrieren können, weist die Region Hundebesitzerinnen und Hundebesitzer vorsorglich darauf hin, dass auch Hunde im Falle von Blaualgenansammlungen nicht baden und kein Wasser schlucken sollten.

Der Fachbereich Gesundheit der Region Hannover überwacht während der Badesaison vom 15. Mai bis zum 15. September 23 Seen in der Region. Entsprechende Schilder mit Verhaltensweisen sind an den Badestellen aufgestellt. Im vierwöchigen Rhythmus nehmen Hygieneinspektoren Proben, um das Wasser bakteriologisch auf zwei Keimarten – so genannten Intestinalen Enterokokken und Escherichia coli – zu untersuchen. Außerdem wird der See anhand der Sichttiefe auf das Vorkommen von Blaualgen geprüft.  Manche Arten der Blaualgen scheiden gesundheitsschädigende Stoffwechselprodukte aus, die zu allergischen oder toxisch bedingten Gesundheitsstörungen führen können. Kennzeichen für eine starke Blaualgenentwicklung sind eine bläulich-grünliche Trübung des Wassers, eine Sichttiefe von weniger als einem Meter und Schlierenbildung oder Aufrahmungen am Ufer. An welchen Uferbereichen sich Blaualgen konzentrieren, hängt im Wesentlichen von der Windrichtung ab. Das Aufkommen kann sich daher innerhalb kurzer Zeit ändern.

Fragen und Antworten zum Thema Blaualgen:

Was sind Blaualgen oder Cyanobakterien?

Wasserblüten, wie die auf den Bildern, bestehen aus so genannten Blaualgen. Die Bezeichnung Blaualgen ist allerdings trügerisch, weil Blaualgen Bakterien ähnlicher sind als Algen und selten blau aussehen. Meist versteckt sich ihr blaues Pigment unter dem grünen Chlorophyll-a. Cyanobakterien ist der korrekte Name für Blaualgen.

Woher kommen Cyanobakterien  in Seen?

Cyanobakterien sind in unseren Seen und Flüssen natürliche Teile der Lebensgemeinschaften. Vor allem in nährstoffreichen Gewässern kann es bei anhaltend warmem Wetter zu einem sehr starken Wachstum von Algen und Blaualgen („Blaualgenblüte“) kommen. Je nach Wetterlage können Cyanobakterien auch zur Oberfläche auftreiben und Schwimmteppiche und Aufrahmungen bilden, die der Wind am Ufer zusammentreiben kann. Das kann sehr schnell gehen und ist kaum vorhersagbar.

Wie gefährlich sind Cyanotoxine?

Giftige Cyanobakterien sind ein Gesundheitsrisiko, insbesondere wenn Wasser mit hohen Konzentrationen geschluckt wird oder in die Atemwege gelangt. Dies passiert am ehesten bei Wassersportarten mit intensivem Wasserkontakt, wie Wasserskifahren, Windsurfen, Tauchen und Kopfsprung, aber auch beim Segeln in stürmischem Wetter. Cyanobakterien können Übelkeit, Durchfall oder gar Entzündungen von Hals, Augen und Ohren hervorrufen. Eine Aufnahme von Cyanotoxinen durch die Haut ist unwahrscheinlich. Schwerwiegendere Folgen sind Magen-Darm-Entzündungen, Atemwegserkrankungen oder allergische Reaktionen. Bei Kindern kann sich Lebensgefahr einstellen, wenn sie viel Wasser schlucken – etwa beim intensiven Toben oder gegenseitigem Untertauchen. Insbesondere in den flachen Bereichen ist oft die größte Konzentration von Cyanobakterien. Für Hunde und andere Haustiere können Cyanobakterien tödlich sein, wenn sie sich nach dem Baden das Wasser aus dem Fell lecken. Manche Hunde mögen auch verrottendes Blütenmaterial am Ufer. Daran sind schon einige Hunde verstorben.

Worauf sollten Badende achten?

Wenn das Wasser grünlich-trübe ist oder wenn darauf eine grüne Schicht schwimmt („Wasserblüte“): nichts schlucken! Aerosol vermeiden, zum Beispiel beim Wasser-Ski-Fahren und Windsurfen. Kinder vor dem Toben in flachen Bereichen schützen, wenn sich dort hohe Konzentrationen von Blaualgen gesammelt haben. Sorgsam die Situation am See in den Blick nehmen und die Wassertiefe prüfen. Dabei langsam ins Wasser waten, ohne Sediment aufzuwirbeln. Wenn man von der Kniehöhe die Füße nicht mehr sehen kann, sollte das Baden in diesem Bereich vermieden werden. Nach dem Baden gründlich duschen und Badesachen reinigen, um spätere Hautreizungen zu vermeiden. Wer nach dem Baden gesundheitliche Beschwerden hat, sollte einen Arzt aufsuchen und das Gesundheitsamt informieren.

Weitere Informationen zu Blaualgen sind auch auf der Homepage www.hannover.de unter dem Stichwort „Blaualgen“ zu finden.
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