Donnerstag, 14. Dezember 2017


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NABU verurteilt Brandanschlag auf Autos von Vogelschützern auf Malta

Tschimpke: Konflikt um Vogeljagd spitzt sich zu

Malta/Berlin, (lifePR) - Der NABU hat einen Brandanschlag auf Fahrzeuge von Vogelschützern auf Malta scharf verurteilt. Am frühen Sonntagmorgen hatten Unbekannte auf Malta drei Fahrzeuge von Vogelschützern in Brand gesetzt. Die Autos gehörten freiwilligen Helfern von BirdLife Malta, der Partnerorganisation des NABU auf der kleinen Mittelmeerinsel. Die Vogelschützer hatten sie gegen 5:45 Uhr in Buskett nahe eines Schutzgebietes abgestellt, um in der Umgebung wissenschaftliche Daten über den Vogelzug zu sammeln. Wenige Minuten später hörten sie eine Explosion. Die Fahrzeuge brannten vollständig aus.

Nach Polizeiangaben ist von einem gezielten Brandanschlag auszugehen. Wie der Sprecher der Umweltorganisation BirdLife Malta mitteilte, sei dies nicht der erste Fall von Brandstiftung, die sich gegen das Engagement der Vogelschützer richtet. Doch seitdem die EU-Kommission der Regierung in Valletta mit einer Klage vor dem Europäischen Gerichtshof droht, scheint sich nun der Konflikt zwischen Befürwortern und Gegnern der Vogeljagd zuzuspitzen.

Mit dem EU-Beitritt vor vier Jahren hat sich auch Malta verpflichtet, seine nationalen Gesetze mit der europäischen Gesetzgebung in Einklang zu bringen. Doch bis heute ist unter anderem die Frühjahrsjagd auf Wachteln und Turteltauben erlaubt. *Die Jagd auf Vögel, die sich auf dem Heimweg in ihre Brutgebiete befinden, ist besonders schädlich und gefährdet ihre Bestände. Sie steht in krassem Widerspruch zu den Grundsätzen der EG-Vogelschutzrichtlinie", sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. Nachdem die Europäische Kommission auf Drängen von BirdLife International, dem NABU und weiterer Naturschutzverbände bereits im Juni 2006 ein Vertragsverletzungsverfahren gegen Malta eröffnete, und die Kommission am 17. Oktober 2007 ein letztes Warnschreiben an die maltesische Regierung adressierte, steht die Jagdlobby angesichts einer nun bevorstehenden Klage vor dem Europäischen Gerichtshof massiv unter Druck. Am Ende können empfindliche Strafzahlungen gegen das Mitgliedsland verhängt werden - und dies rückwirkend.

Malta ist durch seine zentrale Lage im Mittelmeer alljährlich ein Anziehungspunkt für Millionen Zugvögel. Der NABU unterstützt die Vogelschützer vor Ort bereits seit vielen Jahren mit Spendengeldern, die damit internationale Zugvogelschutzcamps im Süden der Insel organisieren. Angesichts der bevorstehenden Frühjahrsjagd wollen BirdLife Malta und der NABU erstmals auch im April ein Camp gegen die illegale Vogeljagd veranstalten.

"Malta muss gegenüber der EU-Kommission einlenken und mit einem Verbot der Frühjahrsjagd endlich klare Fakten schaffen, damit die Situation vor Ort nicht weiter eskaliert", betonte NABU-Vogelschutzexperte Markus Nipkow.
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