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Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Von der Kontaktanzeige anno 1738 bis zum Internet-Chat

LWL-Industriemuseum zeigt Ausstellung "liebe.komm - Botschaften des Herzens"

(lifePR) (Münster, )
"Mausilein" und "Schnurzelputz", "Augenstern" und "Bärchen" - Liebende sprechen ihre eigene Sprache. Liebe gesagt, geschrieben, gemailt ... um Botschaften des Herzens dreht sich die Sonderausstellung "liebe.komm", die der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) am Sonntag, 30. September, um 15 Uhr in seinem Industriemuseum Henrichshütte Hattingen eröffnet (bis 20.Januar 2008). Die vom Museum für Kommunikation in Frankfurt entwickelte Ausstellung wurde bereits in Frankfurt, Nürnberg, Hamburg und Berlin gezeigt. Hattingen ist die einzige Station im Ruhrgebiet.

Thema Liebe in einem Hütten-Museum? "Das passt durchaus zusammen", meint Museumsleiter Robert Laube. Bis heute sei der Arbeitsplatz das erfolgversprechendste Revier für die Partnersuche. Das habe insbesondere auch für die Henrichshütte gegolten, wo einst 10.000 Männer und Frauen arbeiteten. "Hier wurde nicht nur Stahl, sondern auch so mancher Bund fürs Leben geschmiedet", weiß Laube. Die Ausstellung soll ein Medium sein, um an diese Hüttenliebe-Geschichten heran zu kommen.

Bei "liebe.komm" geht's immer um die gleiche Botschaft. Nur die Wege, die diese Botschaften des Herzens" nehmen, haben sich in den letzten 250 Jahren dramatisch verändert. Ob von Angesicht zu Angesicht oder über Medien aller Art - mit viel Phantasie und Leidenschaft versuchen Liebende auf verschiedene Weise ihre Gefühle in eine mitteilbare Form zu bringen. Diese Versuche verfolgt die Ausstellung, indem sie die verschiedenen Phasen im Ablauf einer Liebesbeziehung vom ersten Kennenlernen bis hin zum Beziehungsalltag mitsamt der Beziehungskrise in sieben Szenen nachzeichnet.

Szene 1: Liebesbilder - Von Herz und Schmerz

Zu Beginn der Ausstellung begrüßt Liebesgott Amor den Besucher. Getroffen von seinem Pfeil beginnt die Liebe und lässt zugleich spüren, dass zur ihr oft auch der Schmerz gehört. Zahlreiche Bilder und Texte prägen die Vorstellung von der Liebe. In der klassischen Literatur wie im Groschenroman sind ihr unzählige Texte gewidmet. Eine Auswahl an Liebesgaben, überwiegend in Herzform, führt die Bedeutung der Liebe im alltäglichen Leben einst und jetzt vor Augen.

Szene 2: Liebeschemie - Im Dschungel des Unbewussten

Für die Beziehung zweier Menschen sind oft die ersten Sekunden einer Begegnung entscheidend. Die Kommunikation läuft zuerst über unsere Sinnesorgane. Drei Installationen zu den Themen "Sehen", "Hören" und "Riechen" regen den Besucher an zu testen, wie er sich ein Bild von einer Person macht, bei wem er "ganz Ohr" ist oder ob er jemand womöglich "nicht riechen kann".

Szene 3: Liebessehnsucht - Begehren und Bekommen

Die große Liebe zu finden, ist wohl einer der sehnlichsten Wünsche eines jeden Menschen. Doch wie an den richtigen Partner kommen? Das ist durchaus kein neues Problem. Die erste Kontaktanzeige Deutschlands erschien 1738 und bereits seit 1750 kann man in Büchern Rat zum Verfassen von Liebesbriefen suchen. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts konnte in bestimmten Cafés der Kontakt von Tisch zu Tisch mit optischen Telegraphen, später mit Tischtelefonen hergestellt werden. Heutzutage muss sich der Kontaktsuchende zum Flirten nicht einmal mehr aus dem Haus bewegen. Per Chat im Internet lässt sich das bequem vom heimischen Computer erledigen.

Kontaktsuchende Ausstellungsbesucher können ihre Nachricht in einem "Nachbau" der Bräutigamseiche deponieren. Das Original steht in der Nähe der holsteinischen Stadt Eutin und dient seit 1891 als Heiratsvermittler. Partnersuchende legen ihre Anzeige hinein und hoffen, dass der oder die Richtige vorbei kommt und sie liest. Die Bräutigamseiche hat inzwischen sogar eine eigene Postadresse.

Szene 4: Liebesglück - Im siebten Himmel

Zwei Verliebte, die einander gefunden haben, möchten sich richtig kennen lernen. Gerade in dieser Phase sind Briefe ein beliebtes Medium, sich dem anderen mitzuteilen und sich zugleich selbst über seine Gefühle klar zu werden. Das gilt auch für Liebende, die keine Möglichkeit haben, ein gemeinsames Leben zu führen, wie ein Brief von Goethe an die verheiratete Charlotte von Stein dokumentiert. Kafkas Briefwechsel mit seiner Verlobten Felice Bauer ist berühmt geworden und hat andere Briefschreiber inspiriert. Und der Brief einer Martha an ihren Partner Heinz über die Frage, wer nun wann und warum böse auf den anderen ist, kommt so manchem Besucher vermutlich irgendwie vertraut vor.

Die heute so beliebten SMS lassen Gefühlskommunikation über große oder kleine Distanzen quasi in Echtzeit erfolgen: "Ich denke jetzt gerade in diesem Augenblick an dich!" So vermittelt sich das Gefühl von sprichwörtlicher Verbundenheit, wie es auch ein Telefonat schafft, ohne jedoch den Wunsch nach wirklicher Nähe stillen zu können.

Szene 5: Liebesbande - Wir sind ein Paar

Die erste Phase einer Liebesbeziehung ist vorwiegend von der Kommunikation zwischen den Liebenden geprägt, aber irgendwann folgt der Schritt in die Öffentlichkeit: Wir lieben uns und alle sollen es wissen. Exemplarisch symbolisieren verschiedene Paare Wege, eine Liebesbeziehung in die Öffentlichkeit zu tragen: durch Freundschaftsbändchen und Tattoos als moderne Variante oder über die Medien wie Rudolf Scharping und die Gräfin Pilati-Borggreve. Die Möglichkeit der Ehe steht mittlerweile auch homosexuellen Paaren offen und ein Hochzeitsalbum mit Ankündigungen, Einladungen, Gratulations-Telegrammen und schließlich der Rechnung der Feier zeigt, was im Jahr 1904 alles mit einer Eheschließung verbunden war. Die Ferntrauung schließlich steht für Kriegszeiten.

Der Zusammenschnitt privater Hochzeitsvideos der Künstlerin Claudia Müller-Hermann führt dem Besucher Variationen des immer wieder Gleichen vor Augen, und entspannt auf einem Bett dahingestreckt kann er schließlich die schönsten Filmliebesszenen genießen.

Szene 6: Liebesalltag - oft nah und doch fern

Liebe bedarf der Kommunikation, um die gegenseitige Nähe und Intimität zu erhalten. Ein Konvolut von Kühlschrankzetteln zeugt davon, wie Paare durch eine Unzahl von Notizen ihre innige Beziehung ausdrücken, indem sie sich Lob, Bestätigung und Aufmunterung schenken. Kodierte Postkarten aus der Zeit um 1900 vermitteln einen Eindruck, wie ein Liebespaar trotz dieses öffentlichen Mediums eine sehr intime Verständigung pflegen konnte. Die schriftliche Liebeskorrespondenz, die zeitweilig auszusterben schien, erlebt durch die Popularität der E-Mail eine neue Blütezeit. Zwei umfangreiche E-Mail-Korrespondenzen geben Einblick, wie Paare über weite Distanzen, Deutschland-Amerika und Deutschland-Georgien, ihre Beziehung gepflegt haben.

Szene 7: Liebesleid - Happy End oder Neuanfang?

Kaum eine Liebe ist krisenfrei. Die Versuchung des Seitensprungs lockt und so fehlt auch in der Ausstellung nicht der Blick in die verbotene Zone des Fremdgehens. In der Krise steigt das Bedürfnis nach Austausch und Auseinandersetzung extrem an, doch damit auch die Zahl missglückter Kommunikationsversuche. "Du kannst mich einfach nicht verstehen!", ein häufig gehörter Ausspruch, der es sogar schon auf einen Buchtitel geschafft hat. Therapeuten, gedruckte Ratgeber, Briefkastentanten bieten mehr oder weniger seriöse Abhilfe. Und doch bleibt am Ende oft nicht mehr übrig als ein Abschiedsbrief, ein Häufchen zerrissene Liebesbriefe und manchmal ein Scheidungsurteil. Die Ausstellung überlässt es der Phantasie des Besucher, was nach dem Wechselbad der Gefühle folgt: Der Rundgang endet im Happy-End oder führt ihn wieder zum Beginn zurück.

Ausstellungskuratorin Andrea Hubert hat ein "liebevolles" Begleitprogramm zusammen gestellt. Vom Liebes-Film im "Cinema Amore" über Liebeslieder, das "Erzähl-Café Hüttenliebe" bis hin zum "Hokus Pokus um die Liebe" lohnt der Besuch von "liebe.komm" für Jung und Alt.

Zur Ausstellung erscheint ein Katalog, der zum Preis von 19,80 € im Museum erhältlich ist. (Buchhandel und Versand 34,80 €)

Rahmenprogramm

Sonntag, 30. September, 15 Uhr Ausstellungseröffnung mit Dieter Gebhard, Vorsitzender des LWL-Kulturausschusses, Benedikt Burkard, Kurator Museum Kommunikation. Musikalische Begleitung: Elke Lingemann und Thomas Weiß mit ihrem Programm "Kann denn Liebe Sünde sein?", Eintritt frei

Freitag, 12. Oktober, 19.30 Uhr Vortrag "Immer der Nase nach - die Macht der Düfte" von Prof. Dr. Dr. Dr. Hanns Hatt

Freitag, 12. Oktober, 19 Uhr / 21 Uhr Spätschicht-Erlebnisführung mit Liebesliedern, anschließend Filmvorführung "Das Parfüm" nach dem Roman von Patrick Süskinds unter der Regie von Tom Tykwer; Eintritt Frei

Samstag, 27. Oktober, 18 - 22 Uhr Filmvorführung: "Bettgeflüster" mit Doris Day und "Cyrano de Bergerac" mit Gerard Dépardieu, Eintritt frei

November & Dezember 2007

"Menu & more"- Essen und Flirten für Singles im Revier Haben Sie Lust, neue Leute kennen zu lernen? Im Restaurant Henrichs wartet ein Vier-Gänge-Menu auf Sie und Ihr unbekanntes Gegenüber. Dabei hat Aphrodite mitgekocht … Anmeldung und Infos über Organisation, Preise und Termine unter Tel. 0160 98298577 oder www.paarlettti.de

Sonntag, 4. November, 15 Uhr
"Hütten-Liebe" - Das Erzähl-Café. Neben Stahl wurden auf der Hütte auch zartere Bande geschmiedet. "Betroffene" erzählen ihre Geschichten. Musikalische Begleitung: Hildegard Feld und Barbra Habig alias "Glanz und Gloooria" mit dem Programm "Lauter Liebeslieder". In Kooperation mit "Kick - Hattinger im Unruhestand", Eintritt frei

Freitag, 7. Dezember, 19.30 / 20.30 Uhr Hochofen mit Herz - ein liebevoller Abend

Vortrag "Liebling, mein Herz lässt Dich grüßen" von Prof. Dr. Wilhelm Geerlings, anschließend: "Von der Liebe und anderen Liebhabereien". Auf der Suche nach der Liebe in der Welt der Sinnsprüche und Aphorismen. Mit Dr. Jürgen Wilbert (Rezitation) und Thomas Battenstein (Gitarre). Eintritt frei

Sonntag, 13. Januar, 11-18 Uhr Magischer Sonntag mit "Hokuspokus um die Liebe"

Sonntag, 20. Januar, 15 Uhr Finissage "Liebe ohne Happy End?"
Mit Paarletti, Verena Liebers und Lutz Kunert

Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL)

Der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) arbeitet als Kommunalverband mit 13.000 Beschäftigten für die 8,5 Millionen Menschen in der Region. Mit seinen 35 Förderschulen, 19 Krankenhäusern, 17 Museen und als einer der größten deutschen Hilfezahler für behinderte Menschen erfüllt der LWL Aufgaben im sozialen Bereich, in der Behinderten- und Jugendhilfe, in der Psychiatrie und in der Kultur, die sinnvollerweise westfalenweit wahrgenommen werden. Die neun kreisfreien Städte und 18 Kreise in Westfalen-Lippe sind die Mitglieder des LWL. Sie tragen und finanzieren den Landschaftsverband, der durch ein Parlament mit 100 Mitgliedern aus den Kommunen kontrolliert wird.

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