Plädoyer für mehr Momente

Eine philosophische Betrachtung vom Zeitforscher und Wirtschaftspädagoge, Prof. Karlheinz A. Geißler

(lifePR) ( Bremen, )
"Stress ist alles, was nicht Kaffeepause ist." Immer mehr in immer kürzerer Zeit zu tun, um dann noch mehr zu tun, ist ein Wettlauf mit der Zeit, den wir Menschen niemals zu gewinnen vermögen. Verlieren aber können wir viel dabei, sehr viel: In allererster Linie Zeit- und Lebensqualität. Fortwährend sind wir tätig, immerzu am Rennen, und Träumen doch auch stets vom Nichtstun, der Stille und der Ruhe, wie vom verlorenen Paradies. Wir fliehen bei unserer Hetzjagd durch die Zeit vor Situationen des Wartens, der Langsamkeit und vorm Pausen-machen. Seltsam, wo doch schon ein kleiner Moment des Innehaltens, nur ein kurzes Pausieren ausreichen würde, mit uns selbst in Kontakt zu kommen.

Das Schöpferische der Pause
Pausen - diese Momente des Dazwischen - sind keine Zeichen der Faulheit, der Langsamkeit oder gar der Langeweile. Pausen sind Zeitsofas, auf denen all jene von der Zeit geküsst werden, die es sich erlauben, es sich auf ihnen bequem zu machen. Ohne Pausen gäbe es kein Beenden und kein Anfangen, nichts Neues und nichts Altes. Daher auch sind Pausen nicht das Nichts. Sie sind bedeutsame, gefüllte und erfüllte Leerstellen. Momente für's Nachdenken, Abschalten, Verarbeiten, Träumen, Fantasieren und Vorausdenken. Sie sind Augenblicke zum Auftanken, zum Erholen, um sich nach dem Pausieren gestärkt zu neuen Ufern und Taten aufmachen zu können. Pausen sind die glücklichen Momente, in denen man zu sich kommt, bei sich ist und bei sich bleibt. Sie schaffen Ordnung in unserem Leben, ermöglichen Wechsel, Anfang, Abschluss und Übergang, und sie eröffnen notwendige Chancen, im Strudel des (Alltag-)Lebens zum Durchatmen und Luftholen zu kommen.

Pausen gibt es in allen Größen und Längen. Wichtig aber ist nicht die Pausendauer, sondern die Anstrengung, sie zu machen und als Momente des Zu-sich-kommens bewusst zu leben. In den Momenten der Rast geht es um viel, um sehr viel, nämlich um nichts. Das Nichtstun aushalten ist eine schwierige Kunst. Täglich drohen wir daran zu scheitern. Das Wichtigste aber ist, dass man in den Pausen keine Zeit verliert, man gewinnt auch keine - man lebt sie. Was gibt es Schöneres als die Erfahrung solch sonntäglicher Momente im überbordenden werktäglichen Trubel?!

Mehr zu diesem spannenden Thema in:
Karlheinz A. Geißler, Zeit - verweile doch ..., Lebensformen gegen die Hast Verlag Herder, 11,95 Euro
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