Montag, 23. April 2018


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Einzelhandel ist Verlierer der Unternehmensteuerreform

Erfurt, (lifePR) - Jetzt wird immer klarer: die Unternehmensteuerreform hat gravierende Folgen für den Einzelhandel. Durch die Neuregelung der Gewerbesteuer wird der Handel im Gesamtergebnis mehr be- als entlastet. Besonders betroffen sind Geschäfte in den Innenstadtlagen mit hohen Mietaufwendungen, aber auch Nahversorger in den Wohngebieten mit nur niedrigen Umsatzrenditen.

„Die Belastung resultiert vor allem aus der Hinzurechnung eines Teils der Mieten, Pachten oder Leasing-Raten zum Gewerbeertrag. Daraus ergeben sich deutlich höhere Gewerbesteuern“, erklärt IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser. Eine erfolgreiche Geschäftstätigkeit sei somit in den Innenstädten und im Lebensmitteleinzelhandel künftig kaum mehr möglich. Gestützt werde dies durch eine Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) und des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) unter 800 Betrieben, darunter auch in Thüringen.

„Es sind besonders die eigentümergeprägten Handelsunternehmen in der Rechtsform der Personengesellschaften, die durch die Unternehmensteuerreform verlieren“, so Grusser. Die Anrechnungsmöglichkeit auf die Einkommensteuer, die für diese Rechtsform gilt, könne die hohen Hinzurechnungen nicht neutralisieren. In der Stichprobe wären 87 Prozent der Personenunternehmen höher belastet und zwar in allen Gewinngrößenklassen.

„Das kann so nicht gewollt sein“, mahnt Grusser und appelliert an die Koalition, die nötigen Korrekturen schon im Jahressteuergesetz 2008 vorzunehmen. Die Beispiele seien nicht nur typisch für den Handel. Am Ende werde es genauso Hotels und Gaststätten treffen.
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