Die Digitalisierung kommt - Ist Ihr Unternehmen darauf vorbereitet?

Digitalisierung (lifePR) ( Bergheim, )
Überall liest man aktuell von Digitalisierung, Industrie 4.0 und dem Druck, unter dem deutsche Unternehmen stehen, hier nicht den Anschluss zu verpassen. Im Interview mit Oliver Hofmann, dem Geschäftsführer von Faircoach.de, erklärt die Digitalisierungs-Expertin Anja Wickert, was wir von Tesla und Google lernen können.

Faircoach.de: Frau Wickert, ist der Wirbel um die Digitalisierung nicht auch Panikmache?

Deutschland steht in der Tat aktuell vor einer großen Herausforderung. Innovationszyklen werden immer kürzer. Schauen Sie sich an, wie wir heute mit unseren Smartphones umgehen. Sie sind nicht mehr wegzudenken aus unserem täglichen Leben. Bankgeschäfte, Kommunikation, Navigation, Recherche – alles läuft auf diesem kleinen Gerät. Nimmt man es uns weg, werden wir panisch. Dafür hat Apple nur 5 Jahre gebraucht. Das Fernsehen hat mehrere Jahrzehnte gebraucht, um eine solche Durchdringung zu erreichen.  Whatsapp hat es in 5 Jahren geschafft von einer kleinen Garagenfirma mit einer Idee zu einer Kommunikationsplattform zu werden, die den traditionellen Telekommunikationsfirmen hohe zweistellige Milliardenbeträge an Umsatzeinbußen im SMS-Geschäft gebracht hat. Und aktuell machen uns Tesla und Google vor, was sich in naher Zukunft in der Automobilbranche verändern wird. Also nein, das ist keine Panikmache. Es ist vielmehr so, dass der technologische Fortschritt sich nicht aufhalten lässt. Die Frage ist, ob wir dies als Problem oder als große Chance verstehen...aber die Augen zu verschließen wäre der völlig falsche Ansatz.

Faircoach.de: Welche Industrien sind denn besonders betroffen von diesem Thema?

Betroffen sind erst einmal alle Industrien. Telekommunikation, Fertigung, Banking, Automobil, aber auch der Dienstleistungssektor. Die Grenzen zwischen diesen Industrien werden auch mehr und mehr aufweichen. „Smart Services“ ist das Stichwort, das dafür sorgen wird, das ganz neue Geschäftsmodelle auftauchen werden, die Aspekte aus der klassischen Produktwelt mit Software und Datenanalysen verbinden werden, um damit neue Felder zu erschließen, die Kundenbedürfnisse optimal befriedigen. Beispiele hierfür sind z.B. Datenanalysen, die proaktiv vor Verschleiß eines Produktes warnen oder auch Apps, die Mediziner helfen, ihre Patienten besser zu versorgen, z.B. indem Röntgenbilder mit denen anderer Patienten anonymisiert verglichen und Therapievorschläge generiert werden.

Faircoach.de: Wie können sich deutsche Unternehmen darauf vorbereiten?

Häufig wird das Thema Digitalisierung als „Projekt“ angegangen, als wäre das etwas, was man im Unternehmen in 1 – 2 Jahren „abarbeiten“ kann. Stattdessen sollten sich Unternehmen lieber verschieden Fragen stellen: 1.) wie sieht mein Geschäftsmodell in 10 Jahren aus? Was wird sich hier verändern und was muss ich tun, um mich darauf vorzubereiten? 2.) wie kann ich kundenorientierter Produkte und Services entwickeln und diese möglichst schnell im Markt testen? Und 3.) Wie mache ich meine Unternehmenskultur zu einer, die auf Kreativität, Agilität und Begeisterung basiert – denn dort finden sich Innovationen deutlich leichter.

Faircoach.de: Aber das klingt ja, als müssten wir jetzt alle so werden wie Google? Ist das nicht ein bisschen übertrieben?

Kopieren muss man hier nichts. Aber von Google lernen kann man schon. Denn was Google sehr gut schafft, ist den Mitarbeitern eine Leidenschaft und Leichtigkeit für Innovation mitzugeben. Jeder einzelne Mitarbeiter fühlt sich dafür verantwortlich. Interdisziplinäres Arbeiten ist für Google-Mitarbeiter normaler Alltag. Austausch, Kooperation und Hinzuziehen von externen Experten prägen die Arbeitsweise der Mitarbeiter. Hier kann man ansetzen, in dem man die Art des eigenen Handelns überprüft: wie sehr bin ich als Führungskraft bestrebt, meine Mitarbeiter zu befähigen, ihren eigenen unternehmerischen Impulsen nachzugehen und Ideen zu verfolgen? Gebe ich meinen Mitarbeitern zumindest etwas Freiraum, Budget und Zeit, hier „einfach mal zu machen“? Oder will ich als Führungskraft alles vorher absegnen und durch 24 Gremien freigeben lassen? Und wie gehe ich in meinem Unternehmen mit Fehlern um? Werden diese angeprangert und hemmen die Karriere des Einzelnen? Oder ist es eher etwas, was als „gute Möglichkeit zum Lernen“ gesehen wird, um in der nächsten Iteration besser zu werden?

Faircoach.de: Welche konkreten Möglichkeiten gibt es noch, etwas im eigenen Unternehmen zu ändern?

Beispielsweise können Unternehmen ein erstes Projekt mit einem „Design Thinking“ Ansatz starten. Hier lernen die Mitarbeiter, wie sie in einem sehr klar strukturierten Prozess sehr schnell gute und kundenorientierte Lösungen erarbeiten. Dieses Verfahren wird von vielen großen Unternehmen heute schon flächendeckend genutzt, da es wirklich innovative und vor allem am Kunden orientierte Ansätze für neue Prozesse, Produkte oder Services produziert. Der Clou dabei ist, dass das Team ganz nebenbei die Methode lernt und diese dann zukünftig bei neuen Ideen wieder nutzen kann. Oder aber, sie investieren  erst einmal in einen Strategietag, in dem sie – weit ab von ihrem operativen hektischen Arbeitsalltag -  ihr Geschäftsmodell systematisch durchleuchten  und auf die Zukunftsfähigkeit prüfen. Das Ergebnis ist häufig ein deutlich erweitertes Modell, das dann als strategische Grundlage für weitere Digitalisierungsaktivitäten genutzt wird. Auch hierfür gibt es ein klar strukturiertes Vorgehen, das mancher vielleicht schon aus dem Buch „Business Model Generation“ kennt.

Faircoach.de: Wie unterstützen Sie dabei die Unternehmen?

Die Unterstützung ist immer sehr individuell. Häufig starte ich mit einer Keynote zum Thema Digitalisierung, z.B. im Rahmen einer Führungskräfteveranstaltung. Daran schließt sich dann zumeist eine Workshop-Runde zur gemeinsamen Erarbeitung der digitalen Roadmap an. Oder es finden sich direkt konkrete Ideen für Design Thinking Projekte, die ich begleite. Aber ich habe auch schon Initiativen begleitet, die mehr auf die Frage der Innovationskultur abzielen – wie muss sich ein Unternehmen kulturell wandeln, um innovativer zu werden. Hier geht es dann häufig um Werte, Change Management und Teamstrukturen, sowie Prozesse. Gemeinsam ist diesen Aufgaben immer eins: ich sehe Digitalisierung als große Chance gerade auch für die deutsche Industrie und den Mittelstand. Denn Deutschland schafft es besser als jedes andere Land, gute Ideen auch nachhaltig im Markt zu etablieren. Und das trage ich auch in meine Diskussionen in den Unternehmen: wir sollten uns gemeinsam mit großem Enthusiasmus und Spaß an der Veränderung auf den Weg machen! Weitere Informationen zur Expertin für Digitalisierung und agiles Leadership, Anja Wickert, finden Sie hier: http://www.faircoach.de/coaches/143?scope=top_speakers

 
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