Montag, 20. November 2017


Schulspeisung für alle - interreligiöses Kochen im WABE-Zentrum

Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Religionen trafen sich an der Hochschule Osnabrück zu einem besonderen "Kochkurs"

Osnabrück, (lifePR) - Der Vorsitzende des Landesverbandes der Jüdischen Gemeinde in Niedersachsen, Michael Grünberg, brachte es bei der Auftaktveranstaltung des Forschungsprojektes "Inklusion durch Schulverpflegung" auf den Punkt: "Es muss normal sein, dass Menschen aus verschiedenen Religionen unterschiedliche Speisevorschriften haben. Und keiner sollte dabei schief angeschaut werden." Bei diesem besonderen Kocherlebnis trafen sich im WABE-Zentrum an der Hochschule Osnabrück Vertreterinnen und Vertreter unterschiedlicher Religionen, um dieses Forschungsprojekt durch ihr praktisches Zutun zu unterstützen. In drei Kochteams wurden jüdische Latkes, syrische Pfannkuchen und deutsche vegane Pfannkuchen zubereitet. Dabei waren in den Teams katholische, muslimische, jüdische und evangelische Religionsvertreterinnen und -vertreter bunt gemischt.

Das Forschungsprojekt "Inklusion durch Schulverpflegung" setzt an einer Stelle auf den fachlichen Kontext der sozialen Inklusion , der in der öffentlichen Debatte vielfach übersehen wird: in der Verpflegung der Schülerinnen und Schüler. Durch die Zunahme des Ganztagsschulangebotes nehmen immer mehr Schülerinnen und Schüler ihre Mittagsmahlzeit in der Schule ein. "Wir haben festgestellt, dass religiöse Hintergründe ein Grund für Nichtakzeptanz des Schulspeisungsangebotessein können", so die Leiterin des Projektes, Prof. Dr. Elisabeth Leicht-Eckardt. Mit dem Forschungsprojekt soll erreicht werden, dass eine bessere Sensibilisierung der Verantwortlichen in der Schulverpflegung zum Thema letztendlich auch zu einer größeren Akzeptanz der Schülerinnen und Schüler ihrer Mahlzeit an der Schule führt. Religiöse Speisevorschriften sind in den Gemeinden wichtig - und oft kompliziert. Johanna-Elisabeth Giesenkamp von der Hochschule Osnabrück informierte über teils gravierende Unterschiede schon in der Zubereitung der Speisen, in der Wahl der Küchengeräte und Auswahl der Utensilien. Im ersten Teil des Forschungsprojektes, welches von der Hochschule Osnabrück finanziert wurde, haben Giesenkamp, Leicht-Eckardt und Thomas Nachtwey die wichtigsten Aspekte in ihrer Publikation "Inklusion durch Schulverpflegung: Wie die Berücksichtigung religiöser und ernährungsspezifischer Aspekte zur sozialen Inklusion im schulischen Alltag beitragen kann" zusammengefasst. Erschienen ist das Buch im LIT-Verlag, die zweite Auflage ist für August 2013 geplant. Im zweiten Projektteil wollen die Forscher Entscheidungsträger der Schulen, Fach- und Lehrkräfte sowie Anbieter von Schulverpflegung in speziellen Schulungen mit den Herausforderungen und Lösungen zu diesem Thema vertraut machen. Die Schulungen, die von der Apetito AG Rheine finanziell unterstützt werden, ab Herbst im WABE-Zentrum angeboten. Die Termine können demnächst unter www.inklusiondurchschulverpflegung.de oder auf der Homepage des WABE-Zentrums www.wabe-zenturm.de eingesehen werden, auch Anmeldungen laufen über die Projekt-Website.
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