Mittwoch, 13. Dezember 2017


Osnabrücker und Münsteraner Promovierende stellen vielfältige Forschungsarbeiten vor

Osnabrück, (lifePR) - Beim vierten gemeinsamen Doktorandensymposium der Hochschule Osnabrück und der Fachhochschule Münster ist auch der Umgang von Familien mit pflegebedürftigen Mitgliedern Thema. Heike Asbach schildert Erfahrungen aus mehrjähriger Forschungsarbeit.  

Zum vierten Mal kamen jetzt Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler der Hochschule Osnabrück und der Fachhochschule Münster zum gemeinsamen Doktorandensymposium zusammen. „Die Veranstaltung bietet den Promovierenden verschiedener Fachbereiche die Möglichkeit, den aktuellen Stand ihrer Doktorarbeiten zu präsentieren und im Dialog das bis dahin Erarbeitete kritisch zu hinterfragen“, erläuterte Friedrich Uhrmacher, Leiter des Promotionskollegs der Hochschule Osnabrück.

Zu den Doktorandinnen der Hochschule Osnabrück gehört Heike Asbach. Sie geht der Frage nach, wie Familien Pflegebedürftigkeit im Verlauf der Zeit erleben und bewältigen. Bemerkenswert an Asbachs Arbeit ist, dass sie vier Familien, die von Krankheit und Pflegebedürftigkeit betroffen sind, über einen langen Zeitraum, das heißt bereits mehr als drei Jahre, begleitet. Regelmäßig führte sie Interviews. Zu den Interviewten zählt ein Ehepaar, bei dem Mann und Frau über 80 Jahre alt sind. Sie hatten in einer altersgerechten Wohnung neben einem Pflegeheim gewohnt, der Mann hatte sein Frau über Jahre gepflegt. Nach einer Operation sollte die Ehefrau im Heim für eine Zwischenzeit gepflegt werden. Sie blieb dann aber dort. Diese Entscheidung ist ihrem Mann sehr schwer gefallen. „Die ehemals sehr aktive Frau ist vor allem traurig über den Verlust ihrer Selbstständigkeit“, schildert Asbach. In einer weiteren Familie wurde bei einer Frau Eierstockkrebs diagnostiziert. Sie erhielt mehrfach eine Chemotherapie, über vier Jahre hinweg gab es ein ständiges Auf und Ab. Im Vorjahr verstarb die Frau auf einer Palliativstation im Beisein ihrer Familie.

Die Doktorandin möchte mit ihrer Arbeit vor allem zwei Dinge in den Vordergrund rücken: „Erstens ist familiale Pflege nicht statisch, sondern ein anhaltender Veränderungsprozess.“ Entsprechend besitzen Studien in diesem Forschungsfeld, die einen bestimmten Zeitpunkt in den Blick nehmen, eine begrenztere Aussagekraft. Und zweitens „wird auch klar, dass oftmals quasi die ganze Familie pflegebedürftig ist und nicht nur die Kranken. Diese Familien benötigen frühzeitig und dauerhaft eine professionelle Betreuung“. Unterm Strich möchte Asbach typische Strukturen und typisches Handeln in betroffenen Familien herausarbeiten und schließlich Empfehlungen ableiten, wie eine sinnvolle Unterstützung aussehen kann.

Neben Asbach präsentierten fünf weitere Promovierende ihre Arbeiten in Vorträgen, acht Doktorandinnen und Doktoranden stellten zudem ihre Forschungen in einer Postersession vor. Die Themen reichten von „Finanzkommunikation und Vertrauen“ über „Das Sonnenlicht ins Haus holen – QDLED Beleuchtung“ bis zur „Marktintegration der erneuerbaren Energien – Der Rechtsrahmen zu Dirketvermarktung, Bilanzkreissystem und Speichern“. Dr. Marion Wulf, Leiterin der Akademischen Personalentwicklung an der Hochschule Osnabrück, referierte zudem über „Kompetenzentwicklung in der Promotionsphase und Karrierewege“.

„Es freut mich, dass an beiden Hochschulen zusammen mehr als 200 Promovierende einen Doktor-Titel anstreben. Es passt dazu, dass sich die Hochschule Osnabrück und die Fachhochschule Münster auf die Fahnen geschrieben haben, ihre Forschungsstärke systematisch weiterzuentwickeln“, sagte Prof. Dr. Bernd Lehmann, Vizepräsident für Forschung, Transfer und Nachwuchsförderung der Hochschule Osnabrück. Das Symposium zeige, „wie viel uns daran liegt, die Doktorandinnen und Doktoranden zu unterstützen“.
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