Donnerstag, 23. November 2017


Ein tiefer Blick hinter die Pfarrei-Fassaden

Studierende der Hochschule Osnabrück analysierten, wie die Gemeindemitglieder die Fusion zur Pfarrei St. Johann bewerten und welche Stärken und Schwächen sie dem Verbund zuschreiben

Osnabrück, (lifePR) - Für die Pfarrei St. Johann sind es Kernthemen: Wie bewerten die Mitglieder der drei städtischen Osnabrücker Gemeinden St. Pius, St. Johann und Maria Königin des Friedens die vor einigen Jahren erfolgte Fusion zu einer Pfarrei? Welche Stärken schätzen sie an ihrer Gemeinde, und welche Schwächen kritisieren sie? Genau diesen Fragen widmete sich ein Forschungsprojekt an der Hochschule Osnabrück. Die Ergebnisse präsentierten jetzt Studierende der Sozialen Arbeit im Kapitelsaal von St. Johann, und die eilig herbeigeschafften zusätzlichen Stühle im voll besetzten Raum waren ein deutliches Zeichen, wie sehr die Gemeindemitglieder diese Fragen beschäftigen. Ein zentrales Ergebnis: Die Fusion der Gemeinden stößt laut der Studie, an der 278 Personen teilnahmen, auf wenig Kritik. Bei einer offenen Fragestellung, auf die die Probanden ganz individuell antworten konnten, gaben lediglich sechs Personen an, dass der Gemeindezusammenschluss Nachteile mit sich bringt.

Die Abendveranstaltung zeigte aber nicht allein die positiven Seiten des Kirchenalltags auf: Die anwesenden engagierten Pfarrei-Mitglieder sowie Dechant Dr. Hermann Wieh, Pfarrer von St. Johann, setzten sich auch mit diesen Forschungsergebnissen auseinander: Knapp 50 Prozent der Befragten gaben an, dass die Kirche keine oder nur unzureichende Antworten auf die Fragen habe, die die Probanden derzeit bewegten. Ein Wert, der sich durch alle drei befragten Altersgruppen - bis 21 Jahre, bis 65 Jahre und über 65 Jahre - zog. Fast 70 Prozent der Studienteilnehmer wünschen sich neue Gottesdienstformen, nur 40 Prozent gaben laut der Studie an, dass der "Funke im Gottesdienst auf sie oder andere Gemeindemitglieder überspringt". Was die Erhebung noch ergab:

Das maßgebliche Hindernis, sich ehrenamtlich zu engagieren, ist laut 66 Prozent der Befragten die fehlende Zeit.

Die Studierenden des Bachelor-Studiengangs Soziale Arbeit hatten die Ergebnisse im Zeitraum Oktober 2012 bis Ende Mai 2013 erarbeitet.

Angeleitet wurden sie dabei von den Dozenten Marina Granzow und Michael Tiaden. Unterm Strich zog Tiaden ein positives Fazit: "Viele Resultate, die wir hier heute präsentieren, können Sie als Anknüpfungspunkt nehmen, um die bisherige Praxis zu hinterfragen. Vieles ist aber offensichtlich auch schon genau richtig. Denn die Probanden haben insgesamt 390 Stärken aufgelistet, denen 174 genannte Schwächen gegenüberstehen."

Bei den Stärken der Gesamtpfarrei steht die Kinder- und Jugendarbeit an erster Stelle, die 120 Probanden hervorhoben. Knapp 80 Befragte betonten, dass sie mit der Gesamtpfarrei die Werte Gemeinschaft und Zusammenhalt verbinden.

Tiaden bedankte sich zum Abschluss für das Vertrauen vonseiten der Pfarrei. "Der Pfarrgemeinderat ist mit dem Forschungsauftrag an uns herangetreten und hat mit uns gemeinsam die Fragen für diese Erhebung erarbeitet." Für die Studierenden der Sozialen Arbeit war das ein ideales praxisnahes Projekt, in dem sie eine Sozialraumanalyse vornehmen konnten. "Konkrete Lösungen für einzelne Fragen können wir nicht bieten", erklärte Tiaden, "aber hoffentlich einige Impulse, wo sie ansetzen sollten, um das aktive Pfarrei-Leben zu stärken."

Weitere Informationen:
Michael Tiaden
Dozent Studiengang Soziale Arbeit
E-Mail: M.Tiaden@hs-osnabrueck.de
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