Samstag, 21. Juli 2018


Ambulante Druckkammer-Therapie bei Diabetischem Fußsyndrom bald Kassenleistung

Mit hyperbarem Sauerstoff Wunden schließen und Amputationen vermeiden / Bei einem Vortrag der Leitenden Ärztin am 16.01.2018 können sich Patienten und Interessierte kostenfrei im Druckkammerzentrum HBO2 Freiburg informieren

Freiburg, (lifePR) - Patientinnen und Patienten mit diabetischem Fußsyndrom können künftig auch ambulant mit der hyperbaren Sauerstofftherapie (HBO) behandelt werden. Das hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) am 21.09.2017 beschlossen. Die HBO-Therapie darf nun als Behandlungsmethode auch in der vertragsärztlichen Versorgung angewendet werden, wenn bereits Standardtherapien ohne Erfolg durchgeführt wurden und der Schweregrad der Wunde Läsionen der Gelenkkapsel oder Sehnen einschließt („Wagner-Stadium II“). Zurzeit wird die Vergütung der ambulanten ärztlichen Leistung geregelt.

Mit der Hyperbaren Sauerstofftherapie steht Diabetikern in Deutschland eine weitere Behandlungsmöglichkeit zur Verfügung, die eine Amputation begrenzen oder gar vermeiden kann. Im internationalen Vergleich sind die Amputationsraten in Deutschland trotz vernetzter Behandlungsmodelle laut Experten viel zu hoch. In Deutschland leiden bis zu 1,5 Millionen Menschen unter Wunden, die nicht verheilen.

Kleine Verletzungen mit schlimmen Folgen

Diabetiker sind besonders gefährdet, weil sie oft als Folgeerkrankung an Nervenschäden mit herabgesetztem Gefühl der Füße leiden. Schon kleine Verletzungen wie eine Schnittwunde beim Schneiden der Fußnägel oder ein kleines Druckgeschwür durch schlecht sitzendes Schuhwerk können sich besonders bei einer bestehenden Vorerkrankungen wie Diabetes zu nicht heilenden Wunden und sogar lebensbedrohlichen Infektionen entwickeln. Der Grund: Der chronisch überhöhte Blutzuckerwert bei Diabetes mellitus führt auf Dauer zu einem Verschluss der kleinsten Blutgefäße vor allem im Fußbereich. Durch die mangelnde oder schlechte Sauerstoffversorgung können Wunden trotz optimaler Wundpflege nicht abheilen und sich infizieren. Häufig ist eine Operation mit Amputation oder Teilamputation der betroffenen Gliedmaße erforderlich. Oft verschlechtert sich die Problemwunde trotz der langen Behandlungszeit und einer intensiven Fußpflege so sehr, dass der behandelnde Arzt die Amputation empfiehlt. Bei der Mehrzahl der Zuckerkranken sind weitere Folge-Amputationen nötig. Dies macht viele Diabetiker zu Pflegefällen. So werden in Deutschland jährlich rund 50.000 Amputationen bei Diabetes mellitus-Patienten wegen chronischer, nicht heilender Wunden infolge des sogenannten Diabetischen Fußsyndroms (DFS) durchgeführt. Dies sind zwei Drittel aller in Deutschland durchgeführten Amputationen.

Begleitende HBO-Therapie hilft schonend und ambulant bei Problemwunden

Bis heute ist selbst in Fachkreisen noch wenig bekannt, welche Möglichkeiten die Hyperbare Sauerstofftherapie (HBO) in der Behandlung des Diabetischen Fußsyndroms bietet. Die HBO ist eine nicht-operative und wissenschaftlich durch zahlreiche Studien abgesicherte ergänzende, konservative Behandlungsmethode, die weltweit erfolgreich zum Einsatz kommt. Durch das Einatmen von Sauerstoff in der Therapie-Druckkammer wird mehr Sauerstoff, der für die Wundheilung dringend benötigt wird, ins Gewebe transportiert. Blutkapillaren werden neu gebildet und es entsteht neues Bindegewebe. Dadurch können chronische Wunden besser abheilen. Eine schmerzfreie „Sauerstoffmessung“ testet zuvor, ob genügend Sauerstoff in die Wundregion gelangt, so dass der Patient mit der HBO erfolgreich behandelt werden kann. In Zusammenarbeit mit den behandelnden Ärzten und einer optimalen Wundpflege lassen sich durch unsere HBO-Therapie meistens Amputationen vermeiden oder zumindest begrenzen. Wie evidenzbasierte Studien zeigen, beschleunigt die HBO nicht nur die Wundheilung, sie kann auch dann noch helfen, wenn herkömmliche Therapien keinen Erfolg mehr zeigen. Damit eröffnet sie nicht nur neue Chancen auf Heilung, sondern erweist sich auch als eine wirtschaftliche Behandlungsmethode.

Kostenübernahme für ambulante HBO-Therapie bereits gesetzlich geregelt
Private Krankenversicherungen und Beihilfestellen entscheiden bei der Kostenübernahme der ambulanten HBO-Therapie in der Regel nach den individuellen Bedürfnissen ihres Versicherten. Nach aktueller Rechtsprechung müssen gesetzliche Krankenkassen bereits jetzt ebenfalls die Kosten einer ambulanten HBO-Therapie bei Diabetischem Fußsyndrom im Stadium Wagner III und Wagner IV mit amputationsbedrohter Extremität übernehmen, demnächst sogar schon ab Stadium Wagner II. Das HBO2 Druckkammerzentrum in Freiburg informiert Patientinnen und Patienten in einem persönlichen Gespräch über die Möglichkeiten der HBO-Therapie, hilft ihnen bei den Formalitäten der Kostenübernahme und stimmt die Behandlung mit ihrem Diabetologen ab.

Mit einem kostenfreien Informationsabend informiert das Druckkammerzentrum HBO2 Freiburg Betroffene und Interessierte: am Dienstag, den 16.01.2018, 18:00 Uhr
Vortragsthema: Diabetischer Fuß / Wundheilungsstörungen - Behandlungsmöglichkeit Hyperbare Sauerstofftherapie
Referentin: Dr. med. Claudia Haizmann, leitende Ärztin HBO2 Freiburg, Fachärztin für Anaesthesiologie, Notfallmedizin, Ärztin für Tauch- und Überdruckmedizin (GTÜM).
Veranstaltungsort: Druckkammerzentrum Freiburg, Habsburgerstraße 116, 79104 Freiburg
Anmeldungen bitte unter 0 761 38 20 18
Weitere Informationen auf www.hbo2.de
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Druckkammerzentrum Freiburg GmbH

Die Druckkammerzentrum Freiburg GmbH - Zentrum für Hyperbarmedizin, besteht seit 1996. Zu HBO2 Freiburg gehört die im Juli 2012 eröffnete Niederlassung in Karlsruhe. Seit Januar 2015 ist die 1997 gegründete Druckkammerzentrum Heidelberg GmbH Kooperationspartner der Druckkammerzentrum Freiburg GmbH. Bisher wurden in den komfortablen und nach modernsten technischen Vorgaben ausgestatteten Mehrplatz-Therapiedruckkammern mehr als 100.000 HBO-Behandlungen durchgeführt. Unsere Einrichtung ist nach dem Qualitätsmanagementsystem (QMS) ISO 9001:2008 durch die DNV GL Group AS zertifiziert. Die Druckkammerzentrum Freiburg GmbH ist Mitglied im Verband Deutscher Druckkammerzentren e.V. (VDD), www.vdd-hbo.de. Weitere Informationen im Internet: www.hbo2.de

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