Dienstag, 12. Dezember 2017


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111 Jahre Deutsches Theater München am 26. September 2007

Das Deutsche Theater München feiert Geburtstag – 111 Jahre Unterhaltung auf höchstem Niveau!

München, (lifePR) - Dies nahmen wir zum Anlass, einmal einen Blick zurück zu werfen, in die bewegte Vergangenheit des berühmtesten Gastspieltheaters Deutschlands.

1896 gab es rund um die Schwanthaler Straße nichts fürs Auge - nur tristes Fabrikgelände, tagsüber Arbeiter, abends Niemandsland. Und in diese kulturelle Einöde baute der Architekt und Unternehmer Alexander Blum ein neobarockes Vergnügungszentrum, um das pralle Leben, das bis dato nur in Berlin tobte, nach München zu holen.

Am 26.September 1896 hob sich dann erstmalig der Vorhang im Deutschen Theater mit seiner prächtigen, blattgold- und stuckverzierten Ausstattung. Die Münchner nahmen dieses Schaupielhaus begeistert an, und mit dem Silvesterball 1896 etablierte sich das Haus mit dem schönsten Ballsaal Europas zur Faschingshochburg. Dennoch waren die wilden Anfangsjahre skandalumwittert, bedroht von Pleite und Verboten aufgrund allzu freizügiger Auftritte – aber in den ersten 20 Jahren des 19. Jahrhunderts ist das Deutsche Theater das „vornehmste Varieté der Residenz“ – große Namen aus ganz Europa sind hier zu gern zu Gast und locken ein breitgefächertes Publikum an. So gab zum Beispiel die berühmte Tänzerin Anna Pawlowa im Deutschen Theater ihr letztes Gastspiel in Deutschland.

Während der Räterepublik unter Kurt Eisner stand das Haus dem Volk sogar als Parlament zur Verfügung. Seit dem 1. Weltkrieg gibt es hier opulente Revuen zu sehen, da treten Peter Kreuder und die Tiller Girls auf, da gab es so genannte Schönheitstänzerinnen und Josephine Baker sorgte für großen Presserummel, indem die prüde Staatsgewalt ihren Auftritt wegen Verletzung des öffentlichen Anstands kurzerhand verbot.

In den 1930er Jahren bietet das Deutsche Theater ein abwechslungsreiches Varieté-Programm mit Clowns und Entertainern wie Charlie Rivel, Grock, Karl Valentin, Werner Kroll. Das Theater wurde im 2. Weltkrieg, bis auf den Silbersaal, komplett zerstört und es musste zunächst der Kongresssaal des Deutschen Museums als Ausweichbühne dienen, bis die Stadt München und private Geldgeber eine notdürftige Renovierung finanzierten.

1951 wurde das Theater mit dem “Traumland der Revue“ wiedereröffnet, Johannes Heesters, Marika Rökk, Hans Moser und Zarah Leander hießen die Stars auf der Bühne, es wurden Revuen, Singspiele und Operetten aus aller Welt aufgeführt, darunter die Pariser „Folies Bergère“, aus Rio die „Brasilianas“, aus New York der „Broadway Express“ und “Porgy and Bess“, sowie die berühmtesten Ballett-Ensembles aus Moskau, Wien, London, Mexiko und Buenos Aires – 1961 endlich das erste Musical: „West Side Story“ feierte sensationelle Triumphe und wurde zum erfolgreichen Wegbereiter für dieses neue Genre „Musical“, bis dahin in Deutschland noch weitgehend unbekannt. Es folgen die Dauerbrenner „Anatevka“ und „My Fair Lady“- die Münchner waren hingerissen.

Von den frühen 60er Jahren bis 1976 finden neben den Gastspielauftritten von Showgrößen wie Harald Juhnke, Marcel Marcaeu, Marlene Dietrich oder Hildegard Knef alljährlich die „Theaterwochen“ statt, in deren Rahmen die großen Klassiker des Schauspiels aufgeführt werden. Da sind Bühnengrößen wie Ernst Deutsch, Josef Meinrad, Gert Fröbe, Lola Müthel, Klaus Kinski, Maximilian und Maria Schell zu erleben. Und auch die Komödienstadel-Größen wie Erni Singerl, Beppo Brehm, Michl Lang oder Gustl Bayrhammer begeistern das Publikum.

Nach der renovierungsbedingten Schließung in der Zeit von 1977 bis 1982 wird die Stadt München Betreiberin des Deutschen Theaters. Mit der Wiedereröffnung geht es mit Glanz und Glamour weiter. Unzählige Auftritte weltberühmter Stars und Shows werden vom Münchner Publikum stürmisch gefeiert, darunter Shirley MacLaine, Mario Adorf, Richard Chamberlain, Eartha Kitt, Nurejev, Alvin Ailey, Baryshnikow, David Copperfield, Max Raabe und Herman van Veen sowie Broadway Revuen wie „Bubbling Brown Sugar“, die Inszenierungen des Allround-Künstlers André Heller, Musicals wie „A Chorus Line“, Elton Johns „Aida“ oder Dario Fos „Barbier von Sevilla“.

Und nicht zuletzt gibt es ja auch noch die Ballsaison zur Faschingshochzeit, mit einem phantasievoll geschmückten Ballsaal, eleganten Bällen und der Musik der berühmtesten Tanzorchester Deutschlands wie James Last, Hugo Strasser und Max Greger.

Ein Abend im Deutschen Theater verspricht ein rundum gelungenes Erlebnis – dafür setzen sich alle Mitarbeiter und natürlich die Geschäftsführer ein. Nach ihren Vorgängern Paul Wolz, Dr. Kurt Plapperer, Heiko Plapperer-Lüthgarth und Andreas Friedrichs wachen jetzt die Geschäftsführer Carmen Bayer und Werner Steer darüber, dass sich alle Gäste ungetrübt und bestens umsorgt amüsieren können und bieten ein Programm an, das sich mit all den großen Bühnen der Welt messen kann.

111 Jahre „Palast des Lächelns“ - das Deutsche Theater bedankt sich in aller Herzlichkeit bei allen Freunden und Gästen, die so vehement für das Fortbestehen gekämpft haben!
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