Friedensnobelpreisträger fordert Bundesregierung und EU-Kommission zum Handeln auf

Das Difäm und Brot für die Welt unterstützen die Resolution von Denis Mukwege für Frieden und Gerechtigkeit im Kongo

Dr. Denis Mukwege mit Difäm-Direktorin Dr. Gisela Schneider (lifePR) ( Berlin/Tübingen Difäm, )
In der Demokratischen Republik Kongo wird sexualisierte Gewalt gegen Frauen als Kriegswaffe eingesetzt, um den sozialen Zusammenhalt von Familien und der Gesellschaft zu zerstören. Die Gewalt wird durch den Kampf um Rohstoffe vorangetrieben, die für die Produktion von Mobiltelefonen und Batterien genutzt werden. Friedensnobelpreisträger Dénis Mukwege setzt sich für die Gesundheit und Rechte der Frauen im Kongo ein. Mit einer Resolution ruft der Arzt und Menschen-rechtsaktivist die Bundesregierung und die EU-Kommission auf, sich für ein Ende der Gewalt und der Straflosigkeit im Kongo und für eine faire Rohstoffbeschaffung einzusetzen. Das Deutsche Institut für Ärztliche Mission (Difäm) in Tübingen und Brot für die Welt rufen bundesweit zur Unterzeichnung der Resolution auf. Beide fördern die medizinische und menschenrechtliche Arbeit von Dénis Mukwege im Kongo.

Vergewaltigung als Kriegswaffe
In der Resolution heißt es: „Wir fordern Bundesregierung und Europäische Kommission auf, sich vorbehaltlos für die Beendigung der Straflosigkeit im Kongo und damit für ein international anerkanntes und unabhängiges Justizverfahren einzusetzen, das Verbrechen gegen die Menschlichkeit und Kriegsverbrechen verfolgt.“ Dénis Mukwege sagt: „Wahrheit ist die Grundlage für Gerechtigkeit und Frieden.“ Wenn Täter ohne Strafverfolgung bleiben, haben die Opfer keine Möglichkeit, ihr Trauma zu verarbeiten. Cornelia Füllkrug-Weitzel, die Präsidentin von Brot für die Welt, sagt: „Sexualisierte Gewalt gegen Frauen als besonders brutale Kriegswaffe wird im Kongo wie weltweit immer ‚normaler‘. Dagegen braucht es ein Fanal, ein unübersehbares Stopp-Zeichen:  dieses und andere Verbrechen gegen die Menschlichkeit dürfen nicht länger straflos bleiben. „Dass der Internationale Strafgerichtshof den kongolesischen Milizenführer und Ex-General Bosco Ntaganda für schuldig befunden und erstmals ein Urteil gegen sexuelle Gewalt im Kongo gesprochen hat, ist ein hoffnungsvolles Signal.“

Unternehmen zu fairer Produktion verpflichten
Eine Ursache der Gewalt im Kongo ist der Kampf um wertvolle Rohstoffe. Unter anderem werden Coltan und Kobalt für die Produktion von Mobiltelefonen und Batterien für den deutschen und europäischen Markt genutzt. „Elektromobilität und Digitalisierung dürfen niemals auf Kinderarbeit, Vergewaltigung und Verbrechen gegen die Menschlichkeit aufbauen“, so Dénis Mukwege. Deshalb appelliert er an die Bundesregierung, gesetzliche Regelungen zu erlassen, damit die Geschäftstätigkeit und Rohstoffbeschaffung deutscher Unternehmen dazu beiträgt, dass Rohstoffe aus dem Kongo fair und unter Beachtung der Menschenrechte gewonnen werden.

Wir tragen eine Mitverantwortung
„Auch als Verbraucherinnen und Verbraucher haben wir eine wichtige Rolle und können einen Beitrag leisten, dass Ressourcen geschont und unter menschenwürdigen Bedingungen abgebaut werden“, sagt Difäm-Direktorin Gisela Schneider. Jeder könne Einfluss auf die Unternehmen und Zulieferer nehmen und auf die Einhaltung der Menschenrechte und faire Arbeitsbedingungen drängen. Ein Boykott von Rohstoffen aus dem Kongo wäre jedoch der falsche Weg. „Ich bin überzeugt, dass deutsche Unternehmen im Kongo Coltan und Kobalt unter guten Arbeitsbedingungen abbauen könnten“, so Mukwege.

Aufruf für Gerechtigkeit und Frieden im Kongo
In den vergangenen 20 Jahren hat Dénis Mukwege im Panzi-Krankenhaus zehntausende Mädchen und Frauen behandelt, die brutal vergewaltigt wurden. Der Gynäkologe und Menschenrechtsaktivist hat ein umfassendes Behandlungsprogramm für die Opfer sexualisierter Gewalt entwickelt und setzt sich kompromisslos für ihre Rechte ein. Doch „vollständige Heilung ist nur möglich, wenn Menschen auch Gerechtigkeit erfahren“, sagt Dénis Mukwege. Bereits 2010 haben die Vereinten Nationen die Leiden der Menschen im Kongo dokumentiert.

Die Resolution wurde beim Deutschen Evangelischen Kirchentages in Dortmund von über 1500 Menschen unterschrieben. Ebenso haben sich mehr als 1000 Menschen nach Veranstaltungen in Tübingen und Stuttgart diesem Anliegen angeschlossen.

 
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