Grünland statt Acker in den Bach- und Flussauen

DVL fordert gemeinsames Handeln der Umwelt- und Agrarminister

(lifePR) ( Ansbach, )
Für eine enge Verknüpfung des vorbeugenden Hochwasserschutzes mit der Agrarpolitik hat sich der Deutsche Verband für Landschaftspflege e.V. (DVL) ausgesprochen. Auen müssten als Hochwasserpuffer reaktiviert werden: durch Rückverlegung von Deichen und die Umwandlung von Ackerflächen in extensives Grünland. Wiesen und Weiden wirkten wie ein Schwamm und könnten so die Hochwasserspitzen merklich kappen, erklärte der Verband zur Sonder-Umweltministerkonferenz, die am 02. September zum Thema "Hochwasser" in Berlin tagte.

Die Landwirtschaft sieht der Dachverband der Dachverband der 155 Landschaftspflegeverbände und Biologischen Stationen in Deutschland als den zentralen Partner für die Umsetzung des vorsorgenden Hochwasserschutzes. Gemeinsam mit ihr müssten kooperative Lösungen erarbeitet werden. Die oft durch Ackernutzung geprägten Auen müssten in Grünland umgewandelt werden, damit sie optimal wirksam die Siedlungen vor Hochwässern schützen könnten. Dafür bedürfe es aber langfristiger und wirtschaftlich tragfähiger Förderangebote, um notwendige Umstellungen von Landwirtschaftsbetrieben zu ermöglichen und deren wirtschaftliche Existenz nicht zu gefährden.

In einer Studie an der Elbe habe das Bundesamt für Naturschutz nachgewiesen, dass der Nutzen naturverträglicher Hochwasserschutzmaßnahmen ihre Kosten im Verhältnis 3:1 übersteige. Das Geld sei also effizient angelegt. Der Bund verfüge mit dem Rahmenplan 2014 bis 2017 der Gemeinschaftsaufgabe zur Verbesserung der Agrarstruktur und des Küstenschutzes (GAK) bereits über ein gutes Instrument für eine Förderung: Mit bis zu 1.400 Euro könne in Auen die Umwandlung von Acker in Grünland gefördert werden. Damit dieses Geld sinnvoll investiert sei, müsse jedoch der Verpflichtungszeitraum von derzeit fünf auf 20 Jahre verlängert und eng mit den Landwirten abgestimmt werden.

Ein solches Programm sollte nach Meinung des DVL in allen Bundesländern angeboten werden. Besonders groß sei der Bedarf in den vom Hochwasser stark betroffenen ostdeutschen Bundesländern. Hier könne mit neuen Agrarumweltprogrammen Schwerpunkte gesetzt werden. Nach der massiven Kürzung der Finanzmittel der sogenannten 2. Säule der Gemeinsamen Europäischen Agrarpolitik sollten die finanziellen Mehrausgaben vorzugsweise durch eine Aufstockung der GAK-Mittel ausgeglichen werden. Dazu muss die Bundesregierung die GAK auch im Bereich Hochwasserschutz und Biodiversitätsschutz vollständig den Förderinhalten der 2. Säule (ELER) anpassen, um wirkungsvoll zur Umsetzung der Biodiversitäts- und Nachhaltigkeitsstrategien des Bundes und der Länder beitragen zu können.
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