Dienstag, 23. Mai 2017


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Wissenschaftsorganisationen mehrheitlich gegen eine Frauenquote

(lifePR) (Bonn, ) Die Präsidenten und Vorsitzenden von acht führenden Wissenschaftsorganisationen halten die Steigerung des Frauenanteils in wissenschaftlichen Führungspositionen für überfällig. Sie betonen aber auch, dass für akademische Karrieren wissenschaftliche Qualität und nicht das Geschlecht ausschlaggebend bleiben müsse. Daher lehnen es derzeit die meisten von ihnen ab, eine Frauenquote festzuschreiben. Das geht aus einer Umfrage hervor, die die Zeitschrift "Forschung & Lehre" in ihrem Juni-Heft veröffentlicht.

Für eine Quotenregelung, die sich am Anteil der potentiellen Kandidatinnen in den Fächern orientiert, spricht sich der Präsident der Helmholtz-Gemeinschaft, Jürgen Mlynek, aus. Eine "Quote auf Zeit", bis genügend Frauen in Führungspositionen seien, befürwortet auch der Präsident der Leibniz-Gemeinschaft, Ernst Theodor Rietschel. Als letztes Mittel wollen der Vorsitzende des Wissenschaftsrats, Peter Strohschneider, und der Generalsekretär des Europäischen Forschungsrates, Ernst-Ludwig Winnacker, eine Quotenregelung zumindest nicht ausschließen.

DFG-Präsident Matthias Kleiner und HRK-Präsidentin Margret Wintermantel sprechen sich demgegenüber explizit gegen eine Quotenregelung aus. Hochschulen und Forschungseinrichtungen sollten in den jeweiligen Fachgebieten selbst ihre Ziele für die Steigerung des Frauenanteils auf jeder Qualifikationsstufe festlegen und sich dabei an der vorherigen Qualifikationsstufe orientieren. Auf bessere Frauen- und Familienförderung setzt der Präsident der Max-Planck-Gesellschaft, Peter Gruss. Für den Präsidenten des Deutschen Hochschulverbandes, Bernhard Kempen, führt der Weg zu einem höheren Frauenanteil in der Wissenschaft über Hilfen bei der Kinderbetreuung, flexible Teilzeitlösungen und die Lockerung von dienstrechtlichen Altersgrenzen. Bei einer Quotenregelung stünde jede Professorin "unter dem Verdacht, wegen des Geschlechterproporzes und nicht wegen Eignung und Befähigung berufen worden zu sein".
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