Bayerisches Zimmererhandwerk reagiert auf Flüchtlingskrise mit neuer Internetplattform

Die Flüchtlingskrise wird zur Wohnraumkrise. Die Internetplattform www.schneller-wohnraum.de erleichtert deren Lösung - genauer gesagt: die Kommunikation zwischen Kommunen und Zimmerer-Innungen sowie die Kooperation zwischen den Holzbaubetrieben

Flüchtlingsunterkunft Königsbrunn (lifePR) ( München, )
Bisher widmeten sich nur relativ wenige, größere Holzbaubetriebe dem Bau von Flüchtlingsunterkünften. Das ändert sich nun. Künftig sollen auch mittlere und kleinere Betriebe bei der Bewältigung dieser dringenden Bauaufgabe mitarbeiten und so die Produktivität der Branche deutlich steigern. Um die Kommunikation und Kooperation zu erleichtern, entwickelte das Bayerische Zimmererhandwerk eine neue Internetplattform: www.schneller-wohnraum.de

Die Startseite liefert allgemeine Informationen und Best-Practice-Beispiele. Interessierte Kommunen und Landkreise erhalten über ein Dropdown-Menü die Kontaktdaten der für sie jeweils zuständigen Zimmerer-Innung. Deren Obermeister ist ihr erster Ansprechpartner. Im internen Bereich der Internetplattform geben die Holzbaubetriebe ihre freien Kapazitäten für Produktion und Montage ein. So hat der Ober-meister immer einen aktuellen Überblick, wieviel in welchem Quartal geleistet werden kann. Die weiteren Gespräche und Verhandlungen finden dann vor Ort auf lokaler und regionaler Ebene statt.

Neben der schnellen Errichtung von Wohnraum will das Bayerische Zimmererhandwerk auch zur Aufrechterhaltung der Baukultur sowie zur Erreichung der Energiewende- und Klimaschutz-Ziele beitragen: Die Anfang 2016 in Kraft tretende Verschärfung der Energieeinsparverordnung (EnEV) erachtet es als sinnvoll und widerspricht damit aktuellen Forderungen, diese auszusetzen und auf 2021 zu verschieben. Zudem spricht sich das Bayerische Zimmererhandwerk gegen Billig-Bauten mit kurzer Lebensdauer aus, weil diese das Problem des fehlenden Wohnraums langfristig nicht lösen. Ein „Tunnelblick“ nur auf die Baukosten ist irreführend, weil bei der Frage nach der Wirtschaftlichkeit immer die Gesamtkosten bis zum Ende einer Gebäudenutzung zählen. Das beste Kosten-Nutzen-Verhältnis entsteht durch eine hohe Bauqualität mit langer Nutzungsdauer und niedrigen Heizkosten.
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