ARD beschließt Strategie für die digitale Medienwelt - Tagesschau aufs Handy

Gebührenzahler können von ARD-Inhalten mehr als bisher profitieren - Audio- und Videoportal - Einstieg in HDTV - Tagesschau aufs Handy

(lifePR) ( Saarbrücken, )
Die ARD hat die Weichen für das digitale Zeitalter gestellt. Auf ihrer Sitzung in Saarbrücken haben die Intendantinnen und Intendanten einstimmig die ARD-Digitalstrategie verabschiedet. Das unter Federführung des Saarländischen Rundfunks entstandene Strategiepapier vermittle einen umfassenden Überblick über die Pläne und Positionen der ARD, unterstrich der ARD-Vorsitzende Fritz Raff: "Die Palette reicht von HDTV und Handy-TV über ein Audio- und Videoportal bis hin zu digitalen Zusatzangeboten im Hörfunk. Wir wollen unserem Publikum großen Mehrwert ohne erheblichen Mehraufwand bieten - jetzt kommt es darauf an, dass wir die Politik überzeugen, uns das Tor in die digitale Welt rechtlich zu öffnen".

Fernsehzuschauer und Radiohörer haben künftig die Möglichkeit, deutlich mehr Sendungen und Inhalte der ARD und ihrer Landesrundfunkanstalten unabhängig von Ort und Zeit zu nutzen. So könne beispielsweise ab dem 16.
Juli die stündlich aktualisierte 100-Sekunden-Tagesschau von EinsExtra jederzeit auf dem Handy abgerufen werden. Außerdem werde ein zentral auf www.ard.de zugängliches Audio- und Videoportal rechtzeitig zur Internationalen Funkausstellung Anfang September viele Fernseh- und Hörfunkinhalte der ARD und ihrer Landesrundfunkanstalten kostenfrei für einen Zeitraum von sieben Tagen zum Abruf bereitstellen.

Der ARD-Vorsitzende betonte, die ARD sehe in der Digitalisierung die große Chance, dass die Gebührenzahler von den Programmen und Inhalten der ARD noch mehr profitieren als im analogen Zeitalter: "Die Rundfunkgebühr wird in der digitalen Medienwelt zur Content-Flatrate für Qualitätsinhalte."
Zentrale Aufgabe der ARD in einer immer kommerzialisierteren Welt mit unzähligen Content-Angeboten sei es, den Bürgern Qualität, Orientierung und Verlässlichkeit zu bieten: "Trotz zunehmender Individualisierung und Nischenbildung wird sich die ARD mit den Themen auseinandersetzen, die unsere Gesellschaft als Ganzes angehen."

Gleichzeitig biete die Digitalisierung auch die Chance, verstärkt jüngere Zielgruppen zu gewinnen, sagte Raff: "Die stark ansteigende Nachfrage nach den Podcast-Angeboten der ARD zeigt erfreulicherweise, dass selbst anspruchsvolle Kulturbeiträge und längere Wortsendungen auch jüngere Zielgruppen erreichen, wenn die Inhalte im Internet abrufbar sind." Zudem wolle die ARD den Rundfunk auch in der digitalen Welt als Kulturgut erhalten. "Allerdings müssen wir hinsichtlich Anmutung und inhaltlicher Gestaltung noch mehr auf die nachwachsenden Generationen zugehen."

Gremienvorsitzende: Mehrwert für die Gesellschaft schaffen

Die Gremienvorsitzendenkonferenz unterstützt die strategischen Planungen der ARD für die digitale Welt: "Wir halten es für richtig und wichtig, dass die ARD die digitalen Plattformen und Verbreitungswege offensiv nutzt.
Allerdings muss die Schaffung von Mehrwert für die Gesellschaft (Public Value) auch und gerade in der digitalen Welt höchste Priorität behalten. In diesem Sinne ist das öffentlichrechtliche Profil der ARD weiter zu schärfen. Die Digitalisierung bietet neue vielversprechende Chancen, die Jugend verstärkt für das öffentlich-rechtliche Angebot zu gewinnen. Diese Chancen gilt es jetzt konsequent zu nutzen", sagte der Vorsitzende der Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der ARD, Volker Giersch.

Einstieg in HDTV zu Olympischen Spielen in Vancouver 2010

Den Einstieg in das hoch auflösende Fernsehen HDTV plant die ARD gemeinsam mit dem ZDF für 2010. Die Olympischen Winterspiele in Vancouver im Februar 2010 werden bereits in HD ausgestrahlt. Im Anschluss an die Olympischen Spiele wird das Erste simulcast in HD über Satellit gesendet. In den Folgejahren wird die ARD der Marktentwicklung entsprechend weitere ARD-Programme in HD-Qualität ausstrahlen. Gleichzeitig werden ARD-Programme und -Inhalte zunehmend auch über Handy-TV empfangbar sein.

Öffentlichrechtliches Profil der Digitalkanäle wird geschärft

Die Intendantinnen und Intendanten der ARD beschlossen in Saarbrücken, das öffentlich-rechtliche Profil der drei Digitalkanäle der ARD weiter zu
schärfen: EinsExtra wird sich zu einem umfassenden Informationsprogramm mit verlässlichem Nachrichtenangebot für alle Nutzungsformen und Verbreitungswege weiter entwickeln. EinsPlus soll sich als Ratgeber-,
Service- und Wissenskanal profilieren. EinsFestival wird sowohl in seinen Reportageformaten als auch im fiktionalen Bereich verstärkt ein jüngeres und bildungsaffines Publikum ansprechen. Der ARD-Vorsitzende betonte, die Fortentwicklung der Digitalkanäle folge der Devise "Umbau statt Ausbau".

Mehr als im analogen Zeitalter profitiere die ARD in der digitalen Welt von Synergien, Kooperationen und intelligenter Vernetzung vorhandener Inhalte.

Audio- und Videoportal

Um die Auffindbarkeit von Sendungen und Inhalten zu verbessern, wird die ARD ein über www.ARD.de zugängliches Audio- und Videoportal online stellen, in dem viele Sendungen und Inhalte der ARD-Programme gebündelt
werden, die zum Abruf bereit stehen. Rechtzeitig zur Internationalen Funkausstellung in Berlin werden zahlreiche Radio-Beiträge, ausgewählte TV-Sendungen und Podcasts im neuen Design präsentiert. Anders als bei den bisherigen Mediatheken enthalte das Audio- und Videoportal der ARD nicht nur Fernsehsendungen, sondern auch Hörfunk-Beiträge. Dabei nutze die ARD vorhandene Strukturen und Synergien, sagte Raff: "Das Portal ist eine Art virtuelle Eingangstüre, die zu den dezentralen Inhalten der Landesrundfunkanstalten führt. Die Nutzer haben dennoch den Eindruck eines übersichtlichen und funktional einheitlichen ARD-Players." Für zusätzliche Orientierung sorgen redaktionelle Module wie "Best of"-Kategorien oder aktuelle Themenpakete.

Peter Boudgoust, Intendant des bei ARD.de federführenden SWR: "Unsere Zuschauer und Zuhörer können im Online-Portal bei ARD.de künftig die beliebtesten Sendungen auch nach deren Ausstrahlung noch nutzen, ganz einfach per Mausklick und selbstverständlich kostenfrei. Wir schaffen hier mit Hilfe der digitalen Technologie einen Mehrwert, der allen zugute kommt."

Digitale Zusatzangebote im Hörfunk

Auch das Radio will die ARD in der digitalen Welt als eigenständiges Medium weiterentwickeln. Um den Radiohörern den Übergang in das digitale Zeitalter zu erleichtern, dürfe nicht nur technischer, sondern müsse auch inhaltlicher Mehrwert geboten werden, sagte Raff. Die Landesrundfunkanstalten der ARD bereiten deshalb gemeinsame programmliche Konzepte für digitale Zusatzangebote in den Themenbereichen Kinder, Wissen und Integration vor. Dabei würden bereits vorhandene Beiträge und Sendungen zu neuen Formaten zusammengestellt: "Diese Zusatzangebote, die sich aus vorhandenen Beiträgen speisen, werden von einer Landesrundfunkanstalt federführend gebündelt und als Gemeinschaftsleistung der ARD angeboten."
Das Deutschlandradio sei dabei ausdrücklich zur Mitarbeit eingeladen.

Das Strategiepapier wird kontinuierlich weiter entwickelt, sowohl von Seiten der Gremien der Landesrundfunkanstalten als auch auf ARD-Ebene durch die ARD-Strategiegruppe.
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