Dienstag, 12. Dezember 2017


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Rettet Europa die Regionalplanung?

Hannover, (lifePR) - Die Europäische Union stellt die Regionalplanung vor vielfältige Anforderungen. Die Wasserrahmen-, Feinstaub- und Umgebungslärmrichtlinie sowie die Richtlinien zum FFH- und Vogelschutz sind nur einige Beispiele für europäische Vorgaben, die in nationales Recht umzusetzen sind und damit auch in die Regionalplanung hineinwirken. Auch aus veränderten gesellschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen ergeben sich für die Regionalplanung neue Herausforderungen. Stichworte sind hier der demographische Wandel, immer knapper werdende öffentliche Kassen und Umstrukturierungen in der Verwaltung. Welche Aufgaben und Probleme kommen in diesem Zusammenhang auf die Regionalplanung zu? Wie können diese gemeistert werden? Welche Strategien gibt es in den einzelnen Regionen?

Antworten auf diese Fragen diskutierten rund 100 Teilnehmer der diesjährigen deutschen Regionalplanungstagung, die am 6. und 7. September in Gera stattfand. Bereits zum dritten Mal führte die Akademie für Raumforschung und Landesplanung eine solche Tagung durch. Die Veranstaltung hat sich für Planungspraxis, Wissenschaft, Politik, Verwaltung und Wirtschaft als Forum der Wissensvermittlung, des Gedanken- und Erfahrungsaustauschs etabliert. Die diesjährige Tagung stand unter der Überschrift "Regionalplanung im europäischen Kontext".
Mit ihr verbunden war ein Besuch über das Gelände der Bundesgartenschau 2007, das sich auf dem ehemaligen Uranabbaugebiet der Wismut befindet.
Daraus ist inzwischen eine völlig neue Landschaft entstanden -- ein eindrucksvolles Beispiel für regionale Entwicklung.

Auf der Tagesordnung der Veranstaltung standen Themen wie Staatsmodernisierung und Verwaltungsreformen. In Bezug auf die Aufgaben der Regionalplanung stellte sich vor allem die Frage, wie "regional governance" als neue regionale Steuerungsform aussehen kann. Weiter ging es um die Lage öffentlicher Haushalte, insbesondere wie der Spagat zwischen dem hohen Bedarf an Zukunftsinvestitionen in Bildung, Innovation und Infrastruktur und fehlender Finanzmittel zu bewältigen ist.

Auch der Klimawandel beschäftigt die Regionalplanung. Die Folgen des Klimawandels werden gewohnte Landschaftsbilder verändern. Hier entwickelt die Regionalplanung regional abgestimmte Anpassungsstrategien, trifft Maßnahmen zur Risikovorsorge und koordiniert Strategien zur Minderung des Kohlendioxidausstoßes.

Thematisiert wurde weiter der Einfluss der EU-Politiken auf die räumliche Planung und Entwicklung. Angesprochen wurde der Konflikt zwischen Planung und Naturschutz. Was passiert beispielsweise, wenn der geplante Bau eines Windenergieparks in ein nach der FFH- oder Vogelschutzrichtlinie auszuweisendes europäisches Schutzgebiet fällt?
Wie ist mit den Anforderungen umzugehen, die sich durch die Strategische Umweltprüfung an die Aufstellung von Regionalplänen ergeben? Das sind nur einige der Themen, mit denen sich die Regionalplanung in Zukunft befassen muss. Werkstattberichte aus der Region Süddänemark/Schleswig-Holstein und aus der Region Basel über Chancen und Probleme bei grenzüberschreitender Zusammenarbeit rundeten die Tagung ab.
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