Mittwoch, 18. Oktober 2017


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Karlsruher Arbeitsmarkt zeigt Stärke

1.800 neue Stellenangebote - bester Wert seit 10 Jahren / 3.360 Arbeitslose weniger als vor einem Jahr / Chancen für Ältere steigen

Karlsruhe, (lifePR) - "Es ist erfreulich zu sehen, dass der regionale Arbeitsmarkt trotz des langanhaltenden Winters Stärke zeigt und der saisonal bedingte Zuwachs im letzten Monat zum großen Teil verkraftet wurde. Der Aufwärtstrend bei der Arbeitskräftenachfrage hat sich fortgesetzt. Mit 1.800 neuen Stellenangeboten in diesem Monat erreichen wir den besten Wert seit 10 Jahren. Aus nahezu allen Wirtschaftbereichen bekommen wir derzeit Arbeitsstellen gemeldet. Insbesondere der Bedarf an höher qualifizierten Fachkräften hat angezogen.

Zunehmend rückt deshalb die Frage 'Sind die regionalen Arbeitsmarktakteure gerüstet für den demografischen Wandel?' immer mehr in den Fokus. In meinen Gesprächen mit Unternehmen, Gewerkschaften, Kammern und Verbänden steht deshalb das Thema Fachkräftebedarf verstärkt im Mittelpunkt.", sagt Ingo Zenkner, Chef der Agentur für Arbeit in Karlsruhe.

Die wichtigsten Daten auf einen Blick:

- Genau 17.284 Frauen und Männer sind ohne Arbeit - 538 oder 3,0 Prozent weniger als vor einem Monat und gar 3.362 weniger als vor einem Jahr.

- Vom Rückgang profitieren - seit langem - in erster Linie ältere Arbeitslose über 50 Jahren.

- Bei den Versicherungskunden (Sozialgesetzbuch III - SGB III) ging die Arbeitslosigkeit deutlicher nach unten als bei der Grundsicherung nach SGB II

- Die Arbeitslosenquote ist um einen Zehntelprozentpunkt gesunken. Mit aktuell 4,6 Prozent liegt sie 0,1 Prozent über dem Landesdurchschnitt.

- 5.029 Personen konnten aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden. 4.493 Menschen mussten sich neu arbeitslos melden.

- Hohe Einstellungsbereitschaft der Betriebe. Mit 1.800 neuen Stellenangeboten im Februar wurde der beste Wert seit 10 Jahren erreicht. So viele neu zu besetzende Arbeitsstellen - innerhalb eines Monats - gab es zuletzt im September 2001.

Entwicklung der Arbeitslosigkeit

17.280 Frauen und Männer im Stadt- und Landkreis Karlsruhe sind jetzt ohne Arbeit. 540 weniger als im Vormonat und gut 3.360 weniger als vor einem Jahr.

Die Agentur für Arbeit differenziert bei der Betrachtung des Arbeitsmarktes neben den Branchen auch verschiedene Personengruppen, um so Risikofaktoren für die Beschäftigungsentwicklung frühzeitig zu erkennen und entsprechend zu reagieren. Besonders im Blickpunkt stehen dabei stets zwei Personengruppen, die Jungen und die Älteren. Bei den Jugendlichen liegt die Arbeitslosenquote mit 3,6 Prozent unter der Gesamtquote. Die Arbeitslosigkeit bei älteren Arbeitnehmern liegt derzeit mit 5,3 Prozent aber noch deutlich höher.

"Die positive konjunkturelle Entwicklung ist in den Betrieben angekommen. Die Unternehmen der Region haben auch während der Krise in ihrem Bemühungen um die Ausbildung junger Menschen nicht nachgelassen. Doch das allein wird die Auswirkungen des demografischen Wandels nicht auffangen können. Jetzt gilt es, die vorhandenen Potenziale, insbesondere auch der Generation über 50, noch besser auszuschöpfen. Fachliche Erfahrung, Betriebstreue und hohe soziale Kompetenzen sind Faktoren, deren Bedeutung bereits von vielen Arbeitgebern geschätzt wird. Für mich ist das nicht nur eine betriebswirtschaftliche Frage, eine ausgeglichene Altersstruktur ist auch ein wichtiger Faktor für das innerbetriebliche Klima. Rund 5.200 Menschen aus unserem Bezirk, die 50 Jahre und älter sind, sind ein beachtliches noch nicht genutztes Arbeitskräftepotenzial, das bereit ist und auf den Arbeitsplatz wartet, bei dem in erster Linie Qualifikation und berufliche Erfahrungen zählen", erläutert Zenkner.

Im Berichtsmonat erhielten 10.095 Frauen und Männer oder 58,4 Prozent aller Arbeitslosen aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe Leistungen zur Grundsicherung (SGB II), gut 180 weniger als vor vier Wochen. Erneut gab es im Landkreis einen stärkeren Rückgang als im Stadtkreis (Verhältnis: Zwei Drittel/ein Drittel). In der Stadt Karlsruhe sind aktuell 6.170 Personen oder 68,2 Prozent aller arbeitslosen Menschen SGB-II-Kunden. Im Landkreis Karlsruhe erhalten jetzt knapp 3.930 Personen die Leistung der Grundsicherung; der Anteil hier: 47,6 Prozent.

Als Ergänzung zur gesetzlich definierten Arbeitslosenzahl veröffentlicht die Agentur für Arbeit Karlsruhe auch Daten zur sogenannten Unterbeschäftigung (siehe Arbeitsmarktreport - Eckwerte). Sie bilden das Geschehen am Arbeitsmarkt noch umfassender ab, da sie zusätzlich zu den Arbeitslosen auch Angaben zu Personen enthalten, die nicht als arbeitslos gelten aber ohne Beschäftigung sind, wie beispielsweise solche in Arbeitsmarktmaßnahmen, beruflicher Weiterbildung, Arbeitsgelegenheiten. Die Unterbeschäftigungsquote liegt aktuell bei 6,6 Prozent (VJ:7,6 Prozent).

Arbeitslosigkeit ist kein starrer Block. Um den Arbeitsmarkt wirklich aussagekräftig beurteilen zu können, ist ein Blick auf seine Bewegungen erforderlich. Rund 9.250 Bewegungen (Zugänge und Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit) wurden allein im Februar registriert.

5.030 Menschen der Region konnten in den letzten vier Wochen aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden. Das sind 880 mehr als im Januar. Sie haben jetzt wieder neue Arbeitsstellen, nehmen an einer beruflichen Weiterbildung teil oder besuchen eine betriebliche oder schulische Ausbildung. Ein Teil hat sich auch in den vergangen vier Wochen aus persönlichen Gründen aus dem Arbeitsmarktgeschehen zurückgezogen.

Parallel mussten 4.490 Frauen und Männer bei einer der fünf Agenturgeschäftsstellen in Karlsruhe, Bretten, Bruchsal, Ettlingen Waghäusel oder im JobCenter Stadt Karlsruhe neu oder wieder arbeitslos melden. 4,6 Prozent weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Arbeitskräftenachfrage

Einen weiteren Hinweis auf die Stärke des Arbeitsmarktes liefert gegenwärtig die Kräftenachfrage. Die Arbeitgeber meldeten in den letzten vier Wochen so viele offene Stellen wie zuletzt vor rund 10 Jahren (Sept. 2001).

1.800 freie oder freiwerdende Stellen aus nahezu allen Wirtschaftsbereichen können besetzt werden. Das sind 47,9 Prozent mehr als vor einem Jahr. Dreiviertel der neu gemeldeten Stellen sind sofort, die Übrigen in naheliegender Zeit zu besetzen.
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