Dienstag, 21. November 2017


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Arbeitslosigkeit weiterhin im Rückwärtsgang

Karlsruhe, (lifePR) - .
- Gut 500 Arbeitslose weniger
- Arbeitslosenquote hat die 4-Prozentmarke unterschritten

Die Arbeitslosigkeit im Stadt und Landkreis Karlsruhe ist erneut deutlich zurück gegangen. Mit 14.490 Personen und einer Arbeitslosenquote von 3,8 Prozent erreicht sie einen neuen Tiefstand.

Hierzu Ingo Zenkner, der Vorsitzende der Arbeitsagentur Karlsruhe: "Die konjunkturelle Entwicklung hat - trotz anhaltender Finanzunsicherheit in der Eurozone - in den vergangenen Monaten eine solche Dynamik entwickelt, dass davon nicht nur die Arbeitslosigkeit sondern die Unterbeschäftigung insgesamt - dazu zählen neben den registrierten Arbeitslosen insbesondere auch Frauen und Männer, die an Fördermaßnahmen teilnehmen - in beachtlichem Maße zurückgeführt werden konnten. Wir schafften es, die Zahl der Arbeitslosen nach der großen Krise 2008/2009 in nur 24 Monaten um 4.700 zu senken. Das zeigt mir, dass unser regionaler Arbeitsmarkt aufnahmefähiger als in vergangen Aufschwungsphasen ist".

Allerdings, so Zenkner weiter, hätten sich auch die Strukturen der Arbeitslosigkeit in diesen zwei Jahren verfestigt. "Die Matchingprozesse gestalten sich jetzt schwieriger. Meine Vermittlungsfachkräfte müssen bei den Unternehmen verstärkt dafür werben, damit sie auch Bewerbern eine Chance einräumen, die bisher nur gering von der guten Entwicklung profitierten. Es wird für Arbeitgeber immer wichtiger, die Leistungsfähigkeiten von Menschen mit Behinderungen, Migrationshintergrund, Älteren oder Berufsrückkehrerinnen bei der Stellenbesetzung noch stärker in den Fokus zu rücken, um ihren Fachkräftebedarf zu decken".

Der Arbeitsmarkt im Überblick

14.490 Frauen und Männer sind derzeit ohne Arbeit; 510 oder 3,4 Prozent weniger als im Oktober und gut 2.250 weniger als vor einem Jahr. Bei allen Personengruppen ging die Arbeitslosigkeit zurück. Die Gewinner waren diesen Monat erneut die unter 25-Jährigen. Ihre Quote sank im November um 0,3 Prozentpunkte auf 2,9 Prozent. Im letzen November lag sie noch bei 3,3 Prozent. Ein gutes Zeichen: Deutlich mehr jüngere Menschen unter 25 Jahren, die bisher Grundsicherungsleistungen (Hartz IV) erhalten haben, konnten ihre Arbeitslosigkeit beenden. Ihre Zahl ging im Vergleich zum Vorjahr um 15,8 Prozent zurück.

Von den Arbeitslosen der Altersklasse "50-plus" konnten im Vergleich zum Vormonat 45 Personen ihre Arbeitslosigkeit beenden. Am Monatsende waren knapp 4.780 Personen dieser Altersstufe ohne Arbeit.

Im Monatsvergleich ebenfalls rückläufig, die Zahl der schwerbehinderten Menschen. 1.198 (minus 36) sind noch arbeitslos. Im Vorjahresvergleich musste hier jedoch ein Anstieg von 2,3 Prozent gemeldet werden.

Menschen mit Behinderung haben, im Vergleich zu nicht behinderten Menschen, immer noch mehr Schwierigkeiten, auf dem ersten Arbeitsmarkt Fuß zu fassen. Dabei sind Menschen mit Behinderung nicht weniger leistungsfähig. Vielmehr sind sie - richtig eingesetzt - sehr motivierte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die ihre Chance nutzen. Gut qualifizierte Arbeitssuchende mit Behinderung sind in fast allen Berufsgruppen - oft auch in Engpassberufen - zu finden.

Am 3. Dezember ist der Internationale Tag der Menschen mit Behinderung - ein von den Vereinten Nationen ausgerufener Gedenktag, der das Bewusstsein der Öffentlichkeit für die Probleme von Menschen mit Behinderung wachhalten soll. Die Bundesagentur für Arbeit (BA) als Träger der aktiven Arbeitsförderung und der beruflichen Rehabilitation wird diesen Tag zum Anlass nehmen, eine Aktionswoche für Menschen mit Behinderung durchzuführen.

Der Rückgang der Arbeitslosen verteilt sich auf beide Rechtskreise - Sozialgesetzbuch III (SGB III) und Sozialgesetzbuch II (SGB II). Durch konsequente Betreuung konnte die Zahl der Personen, die die steuerfinanzierte Grundsicherungsleistung (Hartz IV) erhalten, in den vergangenen vier Wochen um gut 290; gegenüber dem letzten November um 940, gesenkt werden. Noch sind 8.972 Frauen und Männer oder 61,9 Prozent aller Arbeitslosen aus dem Stadt- und Landkreis Karlsruhe auf die Leistungen zur Grundsicherung (SGB II) angewiesen. Dabei liegt der Anteil in der Stadt Karlsruhe mit 72,8 Prozent oder 5.655 Personen deutlich höher als im Landkreis. Dort erhalten jetzt 3.317 Personen die Leistung der Grundsicherung; der Anteil hier: 49,3 Prozent.

Die Arbeitslosenquote ist erneut um einen Zehntelprozentpunkt gesunken. Mit aktuell 3,8 Prozent liegt sie 0,2 Prozent über dem Landesdurchschnitt. Vor einem Jahr lag sie noch bei 4,4 Prozent. Die Entwicklung im Stadt- und Landkreis ist dabei sehr unterschiedlich. Im Stadtkreis liegt sie nun bei 5,3 Prozent (Vorjahr: 5,8), im Landkreis dagegen bei 2,9 Prozent (Vorjahr: 3,5).

Arbeitslosigkeit ist kein fester Block. Um den Arbeitsmarkt aussagekräftig beurteilen zu können, ist ein Blick auf seine Bewegungen erforderlich. Rund 9.720 Bewegungen (Zugänge und Abmeldungen aus der Arbeitslosigkeit) registrierte die Arbeitsagentur im vergangenen Monat. Dabei überwog erneut die Zahl der Abmeldungen. 5.110 Menschen der Region konnten aus der Arbeitslosigkeit abgemeldet werden; 11,9 Prozent mehr als im letzten Berichtsmonat. Gleichzeitig mussten sich im Oktober aber auch knapp 4.610 Frauen und Männer bei einer der fünf Agenturgeschäftsstellen in Karlsruhe, Bretten, Bruchsal, Ettlingen, Waghäusel oder im JobCenter Stadt Karlsruhe neu oder wieder arbeitslos melden; das sind rund 620 weniger als zum gleichen Zeitpunkt des Vorjahres.

Einen weiteren Hinweis auf die hohe Dynamik am Arbeitsmarkt liefert die Arbeitskräftenachfrage Die Unternehmen meldeten den Arbeitgeber-Teams allein im vergangenen Monat rund 1.640 neue Arbeitsstellen. Das waren gut 300 mehr als im Oktober und 140 mehr als vor einem Jahr.

Seit Jahresbeginn sind 17.250 Stellen eingegangen. Gegenüber dem vergleichbaren Zeitraum des Vorjahres ein Zuwachs von 13 Prozent oder 2.050 Vakanzen. Das Gesamtangebot an freien Stellen im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe liegt derzeit mit 3.740 um 15 Prozent höher als vor einem Jahr.
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