Dienstag, 19. Juni 2018


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Windhorst: Schönheitskorrekturen beim Discounter sind gefährlich

Gegen Sonderangebote mit dem Skalpell

Münster, (lifePR) - Vor einem Schönheitstourismus in Billig-OP-Länder und einer Schnäppchen-Mentalität bei der plastischen und ästhetischen Chirurgie warnt der Präsident der Ärztekammer Westfalen-Lippe (ÄKWL), Dr. med. Theodor Windhorst.

Nach seiner Überzeugung werden die medizinischen Qualitätsstandards in diesem Bereich oft weit unterlaufen. Dieser Entwicklung will die ÄKWL entgegenwirken und hat deshalb eine Informationsbroschüre „Plastische und ästhetische Chirurgie in Westfalen-Lippe“ herausgegeben, die über die ärztlichen Qualifikationen informiert.

„Die Frage nach dem richtigen Arzt ist wohl die erste, die sich Menschen stellen, wenn Sie sich einer plastisch-rekonstruktiven oder ästhetischen Operation unterziehen wollen. Die Ärztekammer klärt über die notwendigen ärztlichen Qualifikationen auf und gibt wichtige Hinweise für das Arzt-Patientengespräch.“ Dies sei umso wichtiger, da die so genannte Schönheitschirurgie sich außerhalb des gesetzlich geregelten Weiterbildungsrechts der Ärzteschaft entwickelt habe.

Windhorst deutlich: „Schönheitschirurg ist kein geschützter Begriff. Eine einheitliche Definition dessen, was Schönheitschirurgie, kosmetische Chirurgie oder ästhetische Chirurgie ist, besteht nicht.“

Nur die reguläre Facharztbezeichnung ‚Plastischer Chirurg’ oder "Plastischer und ästhetischer Chirurg" belege, dass der jeweilige Arzt eine sechsjährige Weiterbildung in diesem Bereich absolviert hat. Außerdem haben Mund-Kiefer-Gesichts-Chirurgen und Hals-Nasen-Ohren-Ärzte die Möglichkeit, die Zusatzqualifikation "Plastische Operationen" zu erlangen.

Der Kammerpräsident rät, bei viel versprechender Werbung und Billig-Angeboten vorsichtig zu sein. „Denn Schönheitskorrekturen beim Discounter sind gefährlich.“ Und: Was zunächst kostengünstig erscheine, könne später sehr teuer werden.

Seit Beginn des Jahres übernehmen nämlich die Krankenkassen keine Kosten mehr für korrigierende Eingriffe bei krankhaften Folgen von Schönheitsoperationen. Windhorst: „Zeitungsannoncen und Fernsehauftritte sind keine Qualitätskriterien. Wer Sonderangebote mit dem Skalpell verspricht, muss irgendwo sparen. Das geht meistens zu Lasten der Qualität.“

Mit der Patientenbroschüre „Plastische und ästhetische Chirurgie in Westfalen-Lippe“ informiert die ÄKWL über hilfreiche Schritte, um den geeigneten Arzt zu finden. Darin enthalten sind Angaben, welche Qualifikation der Arzt haben und wie das Gespräch mit dem Arzt verlaufen sollte und welche weiteren Aspekte berücksichtigt werden sollten, um die richtigen Entscheidungen zu treffen.
Im Kammerbezirk Westfalen-Lippe besaßen im vergangenen Jahr 103 Ärztinnen und Ärzte die Facharztanerkennung "Plastische Chirurgie".

Zu den häufigsten plastischen oder ästhetischen Eingriffen zählen Brustverkleinerungen und -straffungen, Brustvergrößerungen, Fettabsaugungen, Ohrenkorrekturen, Gewebeunterfütterungen mit Fremdmaterial oder Eigenfett, Lidstraffungen, Bauchdeckenstraffungen, Nasenkorrekturen, Faceliftings und Oberschenkelstraffungen.
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