Montag, 11. Dezember 2017


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4SC berichtet über ein erfolgreiches Geschäftsjahr 2007

Planegg-Martinsried, (lifePR) - Die 4SC AG (Frankfurt, Prime Standard: VSC) berichtet heute über das Finanzergebnis aus dem Geschäftsjahr 2007. Die Umsatzerlöse betrugen im Berichtszeitraum 1,376 Mio. Euro und lagen damit um 62,4 Prozent unter dem Wert des Vergleichszeitraums 2006 (3,664 Mio. Euro). Im Vorjahr hatte allein der Geschäftsbereich "Drug Discovery & Development" im Zuge der erfolgreichen Veräußerung der weltweiten Exklusivrechte der QSB-Substanzen mit 1,683 Mio. Euro knapp die Hälfte zum Gesamtumsatz beigetragen. In 2007 hingegen schloss die 4SC AG keine neue Lizenzvereinbarung ab, sondern konzentrierte sich auf die Wertsteigerung ihrer Pipeline-Projekte, allen voran ihres Leitprojekts gegen Rheumatoide Arthritis. Folglich stammen die Umsatzerlöse im Geschäftsjahr 2007 ausschließlich aus dem Geschäftsbereich "Collaborative Business", und hier im Wesentlichen aus der Forschungskooperation mit der US-amerikanischen QuoNova LLC.

Das Ergebnis der betrieblichen Tätigkeit betrug - 8,303 Mio. Euro nach - 5,530 Mio. Euro im Vorjahr. Hintergrund sind neben den geringeren Umsatzerlösen die auf 6,240 Mio. Euro gestiegenen Forschungs- und Entwicklungskosten (2006: 5,715 Mio. Euro) sowie die auf 2,822 Mio. Euro gestiegenen Verwaltungskosten (2006: 2,355 Mio. Euro). Die höheren Forschungs- und Entwicklungskosten resultierten vor allem aus erhöhten Fremdleistungen im Zuge klinischer und präklinischer Studien. Das Periodenergebnis des Berichtsjahrs lag bei - 8,130 Mio. Euro (2006: - 5,540 Mio. Euro). Das unverwässerte und verwässerte Ergebnis je Aktie belief sich auf - 0,57 Euro (2006: - 0,50 Euro).

In Rahmen der beiden im Mai und September 2007 durchgeführten Kapitalerhöhungen konnte die 4SC AG brutto 20,163 Mio. Euro einwerben, in der Folge erhöhte sich das Grundkapital der Gesellschaft von 11,461 Mio. Euro zum Jahresbeginn auf derzeit 19,002 Mio. Euro. Das Eigenkapital der 4SC AG lag zum 31. Dezember 2007 bei 19,616 Mio. Euro (2006: 7,854 Mio. Euro) und die Eigenkapitalquote stieg auf 88,9 Prozent (2006: 78,8 Prozent). Der Bestand an Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten (Wertpapiere) belief sich auf 10,335 Mio. Euro (2006: 2,522 Mio. Euro). Darüber hinaus verfügt die Gesellschaft über nicht in den Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten ausgewiesene lang- und kurzfristige Wertpapiere in Höhe von 6,858 Mio. Euro (2006: 1,949 Mio. Euro), sodass sich insgesamt ein Finanzmittelbestand in Höhe von 17,193 Mio. Euro (2006: 4,471 Mio. Euro) ergibt.

Die Pipeline reift
Im Berichtsjahr 2007 hat die 4SC AG deutliche Fortschritte in ihrer Projektpipeline erzielt. Für das am weitesten fortgeschrittene Projekt mit dem Medikamentenkandidaten SC12267 zur Behandlung von Rheumatoider Arthritis konnte eine klinische Phase IIa-Studie erfolgreich abgeschlossen werden. Die Ergebnisse belegen nicht nur eine gute Verträglichkeit und Sicherheit der Substanz. Vor allem bei den bereits mit anderen Medikamenten vorbehandelten Patienten gab es offensichtliche Behandlungserfolge. "Dies ist der eigentliche Erfolg der Studie, denn gerade die entsprechend vorbehandelten Patienten repräsentieren die in den westlichen Industriestaaten größte Patientenpopulation und damit die relevanteste Zielgruppe für eine spätere Therapie mit SC12267", betont Ulrich Dauer, CEO der 4SC AG.

Deutliche Fortschritte erzielten im vergangenen Jahr auch die vier präklinischen Entwicklungskandidaten. "Sie alle haben inzwischen das Potenzial, noch in 2008 in die klinische Entwicklung zu starten," erklärt Dauer. So befindet sich der Medikamentenkandidat SC68896 gegen hämatopoetische und solide Tumore in fortgeschrittenen präklinischen Studien und damit kurz vor der klinischen Studienreife. Gleiches gilt für die Substanz SC71492 gegen chronisch-entzündliche Darmerkrankungen: Präklinische Studien haben sowohl eine hohe Wirksamkeit als auch eine sehr gute Verträglichkeit der Substanz ergeben, was Grundvoraussetzung für einen Einsatz als Langzeittherapie ist. Im Fall des Medikamentenkandidatens SC75741 gegen Virusinfektionen konnte die 4SC AG gemeinsam mit dem Institut für Molekulare Virologie der Universität Münster nachweisen, dass mit hochpathogenen Vogelgrippe-Viren infizierte Mäuse mit Hilfe von SC75741 geheilt werden. Derzeit werden vertiefende präklinische Experimente zur Überprüfung der Wirksamkeit durchgeführt. Parallel dazu laufen bereits Vorbereitungen für die Herstellung von klinischem Material. Für den gemeinsam mit dem Freiburger Partner ProQinase entwickelten Proteinkinaseblocker SC71710 aus dem 4iP-Projekt schließlich finden derzeit umfassende präklinische Studien zur Anwendung gegen Akute Myeloische Leukämie statt.

Erfolgreiche Kapitalerhöhung
"Für den zügigen Ausbau der Pipeline bietet die Anfang September erfolgreich abgeschlossene Kapitalerhöhung eine gute Basis," so Dauer. Im Zuge dieser Maßnahme sei die Santo Holding, die Beteiligungsgesellschaft der Hexal-Gründer Dr. Thomas und Dr. Andreas Strüngmann, zum größten Anteilseigner der 4SC AG avanciert. Nachdem nur wenige Aktionäre das Anfang Dezember vorgelegte Pflichtangebot zur Aktienübernahme angenommen haben, halte Santo aktuell rund 32,71 Prozent am Unternehmen. "Wir sind froh darüber, mit der Santo Holding einen strategischen Investor mit langfristiger Perspektive und umfassender Branchenexpertise an Bord zu haben," so Dauer.

Zudem eröffnen sich für die 4SC AG neue Perspektiven durch die Zusammenarbeit mit anderen Unternehmen aus dem Santo-Portfolio. Ein Beispiel dafür sei die kürzlich gemeldete Forschungskooperation mit der Wuppertaler AiCuris, einem Spin-off der Bayer HealthCare AG: Dem auf die Entwicklung neuer Wirkstoffe gegen virale und bakterielle Erkrankungen spezialisierten Unternehmen stellt die 4SC AG in einem ersten Schritt Kapazitäten aus ihrer Medizinalchemie gegen entsprechende Forschungsmittel zur Verfügung; langfristig ist eine Vertiefung der Partnerschaft im Bereich der antiinfektiven Wirkstoffe geplant.

Ausblick
Nach erfolgreichem Abschluss der klinischen Phase IIa-Studie für das Leitprojekt SC12267 gegen Rheumatoide Arthritis strebt die 4SC AG für die weitere Entwicklung eine Lizenzpartnerschaft mit einem Pharmaunternehmen an. Derzeit seien mehrere Pharmahersteller dabei, im Rahmen einer wissenschaftlichen Due Dilligence das Potenzial der Substanz zu prüfen, erläutert Dauer. Mit einigen Interessenten fänden bereits vertiefende Gespräche statt. Dabei komme der 4SC AG nicht zuletzt zugute, dass die Leitsubstanz auch in anderen Indikationen wie Multiple Sklerose und chronisch-entzündliche Darmerkrankungen nachgewiesenes Potenzial habe.

Nach derzeitiger Planung werden im laufenden Geschäftsjahr mindestens zwei der vier fortgeschrittenen präklinischen Projekte in klinische Studien starten, sobald die notwendigen Substanzmengen vorschriftsmäßig produziert und die formalen Studien zur Sicherheit erfolgreich abgeschlossen worden sind. Auch zu diesen Projekten führt die 4SC AG regelmäßig Gespräche mit potenziellen Partnern, um durch eventuelle Co-Development- und Lizenzpartnerschaften frühe Umsätze zu generieren und das Potenzial der Kandidaten schneller zu erschließen.

Die fortschreitende Reife der Projektpipeline und das parallele Vorantreiben der unterschiedlichen Projekte gehen einher mit steigenden Entwicklungskosten. Vor diesem Hintergrund rechnet die Gesellschaft für das Geschäftsjahr 2008 erneut mit einem negativen Periodenergebnis und möglicherweise auch mit einer Ausweitung des Verlusts. Jedoch erwartet die 4SC AG angesichts der aktuellen Projekte und der laufenden Gespräche mit potenziellen Neukunden relevante Umsätze aus Kooperationen im Segment "Collaborative Business". Im Geschäftsbereich "Drug Discovery & Development" setzt die 4SC AG insbesondere auf eine Lizenzpartnerschaft für das Leitprojekt SC12267 und erwartet in diesem Zusammenhang einen substanziellen Umsatzbeitrag. Dem Management zufolge bleibe es jedoch schwer abzuschätzen, wie stark eventuelle Lizenzerlöse die steigenden Entwicklungskosten ausgleichen können.

"Insgesamt ist unser Unternehmen für das Erreichen seiner strategischen, kommerziellen und wissenschaftlichen Ziele gut aufgestellt," betonte Dauer. Die Gesellschaft verfüge über ausreichend Handlungsspielraum und -optionen, um Verhandlungen über Lizenzverträge oder technologische Kooperationen ohne Zeitdruck führen zu können und in der Zwischenzeit den Unternehmenswert kontinuierlich weiter zu steigern.

Den Geschäftsbericht der 4SC AG können Sie unter http://www.4sc.de abrufen.
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4SC AG

Die 4SC AG (ISIN DE0005753818) ist seit dem 15. Dezember 2005 im Prime Standard an der Frankfurter Wertpapierbörse gelistet. Das 1997 gegründete Unternehmen entwickelt mit derzeit 77 Mitarbeitern neuartige Wirkstoffe gegen Autoimmunerkrankungen und Krebs. Die 4SC AG nutzt dabei ihre patentgeschützte Technologieplattform, um eine nachhaltige Pipeline an Wirkstoffen aufzubauen. Diese sollen bis zum Nachweis der klinischen Wirksamkeit in frühen klinischen Phasen ('Proof of Concept') entwickelt und anschließend gegen Vorab- und Meilensteinzahlungen sowie Umsatzbeteiligungen in Partnerschaften mit der Pharmaindustrie eingebracht werden. Aktuell besteht die Pipeline aus acht Projekten sowie einem reichhaltigen Pool an weiteren Forschungsprojekten. Für ein Projekt zur Behandlung von Rheumatoider Arthritis wurde die klinische Phase IIa bereits erfolgreich beendet. Ein weiteres Projekt zur Behandlung verschiedener Krebserkrankungen befindet sich in der klinischen Phase I. Weitere Projekte durchlaufen bereits ein fortgeschrittenes Stadium der präklinischen Entwicklung.

Weitere Informationen finden Sie unter www.4sc.com.

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