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Auf den Spuren der maritimen Seidenstraße

Einzigartige Europapremiere: Sonderausstellung des Guangdong Museum im Internationalen Maritimen Museum

(lifepr) (Hamburg, 12.06.2017) Die Pläne aus China liegen ausgebreitet auf dem großen Holztisch in der Bibliothek des Maritimen Museums. Nun heißt es für das Museumsteam im Kaispeicher B die beiden Ausstellungsdecks 1 und 2 nach den Vorstellungen der chinesischen Kollegen vorzubereiten. Neue Vitrinen müssen gebaut, Texttafeln erstellt und genug Platz freigeräumt werden, damit alles bereit ist, wenn die Schätze aus China eintreffen.

Mit über 100 wertvollen Exponaten aus fünf Jahrhunderten wird Chinas Handel entlang der „Maritimen Seidenstraße“ präsentiert. Das Guangdong Museum zeigt die Sonderausstellung erstmals in Europa. Sie ist Teil des Kulturprogramms, das aus Anlass des 45. Jubiläums der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen Deutschland und China stattfindet. Bundesweit läuft dazu dieses Jahr ein Festival, dessen Spektrum von Musik, über Tanz und Film bis hin zu Architektur, zeitgenössischer Kunst, Literatur und Philosophie reicht. Das hochkarätige Programm will den Austausch zwischen den beiden Kulturen intensivieren und neue kreative Impulse setzen.

„Wir freuen uns sehr, dass wir das Guangdong Museum bei uns zu Gast haben und mit der Sonderausstellung nicht nur die maritime Seidenstraße beleuchten und faszinierende Exponate zeigen, sondern auch die Deutsch-Chinesische Freundschaft weiter ausbauen“, sagt Museumsvorstand Peter Tamm. „Und wir sind natürlich auch sehr stolz, dass sich unsere chinesischen Partner ganz bewusst das IMMH als Ausstellungsort für diese europaweite Premiere ausgesucht haben“, so Tamm.

Anfang Juni kommen die Schätze aus China in Hamburg an. Ein Team des Guangdong Museums wird die Exponate, darunter kunstvoll gestaltete Schmuckstücke, chinesisches Porzellan und Schriftstücke, in den Vitrinen des Maritimen Museums einrichten.

Im Zentrum der Ausstellung stehen Funde von den Schiffswracks „Nan Hai No.1“ und „Nan Ao No.1“, die vor der südchinesischen Küste geborgen wurden. Sie waren entlang der „Maritimen Seidenstraße“ unterwegs. Bereits im Mittelalter gelangten über diese Seeverbindung chinesische Luxusgüter in den Orient und von dort über den Zwischenhandel bis nach Europa. Das Netz von Seerouten verband die Küstenregionen des westlichen Pazifik, des indischen Ozeans und des Atlantiks.

Unter den vielen gehandelten Gütern war Seide sicherlich die wichtigste Ware, deswegen auch der Name „Seidenstraße“. China exportierte vor allem aber auch Porzellan, Tee und Metallwaren und importierte im Gegenzug Gewürze, Edelsteine und diverse regionale Spezialartikel über den Seeweg. Die beiden bislang im Südchinesischen Meer offiziell geborgenen Wracks sind Zeugnisse des erfolgreichen Seehandels und zeugen von einem regen Kulturaustausch. Das Wrack „Nan Hai No.1“ war im 13. Jahrhundert ein hochseetaugliches Handelsschiff gewesen, dessen Fracht zum überwiegenden Teil aus Porzellan und Metallwaren bestand, aber auch viele persönliche Gegenstände konnten geborgen werden. Darunter Schmuckstücke wie eine filigrane Goldkette, goldene Armreife und Fingerringe oder Steinstatuen der „Göttin des Mitgefühls“ sowie Gegenstände des täglichen Gebrauchs, darunter Holzkämme und Kupferspiegel. Die Ladung des zweiten geborgenen Wracks bestand hauptsächlich aus Porzellan. Etwa 27.000 Artefakte wurden während der Untersuchung und Ausgrabung geborgen, darunter auch Keramik, Metallwaren, Holz-Lackarbeiten, Steingut sowie mehr als 20.000 Münzen und etwa 30.000 Perlen und Schmuckketten. Im unteren Teil des Rumpfes wurden sogar Pflanzenproben in großen Keramikbehältnissen gefunden, z. B. Litchi-Samen, Longan-Samen, Olivenkerne und Walnüsse.

Das Team des Guangdong Museum hat aus all diesen Funden eine klug konzipierte Ausstellung erstellt, die am 8. Juni im Maritimen Museum unter dem Titel „EAST MEETS WEST – Maritime Seidenstraße im 13. bis 17. Jahrhundert“ eröffnet wurde und bis zum 10. September 2017 auf Deck 1 und 2 zu sehen ist. Hingehen, staunen, träumen!

Zur Ausstellung erscheint ein reich bebildertes Begleitbuch in Koehlers Verlagsgesellschaft. Mehr Infos unter [Link inaktiv]

Das Internationale Maritime Museum ist das maritime Herz der HafenCity und zeigt in Hamburgs ältestem, noch erhaltenem Speichergebäude 3.000 Jahre Schifffahrtsgeschichte mit wertvollen Exponaten aus aller Welt. Das Maritime Museum ist täglich von 10.00 - 18.00 Uhr geöffnet.

 
 
 

 

 

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