zurück zur Übersicht
(lifepr) (Karlsruhe, 02.02.2015) Weltweit setzen sich zahlreiche Filmemacher mit den Themen Migration, interkultureller Dialog oder der aktuellen Flüchtlingsdebatte auseinander. Bei der interkulturellen Filmnacht werden am Dienstag, 24. Februar 2015, um 19:30 Uhr in einem 90-minütigen Filmprogramm Kurzfilme gezeigt, die sich auf provokative, nachdenkliche oder auch augenzwinkernde Weise mit den vielfältigen damit verbundenen Fragestellungen auseinander setzen.
Wie können sich Menschen aus anderen Kulturen in ihrer neuen Lebensumgebung zu Recht finden? Wie reagieren Menschen auf das "Fremde"? Wie kann Xenophobie und Fremdenhass entgegen gewirkt werden? Und: Wie können Menschen die kulturelle Vielfalt einer Gesellschaft für ein harmonisches Miteinander und Zusammenleben nutzen?
Die Filmemacher dieses Abends haben auf diese Fragen ganz unterschiedliche Antworten gefunden. Im Programm läuft zum Beispiel der Kurzfilm "Parvaneh" von Talkhon Hamzavi, der gerade für den Kurzfilm-Oscar 2015 nominiert worden ist. Dabei sind auch einige preisgekrönte Produktionen, zum Beispiel "Uwe + Uwe" und "Wie ein Fremder", beides Regiearbeiten von Lena Liberta. Auch humorvolle Produktionen werden dabei sein, zum Beispiel "Reise nach Absurdistan" von Frank Zollner und "Das grüne Schaf" von Carsten Strauch.
Veranstalter des Kurzfilmabends sind das Filmboard Karlsruhe e. V. in Kooperation mit dem ibz. Veranstaltungsort ist das ibz in der Kaiserallee 12d, 76133 Karlsruhe. Der Eintritt ist frei.
Das Filmprogramm:
Der große Hamoudi
Deutschland 2012 | Länge 13 Min.
Regie: Rolf Teigler
Sami - allein reisendes Flüchtlingskind aus Kenia - ist sicher untergebracht. Aber das Leben im Heim bleibt ihm fremd. Lügt die nette Betreuerin und verschweigt die Wahrheit? Kommt die Polizei, um ihn zu holen? Was soll er mit einem Mitbewohner anfangen, der tagsüber als "Der Grosse Hamoudi" das Publikum verzaubert und nachts von den schrecklichen Bildern der Vergangenheit geplagt wird? Aber dann kommt doch alles anders und Sami beschließt zu handeln.
Gänseblümchen
Luxemburg 2012 | Länge 3 Min.
Regie: Sache Bachim
Zwei grundverschiedene Menschen - ein Neo-Nazi mittleren Alters und ein schwarzer Junge - drücken sich an der gleichen Wand über ihre jeweiligen Graffitis aus. Als dem Skinhead die Farbe ausgeht, kurz bevor er seine rassistische Parole vollenden kann, wendet er sich dem Jungen zu. In diesem Moment taucht ein kauziger alter Mann auf und vervollständigt das Bild.
Uwe + Uwe
Deutschland 2009 | Länge 12 Min.
Regie: Lena Liberta
Ein Trucker begegnet einer Flüchtlingsfamilie. Der griesgrämige Trucker Uwe findet auf der Ladefläche seines Lasters eine Flüchtlingsfamilie. Bei dem Versuch, sie wieder loszuwerden, bringt er sich immer mehr in Schwierigkeiten und entdeckt widerwillig seine eigene Menschlichkeit wieder.
Das grüne Schaf
Deutschland 2008 | Länge 4 Min.
Regie: Carsten Strauch
Marcel hat es nicht leicht in der Schule. Als grünes Schaf wird er häufig ausgegrenzt und mit Vorurteilen konfrontiert. Doch seine Familie gibt ihm Halt. Der Film erzählt in kurzen Interview-Ausschnitten vom Alltag der Patchwork-Familie El Sapo und berichtet von den Schwierigkeiten eines partnerschaftlichen Zusammenlebens zwischen Fröschen und Schafen.
Wie ein Fremder
Deutschland 2010 | Länge 24 Min.
Regie: Lena Liberta
Azad ist jung und verliebt. Ihm müsste die Welt offen stehen, doch als Geduldete dürfen er und seine Familie nicht einmal die Stadt verlassen. Als seine Freundin Lisa wegziehen will, muss er sich zwischen seiner Familie und der eigenen Freiheit entscheiden.
Reise nach Absurdistan
Deutschland 2004 | Länge 7 Min.
Regie: Frank Zollner
Friedlich rattert der Zug, im Abteil herrscht noch Ruhe, bis die multikulturelle Geschwätzigkeit des neuen Fahrgastes unkontrolliert aus dem Ruder läuft.
Parvaneh
Schweiz 2012 | Länge 25 Min.
Regie: Talkhon Hamzavi
Darsteller: Nissa Kashani, Cheryl Graf
Parvaneh ist eine junge, afghanische Migrantin, die seit kurzem in einem Durchgangszentrum in den Schweizer Bergen lebt. Das Einzige, was sie von der Schweiz kennt, ist die ländliche Region und die Zivilschutzanlage. Als sie per Telefon vom Gesundheitszustand ihres Vaters erfährt, will sie ihr mühsam erspartes und illegal erworbenes Geld in ihre Heimat überweisen. Zu diesem Zweck muss sie erstmals in die Stadt Zürich. Dort angekommen, ist Parvaneh überfordert von der Hektik der Großstadt, dem Schillern der Werbetafeln, dem Rattern der Trams. Da Parvaneh keinen gültigen Ausweis besitzt, kann sie das Geld nicht überweisen. In gebrochenem Deutsch bittet sie verschiedene Passanten um Hilfe. Einzig ein Punkmädchen erklärt sich bereit, ihr zu helfen.
zurück zur Übersicht