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Auto: Neues Versicherungsmodell in der Erprobung

ARCD Auto- und Reiseclub Deutschland e. V.
ARCD Auto- und Reiseclub Deutschland e. V.

(lifepr) (Bad Windsheim, 19.03.2009) Die FDP-Bundestagsfraktion fordert von der Bundesregierung Auskunft über das neue Versicherungsmodell "Pay As You Drive", das von Autoversicherern und Telematikunternehmen derzeit erprobt wird. In Zukunft könnte im Fahrzeug des Versicherungsnehmers eine Telematikbox via Satellit fortlaufend Fahrinformationen an ein Rechenzentrum als Grundlage für die Prämienberechnung übermitteln. Die Tarife richten sich dann nach dem persönlichen Fahrstil des Versicherungsnehmers. Wer zum Beispiel bei seinen Fahrten unfallträchtige Strecken oder die Rush-hour meidet, kann mit einer günstigeren Prämie rechnen. Mit der Kontrollbox im Fahrzeug könnten zum Beispiel die gefahrenen Kilometer, Fahr- und Uhrzeiten, die durchfahrenen Gebiete und die Fahrweise erfasst werden. Bei Unfällen würden die Messdaten bei der Klärung der Schuldfrage helfen. Die FDP-Parlamentarier wollen wissen, wie es mit der datenrechtlichen Zulässigkeit und dem Schutz der auf solche Weise gewonnenen Informationen vor Missbrauch durch Dritte aussieht. In Brandenburg läuft derzeit eine Aktion mit rund 400 freiwilligen jungen Fahrern. In ihren Autos meldet ein "elektronischer Begleiter" im Minutentakt Position, Strecke und Geschwindigkeit an ein Rechenzentrum. Mit einem Codewort können die Fahrer im Internet ihre Fahrweise nachträglich überprüfen. In der Schweiz gibt es für junge Autofahrer im Alter bis zu 25 Jahren ein ähnliches Projekt. Die im Nachbarland verwendeten Boxen zeichnen aber nur die Fahrdaten etwa 30 Sekunden vor und während eines Unfalls auf, um objektive Angaben zum Unfallgeschehen zu erhalten. Wie der Auto- und Reiseclub Deutschland (ARCD) auf Nachfrage beim Gesamtverband GDV erfuhr, überwiegt bei den deutschen Versicherern die Skepsis, ob elektronische Fahrüberwachungssysteme genügend Akzeptanz bei den Versicherungsnehmern finden und ob die Datensicherheit absolut gewährleistet werden kann. Der ARCD lehnt solche "Big Brother"-Systeme zur Beobachtung der Autofahrer ab. Für eine gerechte Prämienberechnung stünden schon genügend Differenzierungsmerkmale wie Fahrleistung, Alter des Fahrzeugs, regionale Einstufung, Alter des Fahrers und Unfallhäufigkeit zur Verfügung.

Ansprechpartner:

Frau Silvia Schöniger
ARCD
Telefon: +49 (9841) 409-182
Fax: +49 (9841) 409-190

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