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(lifepr) (Bad Windsheim, 20.07.2007) Rund 230.000 Fahranfänger haben bisher den Modellversuch für begleitetes Fahren in Deutschland genutzt. Im Jahr 2006 nahm bereits jeder sechste Fahranfänger der Pkw-Fahrerlaubnisklasse B/BE daran teil, in Niedersachsen sogar fast jeder Dritte, wie jetzt Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee in Berlin mitteilte. Die Teilnehmer seien nach Abschluss der Begleitphase um rund 30 Prozent weniger in Unfälle verwickelt als andere jugendliche Fahranfänger, zudem würden sie um rund 20 Prozent weniger gegen Verkehrsregeln verstoßen. „Außerdem gibt es nur halb so viele Fahrten unter dem Einfluss von Alkohol oder Drogen“, sagte Tiefensee. Der Verkehrsminister kündigte wissenschaftliche Untersuchungen an, ob sich dieser Trend bestätigt. Inzwischen beteiligen sich 15 von 16 Bundesländern an dem Modellversuch. Baden-Württemberg werde voraussichtlich noch in diesem Sommer die Voraussetzungen für die Teilnahme schaffen. Der Auto- und Reiseclub Deutschland kritisiert die zögerliche Haltung der Regierung in Stuttgart und fordert möglichst schnell die Einführung des begleiteten Fahrens mit 17 auch im „Ländle“. Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes ist das Unfallrisiko der jungen Fahranfänger deutlich höher als beim Durchschnitt aller Autofahrer. Deshalb müsse laut ARCD jede Möglichkeit zu einer Verminderung der in diesem Jahr wieder gestiegenen Zahl der Unfälle mit schweren Folgen umgesetzt werden. Niedersachsen hatte im Alleingang und ohne Rücksicht auf Widerstände aus dem Bundesverkehrsministerium schon im April 2004 während der Ägide von Manfred Stolpe mit dem Modellprojekt begonnen. Seitdem können Jugendliche dort einen Monat vor dem 17. Lebensjahr mit Zustimmung der Eltern die Fahrprüfung ablegen. Im ersten Jahr dürfen die noch nicht volljährigen Fahrer aber nur in Begleitung eines registrierten Erziehungsberechtigten ans Steuer. Stolpe-Nachfolger Wolfgang Tiefensee steht inzwischen voll hinter dem begleiteten Fahren mit 17 und will es nach positiven Ergebnissen der von ihm angekündigten wissenschaftlichen Untersuchungen zur Regel machen.
Ansprechpartner:
Frau Silvia Schöniger
ARCD-Pressestelle
Telefon: +49 (9841) 409-182
Fax: +49 (9841) 409-190
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