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(lifepr) (Bad Windsheim, 13.07.2007) Die deutschen Autohersteller und Importeure freuten sich zu früh: Ende 2006 feierten sie noch einen Mehrabsatz von rund 100.000 Fahrzeugen wegen des Vorzieheffektes durch die Mehrwertsteuererhöhung, jetzt kam bei Vorlage der Zahlen für das erste Halbjahr 2007 die Ernüchterung. Wie der Verband der Automobilindustrie (VDA) in Frankfurt mitteilte, brachen die Neuzulassungen um rund 9 Prozent ein. Der Verband der Internationalen Kraftfahrzeughersteller (VDIK) sprach in diesem Zusammenhang sogar von „dramatischen strukturellen Veränderungen“. Mit einem Neuzulassungsvolumen von 1.577.000 Einheiten im ersten Halbjahr 2007 liege das „schwächste Ergebnis seit der Wiedervereinigung“ vor. Die Anzahl der Privatkäufe ging in diesem Zeitraum gegenüber dem Vorjahr sogar um 27 Prozent zurück.
Schuld an der Kaufunlust sind laut VDIK-Präsident Volker Lange die „hysterische” Klimaschutzdiskussion, die langatmige Debatte um die Rußpartikelfilter-Nachrüstung, die Diskussionen um mögliche Fahrverbote und eine CO2-Kraftfahrzeugsteuer sowie die laufend steigenden Kraftstoffkosten. Dies führe zur ständigen Zunahme des Pkw-Durchschnittsalters in Deutschland, das inzwischen einen der ältesten Fahrzeugbestände in Europa hat. Als weitere Ursachen nannte VDA-Präsident Matthias Wissmann den Wegfall der Pendlerpauschale und die Erhöhung der Versicherungssteuer. Gegen den Inlandstrend rechnet die deutsche Automobilindustrie im Gesamtjahr 2007 mit einem neuen Export- und Produktionsrekord: Mit 4,2 Mio. exportierten Pkw wollen die deutschen Hersteller eine neue Bestleistung aufstellen. „Damit werden wir in der Produktion das dritte Rekordjahr in Folge haben“, unterstrich Wissmann.
Weltweit erwartet er für seine Mitglieder eine Steigerung um gut 4 Prozent. In den USA als dem wichtigsten Automobilmarkt für die deutschen Exporteure stieg der Pkw-Absatz für sie im ersten Halbjahr 2007 gegenüber dem Vorjahr um vier Prozent, während der US-Gesamtmarkt um drei Prozent nachgab. Für den kränkelnden Inlandsmarkt forderte Wissmann von der Politik „verlässlche Rahmenbedingungen, die Vertrauen schaffen“.
Ansprechpartner:
Frau Silvia Schöniger
ARCD-Pressestelle
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